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Soweit mir bekannt, wurde die Science-Fiction anfangs nicht ernst genommen als Literaturform und wird bis heute augenrollend wahrgenommen. Dies hatte, soweit ich sehen kann, drei Gründe:
1.)
Man sah Science-Fiction als etwas irreales und ordnete es deshalb in die selbe Kategorie wie Märchen. Es wurde von einem Erwachsenen erwartet, dass er sich nicht mehr mit Märchen befasst, sondern mit der »knallharten Wirklichkeit«.
Dabei wurde ihn verziehen, wenn er sich Krimis oder Spielfilme ansah. In der Regel sollte er sich aber mit realen Dingen befassen.
Interessanterweise wurden abei »Klassikern« Sonderrechte eingeräumt: Goethes Faust darf von so etwas wie Hexen, Teufelsbündlern, spätalchemistische Vorstellungen über Elemente usw. nur so wimmeln, Shakespeare darf Hamlets toten Vater auftreten lassen, Voltair ist berechtigt von gewaltigen Menschen zu schreiben.
Wieso? Weil diese als METAPHERN gelesen wurden. Der Leser sollte in der Lage sein, den metaphischen Gehalt zu abstrahieren anstatt, wie im Märchen, das Irreale als Teil der fiktiven Welt zu sehen.
2.)
Die frühe Science Fiction wurde assoziiert mit der UFO-Subkultur (Shaver Mystery aka Shaverism, im Verlag von Perry-Rhodan erschienen auch Werke zu Parapsychologie und dergleichen...), was teilweise nicht ganz fair war,weil viele Science-Fiction Autoren und Leser eigentlich eher ein »normales« oder gar materialistisch-naturwissenschaftliches Weltbild hatten.
Dennoch gab es zweifellos Überschneidungen.
3.)
Viel Science-Fiction war Trivialliteratur. Ein Vorwurf, den man zum Teil auch der Anime- und Mangeszene machen muss. Viel Melodrama, Abenteuerliteratur, teils Anspielungen erotischer oder sonstiger Natur.
Der Unterschied bleibt da bis heute.
Schreibt ein Fantasy-Autor eine Geschichte über Einhörner, so beschreibt er einfach eine irreale Welt, in der diese Geschöpfe existieren. Tut ein »ernsthafter« Autor das selbe, so sind diese Fabelwesen Metaphern für einen unerreichbaren Zustand, für unerfüllbare Sehnsüchte, jungfräuliche Reinheit etc.
Die Science-Fiction gilt bis heute unter Literaten als ein Ghetto, aus dem der Autor schwer entkommt, etwas, dass schon Philip K. Dick und Iain Banks erleben mussten.
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