Todestrieb
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Evangelische Christen
Hilfreiche Handlungen für den Sterbenden
Liegt ein Patient im Sterben, sollten die Angehörigen, und falls es der Sterbende möchte, ein Priester informiert werden. Auf Wunsch sollten dem Sterbenden Hilfsmittel zum Gebet, eine Bibel oder ein evangelisches Gesangbuch, gereicht werden. Kann der Patient nicht selber lesen, können ihm Texte, Lieder und Gebete vorgelesen werden, zum Beispiel Psalm 23, das Lied »So nimm den meine Hände«, das Glaubensbekenntnis oder das Vaterunser.
Umgang mit Verstorbenen
Beim Umgang mit Verstorbenen gibt es keine Besonderheiten zu beachten. Angehörige sollten jedoch im Sterbezimmer Abschied nehmen können, evtl. kann auch mit dem Priester eine Andacht abgehalten werden.
Römisch-katholische Christen
Hilfreiche Handlungen für den Sterbenden
Prinzipiell gelten die gleichen Hilfestellungen wie bei den evangelischen Patienten. Dem Sterbenden kann die Bibel oder das Gesangbuch »Gotteslob« gereicht werden. Auch Rosenkränze, Medaillons mit Abbildungen vom Pabst, der Jungfrau Maria oder von Heiligen werden gern genommen. Auf Wunsch sollte ein Kruzifix aufgestellt werden. Krankensalbungen sollten ermöglicht werden.
Umgang mit Verstorbenen
Beim Umgang mit Verstorbenen gibt es keine wesentlichen Abweichungen zu der evangelischen Kirche. Sofern es möglich ist sollte im Sterbezimmer eine Kerze angezündet werden, sie ist ein Symbol für den Glauben an die Auferstehung. Vielfach wünschen Angehörige, dass dem Leichnam die Hände wie zum Gebet gefaltet werden und ihm ein Kruzifix oder ein Rosenkranz in die Hand gegeben wird.
Juden
Hilfreich Handlungen für den Sterbenden
Neben der Information der Angehörigen und auf Wunsch eines Rabbiners sollte Sterbenden eine jüdische Bibel (Thora) gereicht werden, so sie es denn wollen. Einem Juden darf niemals die Hoffnung auf Gesundung genommen werden, da jeder Jude, so lange er kann, leben und damit Gott dienen soll. Demzufolge sind Maßnahmen, die das Leben verkürzen, nicht erlaubt, auch keine passive Sterbehilfe. Die Rettung menschlichen Lebens hebt alle Gebote und Verbote des jüdischen Glaubens auf.
Umgang mit Verstorbenen
Acht Minuten nach dem Eintritt des Todes wird eine Daunenfeder auf Nase und Mund gelegt. Der Sohn des oder der Verstorbenen bzw. ein nächster männlicher Angehöriger verschließt Augen und Mund, danach lässt man den Verstorbenen circa 30 Minuten allein.
Orthodoxe Juden beauftragen eine eigene Gesellschaft, die Chewra Kadischah, übersetzt »heilige Gemeinschaft«, mit der Versorgung des Verstorbenen. Andernfalls übernimmt diese Aufgabe das Pflegepersonal. Dabei werden die Hände des Verstorbenen entlang des Rumpfes ausgestreckt, er wird gewaschen und mit einem weißen Hemd bekleidet. Der Körper wird mit einem weißen Tuch bedeckt und das Bett so gestellt, dass die Beine in Richtung Tür zeigen. In Kopfhöhe des Leichnams wird auf dem Nachttisch eine Kerze angezündet
Islam
Hilfreiche Handlungen für den Sterbenden
Liegt ein moslemischer Patient im Sterben, sollen die Angehörigen und ein islamischer Seelsorger gerufen werden. Der sterbende Moslem hebt den Finger zum Himmel und spricht das Sterbegebet ( Shahada ) und das islamische Glaubensbekenntnis. Wenn der Patient den Finger nicht selbst heben kann, übernehmen das Angehörige oder andere Muslime. Sollte kein Moslem beim Sterbenden sein, dürfen dies auch Andersgläubige. Der Sterbende darf nicht durstig sterben, es sollte ihm ständig zu trinken angeboten werden. Außerdem wird er so gedreht, dass er in Richtung Mekka blickt, also in südöstliche Richtung. Die Augen werden bereits vor dem Ableben langsam geschlossen und dabei ein Gebet gesprochen.
Umgang mit dem Verstorbenen
Nach dem Tod wird der Leichnam mit fliesendem Wasser gewaschen. Diese spirituelle Handlung kann nur der Imam oder ein anderer, darin unterwiesener Moslem durchführen. Ist dies nicht möglich, wird der Leichnam versorgt und im Nachhinein spirituell gereinigt. Die Versorgung eines Verstorbenen islamischen Glaubens durch Andersgläubige ist für die Angehörigen sehr schwierig zu akzeptieren und erfordert daher viel Fingerspitzengefühl. Auf jeden Fall sollte sie immer von männlichen Pflegekräften durchgeführt werden. Bei der Versorgung ist zu beachten, dass die Hände stets an die Seiten des Leichnams gelegt werden. Der Leichnam wird in weiße Laken gehüllt und dann auf die rechte Seite gelagert.
Buddhismus
Hilfreiche Handlungen für Sterbende
Buddhisten wünschen sich, frühzeitig über den bevorstehenden Tod informiert zu werden, damit sie sich besser vorbereiten können. Sie stehen in der Regel dem Tod mit einer Gelassenheit gegenüber, von der wir viel lernen können.
Sterbende werden auf die rechte Seite gedreht, da Buddha so gestorben ist. In manchen buddhistischen Richtungen bevorzugen Sterbende aber die Meditationsstellung, zumindest eine gewisse aufrechte Körperhaltung.
Umgang mit Verstorbenen
Nach Eintritt des Todes soll der Leichnam 45 Minuten lang nicht berührt werden. Angehörige und Mitglieder der buddhistischen Gemeinschaft bleiben beim Toten und meditieren. Der buddhistische Glauben sagt, das 68 Stunden nach Eintritt des Todes das Bewusstsein des Verstorbenen wieder erwacht und der sogenannte Bado-Zustand beginnt. In dieser siebenwöchigen Zeit lesen die Angehörigen aus dem tibetischen Totenbuch , das als Anleitung für den Verstorbenen dient, durch den Bardo-Zustand hindurch in eine gute Wiedergeburt zu finden.