Der-amerikanische-Traum
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Amerikanische Landschaft
Am Grand Canyon
lernt man zuerst,
dass Entfernungen lügen.
Der Rand
sieht aus,
als könnte man
hinüberrufen.
Die Antwort
käme Jahre später.
Der Mann
am Aussichtspunkt
verkauft Wasser
für sieben Dollar.
Er sagt:
American Dream.
Als wäre Durst
eine Staatsform.
Du fotografierst
die Schlucht.
Ich fotografiere
dich
beim Fotografieren.
Später
werden beide Bilder
behaupten,
sie hätten
die Wahrheit gesehen.
Es heißt,
der Canyon
sei vom Wasser
geschrieben worden.
Langsam.
Gegen jeden Widerstand.
Vielleicht
sind Menschen
nur Landschaften,
durch die
immer derselbe Satz
fließt.
Du fragst,
ob ich glücklich bin.
Ich sehe
nach unten.
Dort liegt
eine Million Jahre
offen.
Kein Echo
antwortet.
Nur Touristen,
die ihre Namen
über das Geländer
werfen,
als könnte
ein Kontinent
sie behalten.
Am Abend
leuchtet Las Vegas
am Horizont
wie eine Verheißung,
die vergessen hat,
wofür sie einmal
versprochen wurde.
Der amerikanische Traum
hat überall
Notausgänge.
Man erkennt sie
an den Flaggen.
Im Motel
läuft der Fernseher
ohne Ton.
Ein Mann
mit perfekten Zähnen
verkauft Zukunft
in Monatsraten.
Draußen
schiebt der Wind
roten Staub
gegen die Tür,
als wolle
die Wüste
herein.
Du sagst:
Vielleicht
müssen Menschen
an einen Abgrund fahren,
um zu merken,
dass sie
gar nicht
springen wollten.
Ich nicke.
Nicht,
weil ich zustimme.
Sondern,
weil manche Wahrheiten
nur weiterreden,
wenn niemand
ihnen widerspricht.
Am nächsten Morgen
stehen wir wieder
am Rand.
Unter uns
Stein.
Über uns
ein Himmel,
der aussieht,
als hätte ihn
jemand neu gestrichen.
Du fragst,
ob ich
an den amerikanischen Traum
glaube.
Ich sage:
Vielleicht.
Aber nur,
wenn Träume
nicht dafür da sind,
in Erfüllung zu gehen,
sondern
um herauszufinden,
wer man wird,
nachdem sie
zerbrochen sind.