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Burki schrieb am 24.3. 2001 um 12:33:07 Uhr über

Computer

Christine Keller geht voran und simuliert den Ernstfall im Flexible Office.
Angenommen, sie beträte ungeplant das Haus und suchte einen Schreibtisch. Sie
wendet sich an eins dieser dunkellilaSun-blau«) gestrichenen
Ratgeber-Terminals und meldet sich mit ihrer Smart Card an. Der Computer zeigt
ihr den Grundriss des Gebäudes mit den momentan freien Arbeitsplätzen. Sie
könnte jetzt einen Platz reservieren und besetzen (sie hätte das auch von zu
Hause, vom Flughafen oder irgendeinem Internet-Café dieser Welt aus tun
können).

Die meisten Arbeitsplätze befinden sich hier in kleinen Großraumbüros mit bis zu
acht Schreibtischen. Frau Keller hat heute ausnahmsweise ein Einzelzimmer
gebucht. Zuvor hat sie in einer »Garage« ihren »Caddy« abgeholt, ein Wägelchen
mit Rädern, welches ihr Privatleben enthält und mit Ansichtskarten geschmückt
werden darf - sie hat eine Karte mit Traumstrand und eine mit einem Audi TT
aufgeklebt.

Das Einzelbüro (für sehr intensives Nachdenken, sehr lautes Telefonieren oder
vertrauliche Gespräche) ist schlicht möbliert: Schreibtisch, Bildschirm, Telefon,
Tisch, zwei Stühle, Poster »Matisse« an der Wand und Ficus benjamini vor dem
Fenster. Bescheidene Verhältnisse für eine Mitarbeiterin in Leitungsfunktion, doch
hier gilt: Wenn das Management nicht mit gutem Beispiel vorangeht, ist das
Flexible Office nicht durchzusetzen. Frau Keller klemmt ein Namensschild an die
Tür, klappt den Caddy auf und knipst den Rechner an. Der erkennt ihre Smart
Card und präsentiert ihr sogleich die persönliche Bildschirmoberfläche der letzten
Session. Erst jetzt sagt sie: »Das ist mein Büro

Das Flexible Office ist der praktische Anwendungsfall der Sun-Technologie auf eine
Büroorganisation. Der Ernstfall für die schnellen Maschinen und das Know-how,
wie man diese Maschinen zur Kooperation mit anderen Computern, internen
Netzen und dem Internet veranlasst. Heimstetten ist zum größten hiesigen
Referenzprojekt des Computerbauers geworden. Neugierige und skeptische
Unternehmer gehen hier ein und aus wie in einem Musterhaus. Skepsis kommt
auf, wenn man an den Menschen als Gewohnheitstier denkt, der sich gern
einrichtet, der sich freut, wenn er seine Bedeutung durch die Größe des
Schreibtischs und die Anzahl der Fenster in seinem Büro belegen kann.
Andererseits spart Flexible Office bis zu 30 Prozent Bürofläche, also Geld. Man
braucht weniger Schreibtische, indem man sie sozialisiert und auf die
anwesenden Mitarbeiter verteilt. Und man braucht im papierlosen Büro weniger
Aktenschränke, weniger Platz für Papierarchive und Ablagen.



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