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tullipan schrieb am 22.10. 2007 um 17:45:50 Uhr über

leberwurstbeleidigung

Mjam, jetzt mag ich Leberwurst. Ich gehe zum Kühlschrank, mache ihn auf. Ganz oben, gleich unter dem Gefrierfach thront sie, die Leberwurst. Den besten Platz habe ich ihr gegeben, damit sie lange frisch bleibt, schön gekühlt.
Leberwurst, seit ich sie kenne in unverändertem Design, zum unverändert günstigen Preis, unvergleichlich gschmackig. Praktisch, einfach, Leberwurst. Ja, jetzt.
In der einen Hand habe ich schon Brot und Streichmesser bereit, mit der anderen Hand lange ich nach der Leberwurst.
Plötzlich ein Schrei, ich zucke zurück. Es ist die Leberwurst, die schreit.
Nein, rühr mich nicht an! Laß mich!
Aber, was ist denn, sage ich erschrocken. Ich habe Hunger, ich mag dich essen.
Aber mich ißt du sicher nicht! Faß mich nicht an! Laß mich in Ruhe!
Was ist mit der Leberwurst. Ich weiß nicht, was ich getan haben könnte.
Außerdem habe ich Hunger.
Was ist mit dir? frage ich die Leberwurst.
Du magst mich nicht, sagst sie.
Doch.
Nein.
Doch, ich mag dich.
Nein, du magst mich nicht wirklich.
Doch, du bist sogar meine Lieblingswurst.
Das sagst du nur so.
Das meine ich auch so, wie ich es dir gesagt habe, liebe Leberwurst.
Liebe Leberwurst, Du Lügner. Ich lasse mich nicht mehr länger von dir verarschen und essen!
Wenn ich wirklich deine liebe Leberwurst wäre, müßte ich nicht da liegen zusammen mit Gurken, Mozarellakäse, Aufschnittwurst und Zwiebeln! Ausgerechnet Zwiebeln.
Aber, mache ich einen erneuten Versuch, du bist meine liebe Leberwurst.Du hast den besten Platz im Kühlschrank sogar. Aber von dir alleine kann ich nicht leben. Spiel doch nicht die beleidigte Leberwurst. Darf ich dich jetzt essen?
Nein, sagt die Leberwurst. Was du mir antust, ist niederträchtig, gemein. Rühr mich nie wieder an. Ich will mit dir nichts mehr zu tun haben.
Nun gut, entgegne ich resigniert, wenn du es dir anders überlegt hast, laß es mich wissen.
Mit einem bedauernden Blick streife ich die Leberwurst und nehme mir Käse und Aufschnitt und Butter.
So gerne hätte ich jetzt Leberwurst gehabt. Aber wenn sie nicht will.
Die nächsten Tage schaue ich noch nach der Leberwurst. Sie ist still und beleidigt. Nach zwei Wochen beginnt sie in sich zusammenzuschrumpfen und die Ränder werden dunkelbraun. Ich denke mit Bedauern an die Leberwurst und esse Käse und Tomaten mit Butter und Brot.
Noch zwei Wochen und die Leberwurst ist ganz und gar unansehlich und ungenießbar geworden.
Ich nehme sie aus dem Kühlschrank raus und werde sie in die Biotonne. Sollen sie die Hunde oder Ratten finden. Schade, ich hätte sie so gerne gegessen und nicht vergammeln lassen. Du dumme, beleidigte Leberwurst, schimpfe ich in Gedanken. Das hast du jetzt davon. Ich gehe zum Supermarkt. Mit der nächsten Leberwurst wird hoffentlich alles besser.


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