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Warum das ZDF entstand und heute manche »Medienpolitiker« den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen wollen (frei nach Gast_2342/Heise-Forum):
In einer ehrlichen Antwort dürfte auf die »Medienpolitik« eines FJ Strauss verwiesen werden. Der wollte über seinen Buddy Leo Kirch dem »Sozen-TV« ein eigenes Sprachrohr entgegensetzen, nachdem das ein paar Jahre zuvor mit dem ZDF nicht wirklich funktioniert hatte (siehe unten).
Frei nach dem großen bayrischen Medientheoretiker (ok, eigentlich ist er Kabarettist) Gerhard Polt:
»Wir leben in Bayern in einem Freistaat. Wir brauchen keinen Meinungspluralismus, weil: Wir sind schon Demokraten«
Ende der 50er, als das ZDF entstand, gab es übrigens eine vergleichbare Konstellation:
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/thefife/home/html/fernsehgeschichte/
ZDFHTML/zdf1.htm
bzw.
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/thefife/home/html/fernsehgeschichte/
ZDFHTML/monobund.htm
»[..] Hier wird schon die Absicht der Bundesregierung unter Konrad Adenauer deutlich, selbst am Rundfunk teilzunehmen. Adenauer wollte ein zweites Programm, daß ihm als «Regierungsfernsehen» dienen sollte. Seit 1958 versuchte die Bundesregierung, die sich mit den Ländern nicht über eine Neuordnung des Rundfunks einigen konnte, einen kommerziellen regierungsfreundlichen Fernsehsender zu errichten und damit eine Einflußnahme auf den Rundfunk zu erzielen. Die ARD mit ihrer diffus orientierten Machtverteilung und der öffentlich-rechtlichen Struktur war dafür nicht zu gebrauchen, aber ein privatrechtlich organisiertes, regierungstreues Fernsehprogramm hätte ein beachtliches Beeinflussungspotential für die Bundesregierung dargestellt. [..]«
Man sieht also recht gut, dass das öffentlich-rechtliche Chaos durchaus Sinn macht. Das hat soweit auch das Bundesverfassungsgericht derart zementiert, dass ich mir bis zur naechsten Revolution keine Sorgen mache ;-)
Zumindest kann man durchaus von einer ausgewogenen politischen Machtverteilung sprechen, beide großen Volksparteien haben - über ihnen etwas näher stehende Landesanstalten - etwa gleichen Einfluß auf das ö.r. Programm. Wirklich spürbar ist der parteipolitische Einfluß imo nur beim BR und mdr.
Zum Teil vielleicht noch beim WDR:
http://odem.org/informationsfreiheit/o-ton--druck-wdr.html (Im Rundfunkrat des WDR sitzt (http://www.wdr.de/unternehmen/basis_struktur/gremien/rundfunk.jhtml) mit der SPD-Europaabgeordneten Karin Junker zudem eine gute Bekannte von Herrn Büssow:
http://www.nps-brd.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/news/newsarchiv/2002
/06Juni/SPD_Europaabgeordnete_Karin_Junker_Vorg2432002.php)
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