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Kaspar von Dingsda schrieb am 29.3. 2025 um 11:45:27 Uhr über

Deutsche-Mode

Deutschland zieht sich anund zwar gegenseitig runter



Die Deutschen lieben Mode.
Also: nicht Mode im Sinne von Schönheit, Spiel oder Sinnlichkeit.
Sondern Mode als Überzeugung mit Ärmeln.
Was man trägt, sagt alles
nur leider nie: Ich hab Freude am Leben.



Oberschicht: „Ich lese nur Dioraber aus Überzeugung

In den sanierten Altbauküchen zwischen Berlin und München lebt der modische Feingeist.
Man trägt Kunsthandwerk, das aussieht wie Altkleider.
Grau in grau in Aschrose mit Konzept.

Hosen, so weit wie der eigene moralische Horizont.
Pullover, die aussehen wie 1982aber für 490 Euro, weilregional gestrickt“.
Und Schuhe? Irgendwas Unauffälliges mit Geschichte.

Das Gesicht dazu: ausdruckslos, aber sehr sicher, dass du das Konzept nicht verstehst.



Mittelschicht: „Wenns nicht passt, ists halt modern

Hier regiert der Gedanke:
Hauptsache es ist praktisch.
Man trägt Funktionsjacken – auch ohne Funktion.
Sneaker, die aussehen wie Orthopädiebedarf.
Jeans mit Stretch bis Bangladesch.

Die Farben?
Gedeckt.
Nicht aus Stil, sondern aus Angst.
Was auffällt, macht verdächtig.

Und wenns dann doch ein bisschen individuell sein soll,
dann ein Printshirt mit Ironie.
Oder was die Tochter bei Instagram gesehen hatletztes Jahr.



Unterschicht: „Wenn schon falsch, dann wenigstens mit Glitzer

Hier wird Mode noch gefühlt.
Leider fühlt es sich meistens an wie eine Karaoke-Party in einem Sonnenstudio.

Glänzende Jogginghosen, bauchfreie Tops mit Goldschrift,
Jacken mit Fellrand, egal bei welchem Wetter.
Und Schuhe, die bei jedem Schritt fragen: „Willst du mich oder willst du mit mir boxen?“

Es ist alles da: Farbe, Mut, Kreativität.
Aber auch alles schief.
Ein visuelles Schlagzeugsolo. Nur halt in Neonpink.



Senioren: „Ich hab das schon getragen, da warst du noch ein Gedanke

Die Generation 60+ kleidet sich nicht.
Sie ruht im Stoff.

Blazer mit Schulterpolstern, die einen ganzen Herbst tragen.
Kleider, die zum dritten Mal in Serie in der MDR-Hitparade aufgetreten sind.
Und Pastellfarben, weil: warum nicht wie ein Rührkuchen aussehen?

Schuhe: bequem.
Alles andere: auch.

Man lebt nach dem Prinzip: „Es muss nicht schön sein. Es muss nach mir aussehen.“
Und das tut es.
Brutal ehrlich.



Deutschland, zieh dich endlich um.

Was dieses Land braucht, ist keine neue Jacke.
Sondern ein neuer Blick.

Auf Stil.
Auf Mut.
Auf Lust.

Denn solange wir alle aussehen wie die Fußnote eines gesellschaftskritischen Essays,
wird niemand je sagen:
Wow. Das will ich auch tragen.“



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