Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Kollaboration«
hei+Co schrieb am 16.6. 2000 um 01:26:05 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Den Surrealisten ging es anerkanntermaßen niemals darum, sich der Methoden der freien Gedankenassoziation zu bedienen, um literarische Werke hervorzubringen, die andere Texte durch Polyphonie und polysemantischen Strukturen überbieten ... sondern es ging um gesellige Zusammenkünfte, Lebenskunst ... um die Konstruktion von Situationen, vielleicht?
"Es herrschte glänzende Stimmung. Es gibt uns ums Vergnügen und um nichts sonst. [...] Wenn die Unterhaltungen um die Tagesereignisse, um Vorschläge zu amüsantem oder skandalösem Eingreifen zu ermatten begann, war es Brauch, zu Spielen überzugehen. Zu Schreibspielen zuerst, dergestalt angelegt, daß die Gesprächselemente sichin der paradoxalsten Weisen gegenüberstanden; und daß die so von Anfang an abgebogene menschliche Kommunikation den beobachtenden geist zum größtmöglichen Abenteuer herausfordern mußte. Wir empfanden keinerlei verächtliche Vorurteile [...] gegenüber den Spielen aus der Kinderzeit
hei+Co schrieb am 16.6. 2000 um 01:27:07 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Aber es geht wirklich nicht um seichte Literaturproduktion, sondern die kriegserfahrenen Dichterrevolutionäre kamen nicht umhin, die Machtfrage zu stellen - pubertär, kindisch, kompromißlos, aber in Worten radikal, wie es eben ihre Art war. (Spätere Ein-, Austritte und in und Ausschlüsse aus kommunistischen Parteien gehören dann wohl eher zur 'Realpolitik' im Kapitel 'Literatur und Revolution' (ungeschrieben) ...).
»Und da von der Stärke des Widerstands, dem dieser Entwurf begegnet, der mehr oder weniger entschiedenen Aufschwung des Geistes zu einer endlich bewohnbaren Welt abhängt, wird man begreifen, daß der Surrealismus vor einem Dogma der absoluten Revolte, der totalen Unbotmäßigkeit, der obligatorischen Sabotage nicht zurückgeschreckt ist, und er sich einzig vom der Gewalt etwas verspricht. Die einfachste surrealistische Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings soviel wie möglich in die Menge zu schießen.« (André Breton: Die Manifeste des Surrealismus, Reinbek bei Hamburg, 1968, 56)
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