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Die alte Fabrikhalle in Oberhausen roch nach einer Mischung aus kaltem Eisen und sehr billigem Popcorn, doch das war nicht das eigentlich Interessante an diesem Ort. Interessant war vielmehr der Mann, der dort in einer überdimensionalen, goldbestickten Weste stand, die ihm an den Schultern viel zu breit war. Er besaß die seltene Gabe, gleichzeitig sehr autoritär und vollkommen bedeutungslos auszusehen, was vor allem an seinem Hang lag, ständig an einem kleinen, silbernen Taschenuhr-Kettenring zu nesteln, als würde er damit ein geheimes Signal an eine nicht existierende Armee senden.
„Die Bescheidenen sind die wahren Stars“, murmelte der Direktor des Zirkus Zirkum, während er mit einem weichen Schritt über die staubigen Bretter der Manege glitt. Er betrachtete seine Truppe mit einer Wärme, die fast väterlich wirkte, obwohl er technisch gesehen eher der Verwalter eines kontrollierten Chaos war. In seinem Kopf sortierte er die Clowns nach ihrer Fähigkeit, sich selbst nicht ernst zu nehmen. Es war ein präzises System der Zuneigung; er liebte sie alle, doch diejenigen, die ihre eigene Unbeholfenheit als Kunstform begriffen hatten, genossen eine besondere Vorzugbehandlung bei der Zuteilung der Garderoben.
In diesem Moment trat Noli in den Ring, dessen bloße Anwesenheit die Luft mit einer Art elektrischer Heiterkeit aufladte. Noli war keine gewöhnliche Witzfigur; er besaß eine Art überirdische Leichtigkeit, die die Zuschauer oft dazu brachte, zu vergessen, dass sie in einer leicht heruntergekommenen Halle im Ruhrgebiet saßen. Er bewegte sich nicht wie ein Mensch, sondern wie eine perfekt choreografierte Pointe, die darauf wartete, gelöst zu werden. Der Direktor beobachtete ihn und spürte einen vertrauten Stich im Herzen, eine Mischung aus Bewunderung und der quälenden Gewissheit, dass Noli ihn in einer ganz bestimmten, sehr spezifischen Weise abweisend fand.
Das Problem war nicht die Abweisung an sich, sondern der Zeitpunkt ihrer Offenbarung. Nolis Vater, ein Mann von stoischer Ruhe und einer Vorliebe für sehr große Hüte, hatte dem Direktor am Dreikönigstag – eigentlich ein Tag der Bescherung und der guten Nachrichten – mit einer beiläufigen Geste mitgeteilt, dass sein Sohn den Direktor für ein „reizendes, aber tragisches Missverständnis eines Menschen“ hielte. Der Direktor hatte dies mit einem Lächeln quittiert, während er innerlich versuchte, die Logik hinter dieser Einschätzung zu analysieren.
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