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Karl Marx schrieb am 19.1. 2006 um 04:03:56 Uhr über

wahrheit

Hier stehen Wahrheit und Lüge gegenüber, der Wahrheitsbegriff ist in gewisser Weise subjektiv; vgl. Subjektivismus. Es geht darum, was eine bestimmte Person für sich als Wahrheit hält, darum, worüber sie Gewissheit besitzt. Eine subjektive Beobachtung kann auch falsch sein. So ist der Satz von Detlef: „Ich habe Peter gesehensubjektiv für Detlef unter Umständen wahr, Detlef hält ihn für wahr, obwohl es Hans, der bis dahin unbekannte Zwillingsbruder war, den er gesehen hatte.

Mithilfe eines Lügendetektors kann man heute in gewissem Maße feststellen, wann ein Mensch lügt. Dabei geht man davon aus, dass die Lüge einen Menschen so unter Stress setzt, dass sein Herzschlag steigt und sich auf seiner Haut Schweiß bildet. Ein hundertprozentiger Beweis ist das nicht, denn ein Mensch kann sich auch aus anderen Gründen in einer Situation aufregen, in der er befragt wird. Anderseits setzt das Lügen manche Leute nicht messbar unter Stress.

Die Verhaltenspsychologie hat zahlreiche Mutmaßungen darüber entwickelt, wie man bei einem Gesprächspartner erkennen kann, ob man angelogen wird. Für die Unwahrheit sprechen geweitete Pupillen, Handbewegungen in Richtung Gesicht, vor allem in Richtung Mund und allgemeine Nervosität. Außerdem verändert sich beim Lügen die Stimme. Die Stimmbänder spannen sich an, die Stimme wird höher und gepresster. Auch das kann man mit Apparaten messen. Doch auch hier gilt, dass ein Mensch aus anderen Gründen nervös wirken mag, oder dass jemand ein so routinierter Lügner ist, dass man ihm nichts anhört oder anmerkt.

Offensichtlich ist es dem Menschen ein dringendes Bedürfnis, die Wahrheit von der Lüge unterscheiden zu können. Und offensichtlich ist die Lösung des Problems noch nicht gefunden. Die meisten Gesellschaften sanktionieren darum die Lüge. Kinder werden meist hart bestraft, wenn sie nicht die Wahrheit sagen. Aus dieser Furcht vor Strafe bei der Lüge mag auch herrühren, dass Menschen für Lügendetektoren taugen, die Stressreaktionen messen.

Die Empfindungen von Wahrheit, zum Beispiel im zwischenmenschlichen Bereich oder bei der Selbstreflexion sind vielschichtig und individuell geprägt: Wahre Begegnung zwischen Menschen, offener Umgang miteinander, echte Selbstoffenbarung führen vielleicht zu dem, was der Schweizer Theologe Emil Brunner einmal mitWahrheit als Begegnung“ formuliert hat.





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