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Nach dem Tod seines Vaters, den er, wie so viele andere Dinge im Leben, relativ gleichgültig hinnimmt, entscheidet sich Michel, ein unbedeutender Beamter im französischen Kulturministerium, eine Auszeit in Form eines Thailand-Urlaubs zu nehmen. Auf dieser Reise, die er weniger der Erkundung des Landeskultur als vielmehr dem Besuch von Massagesalons und ähnlichem widmet, lernt er Valerie kennen, die selbst im Tourismusbereich arbeitet und mit der er von diesem Moment an die einzig wirklich glückliche Zeit seines Lebens verbringen darf.
Später kommen beide auf die Idee, die Tourismusindustrie dahingehend zu revolutionieren, dass die allseits geschmähte weltweite sexuelle Ausbeutung nicht mehr hinter vorgehaltener Hand geschieht, sondern stattdessen mehr Seriosität gewinnt und aus der Schmuddelecke verschwindet. Zunächst sieht die Umsetzung dieser Idee auch nach einem großen wirtschaftlichen Erfolg aus...
Houellebecq's Bücher eignen sich sicherlich nicht für Jedermann. Wie gewohnt hält er sich auch hier nicht mit seinem vernichtenden Pessimismus zurück, ebenso sollte man sich als Leser nicht davon ablenken lassen, dass eine Porno-Szene der anderen folgt, dazwischen noch mehr oder weniger verdeckter, unkommentierter Rassismus erkennbar wird, vor allem eine sehr islam-feindliche Einstellung, und der weltweite Sex-Tourismus nicht wie sonst üblich verteufelt sondern als für beide Seiten notwenig dargestellt wird.
Mit anderen Worten: wer etwas politisch Korrektes und Jugendfreies lesen will, ist bei Houellebecq absolut verkehrt.
Allen anderen wird früher oder später klar, dass die Konzentration auf all die Oberflächlichkeiten doch nur dazu dient, eine zutiefst menschliche Aussage zu treffen. Es geht letztendlich um nichts anderes als um existentielle Themen wie Einsamkeit und Glück, lediglich verpackt in einer radikaleren Form.
Etwas gewöhnungsbedürftig könnten die seitenlangen Ausführungen in die Welt der Tourismusbranche sein, die aber dem Verständnis der Zusammenhänge dienen und daher auch nicht langweilig erscheinen.
Dass es auch in diesem Buch kein Happy End gibt, überrascht keinesfalls. Das Weltbild, das der Autor vermittelt, kann nur in Sinnlosigkeit oder im Tod enden. In der Hinsicht ist Houellebcq einer der wenigen verbliebenen Realisten.
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