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Saivatore Quasimo(lo (geh. 1901)
MENSCH MEINER ZEIT
Du bist noch der gleiche wie einst mit Stein und mit Schleuder; Mensch meiner Zeit. Du warst im Rumpfe der Vögel mit tückischen Schwingen, den Meridianen des Todes, - ich hab dich gesehen - im Flammenwagen, am Galgen, Deine Wissenschaft, die exakte, wollte vernichten an Folterrädern. Ich hab dich gesehen. Du warst es. ohne Liebe und Christus. Wieder hast du getötet, wie stets, wie die Väter, wenn sie die Tiere getötet, die Tiere, als sie zum ersten Male dich sahen.
Und dieses Blut dünstet noch heute wie an dem Tage, als der Bruder zum anderen Bruder sagte: »Gehn wir hinaus aufs Feld!« Und dies Echo, kalt und beharrlich, erreichte auch dich, drang ein in dein Tagwerk.
Vergeßt doch, o Söhne, diese Wolken des Blutes, sie stiegen auf von der Erde, vergeßt eure Väter: ihre Gräber versinken im Staub, in der Asche, ihre Herzen verhallen die schwarzen Vögel, der Wind.
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saivatore Quasirnodo
FARBE VON REGEN UND EISEN
Tod, Schweigen, Einsamkeit hast du gesagt;
so wie Liebe, Leben. Worte
für unsere vorläufigen Bilder.
h der Wind jeden morgen,
Und leicht hob sic
und das regen- und eisenfarbene Wetter
ging über die Steine hin,
über unser dumpf,es summen Verfluchter.
Noch ist die Wah heit fern.
Sag mir, Mensch, auf dem Kreuz zerschlagen,
und du it den blutdicken Händen, wie kann ich den Fragenden antworten? Aber jetzt: ehe wieder schweigen
in die Augen tritt, anderer Wind r Rost blüht. aufkommt und neue
C,rl Emil Engtund (1903-1961)
SCHILFSÄNGER UND GENERAL
störe die Morgendämmerung nicht! Gehüllt in einen heilen Mantel gleitet sie aus ihrem Lager,
beugt sich und schaut über die Berge.
Kein General der Welt
Kann sich auf sein, Orden stützen
und befehlen:
,Stillgestanden" oder sonst was. erhalb
Generäle haben keine Macht auß
der Menschen, Zusammenhang.
sie bedeuten so wenig im großen
Kein vernünftiger Schilfsänger dieser Welt hört auf ihr Gerede pielen.
oder mag mit ihrem Spielzeug s
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