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Endlich allein: Sensorische Deprivation
Wir leben im Informationszeitalter, das bekommen wir von
sämtlichen Medien permanent gesagt. Die Information nimmt in
einem Ausmass zu, das der Einzelne nur noch schwer
handhaben kann. Das kann auch für das schlauste
Nervensystem des Planeten auf Dauer zum Problem werden.
Sensorische Deprivation ist eine mögliche Antwort darauf - ein
Zustand unter Auschluss sämtlicher Aussenreize und
Sinneswahrnehmungen. Am einfachsten zu erreichen mit Hilfe
eines Tischtennisballs. Schneiden Sie diesen in der Mitte durch
und legen Sie sich die Hälften auf die Augen. Wenn Sie nun
noch etwas rosa Rauschen (eine Kombination sämtlicher
Frequenzen) in den Walkman legen, haben Sie die komplette
Nicht-Information - es herrscht Friede im Tal.
Die Auswirkungen sind heftig. Da der Geist erfolglos nach
Aussenreizen sucht, schaltet das Wahrnehmungssystem von
Aussen auf Innen. Der erste Effekt ist eine profunde
körperliche Entspannung. Als Zweites werden wahrscheinlich
innere Bilder aktiviert, denn das Gehirn macht nur selten
Pause. In den Versuchen von Heb in den 40er und 50er Jahren
erlebten die Versuchspersonen veränderte
Bewusstseinszustände, die mit Halluzinationen, intensiven
Gefühlen und freiem gedanklichen Assoziationsfluss einher
gingen. Dies basiert auch darauf, dass es einen Unterschied
macht, ob die Augen geschlossen sind oder über die
geöffneten Augen keine Information kommt - der ganze
Sehsinn verabschiedet sich.
Ein hautfreundlicherer Einstieg als scharfkantige
Tischtennisballhälften ist die Schlafbrille von Prof. Möllmann.
Diese Brille aus schwarzem Stoff erzeugt zwar nicht die
optische Nicht-Information von weissem Zelluloid, sorgt aber
trotzdem für einen angenehmen Ganzfeldeffekt. Nach
Forschungen von Möllmann entspannen Menschen mit der
Schlafbrille weitaus leichter, rascher und tiefer. Bei einigen
Mind Technologien spielt die sensorische Deprivation eine
grosse Rolle, wir werden diesen Effekt noch bei Mind Machines
und Samadhi-Tank wiederfinden.
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