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eisbär schrieb am 13.4. 2005 um 01:52:37 Uhr über

Jesus

für die gläubigen trost, sicherheit und sinnfindung.

eine welt, in der die menschliche würde tatsächlich geachtet wird, brächte uns sehr nahe an einen zustand, der als himmlisch bezeichnet werden kann.

der aufwand, der betrieben werden musste, um das christentum am leben zu erhalten, war (zu) hoch. einerseits sich für soziale werte einzusetzen (aber meist so, dass sich der erfolg in grenzen hält), andererseits die »prozesskosten« zu übernehmen: unterdrückung und folter, schwindelerregende plädoyers; immer wieder akrobatische denkübungen. ich kann mir nicht vorstellen, dass das zum beispiel bei den bischöfen, kardinälen und päpsten keine spuren hinterlässt. das muss sie doch innerlich zerreißen. das nimmt doch die kraft zur gestaltung dieser welt. wer kann radikal über die realen probleme nachdenken, wer sich gleichzeitig mit glaubensrettungsakrobatik beschäftigen muss?

die regelkreise, die sich historisch entwickelt haben, die auch etwas mit unserer biologischen entwicklung zu tun haben, sind zu verändern.

menschen brauchen anerkennung, entfaltungsmöglichkeiten, gerechtigkeit, würde. technisch-wissenschaftlich wäre das meiste vorhanden, schon jetzt.

es hat sie immer gegeben, menschen zu denen man aufsehen kann, liebende, großzügige, ernste und heitere heilige.

die sehnsüchte sind ernst zu nehmen (die es zum beispiel in den religionen gibt). wir brauchen einen sanften ausstieg aus dem zeitalter märchenhafter religionen und dem zeitalter der dummheit, der vergeudung und der rücksichtslosigkeit.

was michael bakunin in »gott und der staat« gesagt hat, die stabilisierung von macht und ohnmacht durch die religion, da ist wenig hinzuzufügen.

»kriminalgeschichte des christentums« von karlheinz daschner (eine ganze serie): abermillionen von opfern hat es gegeben (wird mir erzählt).

es gibt eine idee von jesus, bei der das annehmen, die liebe und der schutz eine große rolle spielen. die sehnsucht nach solchen personen ist zu respektieren. es gibt sie auch. die ideologie, die im neuen testament wiederzufinden ist, enthält aber auch viele drohungen, viel angstmache und sehr viel jesus-zentrismus. sind diese aussprüche nicht von jesus (gleichnis vom mühlstein, drohungen mit dem höllenfeuer)? ist mir schon klar, dass jesus mit den maßstäben der zeit zu messen ist. bei anderen heiligen im weitesten sinne (laotse, buddha, schweitzer, gandhi) gibt es aber weniger gewalt (oder gar keine).


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