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solarschule schrieb am 20.2. 2003 um 23:26:28 Uhr über

antikriegsgedichte


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Karl Krolow (geh. 1915)

GEDICHT FOR DEN FRIEDEN

Der Krieg geht weiter. Das zarte Zündholz erlischt schon

In Deinen Auger) dm OJijrk. Die Vmarmu??g wird kurzer und enger,
Und unser Atem - der zwiefache Nachtlaut - verwischt schon
Wie ein Rumfleck am Boden. Auf deiner Wange steht länger
Endgültiger Abschied wie trostloser Mond auf Kanälen,
Darunter der Frühe mißfarbene Schatten sich quälen.

Immer wieder dies Achselzucken, dies Harren und Lauschen

Auf den Wind, der die Tränen nimmt, sich über Schläfern erhebt,
Wind der Liebkosung und Wind, du, der Trennung, drin bauschen
Sich Stimmen wie Kleider, eh sie das Schweigen begräbt.
Ohne Ende Lebwohl, Leuchtfeuer noch einmal, dann Schwärze,
Undeutliches Blitzen von Waffen bei zuckender Kerze.

Gespräch mit den Messern! Die Nahkampf-Szene spielt schlecht sich
Auf Straßen zu Ende mit Schreien und Sterbegeruch.
Es legt der Tod einem jeden anders zurecht sich:

Beim heizenden Brennen des Sommers im Stechmückenflug
Im Heuschreckenlichte Ägyptens, erstickt in Kombüsen
Oder zerrissen von Luft unterm Singen von Düsen.

Der Krieg geht weiter. Ich habe noch deine Augen

Einen Augenblick auf der Netzhaut, eh sie im jenseits zerbricht:
Leichte Bilder des Eben-Noch, die nicht mehr taugen

Vor der Last des Umsonst und unter dem jähen Gewicht
Unvorbereiteten Sterbens, dem gespenstischen Schrecken
Unerklärlichen Himmels, seinem Vom-Tode-Erwecken.

Der Schatten des Engels erhob sich wie Fremde
Und versank - ein Reflex, der rasch sich zerlegt.

Der Krieg geht weiter. - Ich spür ihn wie unter dem Hemde
Das trockene Brusthaar, das sich beim Atmen bewegt

In der Stille des Traums, des Traums von den glücklichen Jahren
Mit dem Duft roten Grases, dem Rascheln von Frauenhaaren.



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ist und die die Circe im Blut mir durchbohrt: Und ich verbringe mit ihm diese Nacht, die wirksam mit Dolchen

e,höhlen, umflc)rt
Den Genuß und was näßlich ist. Winke den Strolchen,

Den trägen Gespenstern, mit Aug
schon von Ewigkeit, gebe ihnen das Zeichen,
Sich auf ich zu stürzen. Aber sie zögern. Sie weichen.

Sie lassen mir Zeit. ich erhebe noch einmal die Stimme-
Ein kleines Flüstern wird es- Ein knisternder Laut
Entringt sich dem Dunkel, daß winzig im Haifischmaul glirnme
Die Hoffnung, der FRIEDE, das schutzlose, unnütze Kraut,

Gesichtern errichtet,
Die zierliche Freude, aus bellen zu Leben verdichtet

Gewebe der Schönheit, das sich








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