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»Gesellschaft? - Das ist doch die Vorstufe zu wahrer Meisterschaft!«
Das ist die Antwort, die man zwangsläufig erhält, wenn man nach »Gesellschaft« fragt. Doch welche geheimnissvollen Kräfte stehen hinter dieser Einrichtung, dass sie selbst ihre schärfsten Kritiker, die Betroffenen, hartnäckig verteidigen, wenn man sie danach frägt (»Und Sie sind also?« - »Geselle, dat ist ein Sch...« - »Achso, nur Gessel'.« - Die Reaktionen sind bekannt)?
Die Gesellschaft wurde ursprünglich im Jahre 1962 eingeführt, als Vorlage dienten die »feinen Gesellschaften« vergangener Jahrhunderte - Alles sehr zeitgemäss gekleidete Leute, alle sehr auf Auszeichnung der Würde ihres Standes, des Handwerks, bedachte - und stand fast sofort unter Kritik.
In der Zeit danach (aka Jetzt) lassen sich 3 Strömungen der Kritik ausmachen:
1. Mainstream. Schwimmt selten gegen den Strom, sondern äussert seine existenziellen Bedürfnise und Kritik oft in subtielen Tractaten, sentimentaler (aber, wie sie festhalten wollen, niemals kitschiger) Lyrik (naja, nicht kitschig, wer's glaubt...) und Musik von epochenmachender Schönheit. Dient als kritische Öffentlichkeit und Resonanzkörper mitdenkenden Konsumverhaltens und hält damit das allgemeine Niveau von Kunst und Unterhaltung hoch.
Trotzdem, oder grade deswegen (siehe: Neid) steht der Mainstream oft selbst unter Kritik.
Er sei, so seine Gegner, ein Hord der seichten Unterhaltung und erzeuge durch seinen Einfluss auf die Massenmedien eine selbstbezügliche Pseudowirklichkeit. Tja, um das hohe Niveau der Kulturerzeugnise des Mainstreams verstehen zu können, braucht es schon einiges an Einarbeitung. Klar, dass der Frust da gross wird...
2. Systemanalytischer hypothetischer Psychodadaismus. Die haben eigentlich nichts zu kritisieren, haben sie doch von den Geselen den größten Vorteil. Ohne Jemanden, der als Gegenstand zu analyse und psychose gereicht, so die Worte von Theodor Dadapsycholis, den berühmten Denker, wäre der Kritik alle grundlage und Theorie entzogen.
Der systemanalytische hypothetische Psychodadaismus vertritt, im krassen Gegensatz zum Mainstream, die Meinung, dass ein wahrer Gesellschafter schon ein profundes Wissen in altgriechischer Hühnerzucht, der ontologischen Thesen von Michael Steinhund und - mindestens - der Musik der Ureinwohner von Guienia mitbringen sollte. Daher hält er nichts vom Mainstream, mit seiner verführerischen Leichtigkeit und seinen leer Phrasen.
3. Technomatische Schwersteinhauer. Schwersteinhauer bevorzugen in der bildenen Kunst harte Bässe und total fetzige Gitarrensolos, und nicht nur dort. Auch ein genehmener Gesellschafter muss diese beiden Befähigungen mitbringen, um ihren hohen Ansprüchen zu genügen. Auch gegen die Idee von »Gesellschaft an sich«, wenden sie sich mit dem Verweis auf »Gesellschaften für sich«.
Tja, das nur als grober Überblick. :-)
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