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Rüdi Bülzenheimer schrieb am 28.2. 2026 um 00:00:35 Uhr über

Tierquälerei

Hatte schon Ar. seine Einteilung der Tiere nirgends klar dargestellt, so wird man bei P. eine Einsicht in sie vergebens suchen: ,P. hatte kein System. Er konnte gar kein System haben‘ (Steier Ar. u. P. 4). Schon die_Haupteinteilung ist äußerlich: VIII behandelt die Land-, IX die Wassertiere, X die Vögel, XI 1120 die Insekten. Das entspricht ungefähr den γένη μέγιστα des Ar. (Steier 10), aber unter den Säugetieren in VIII erscheinen auch Schlangen (35f. 8587), und einige Säugetiere wie die Walfische sind nach IX verbannt; anderseits umfaßt VIII auch Schnecken und Eidechsen (139–141). Auch innerhalb dieser Haupteinteilung darf man nicht zuviel Systematik erwarten. P. neigt dazu, große Tiere voranzustellen; so in VIII den Elefanten, in IX die beluae, in X Strauß und Adler, ohne daß daraus ein Prinzip gemacht wäre. Nicht nur ist ihm jede sich darbietende Assoziation willkommen, um die Disposition danach einzurichten, sondern er fügt auch Exkurse in unorganischer Weise ein. So steht am Schluß von VIII eine Erörterung über das Fehlen gewisser Tiere in gewissen Landstrichen und über Schonung, sei es der Einheimischen, sei es der Fremden, durch schädliche Tiere. Beliebt sind überall Exkurse, die auf römische Dinge eingehen, auch wenn sie mit der wissenschaftlichen Zoologie nichts zu tun haben; so IX 168–174 über das Eindringen des Luxus in Rom (Austernzucht u. dgl.) aus Fenestella (vgl. X 139–142). Am Schluß von X steht im Anschluß an eine Notiz über Windeier (166. Dahinter Küchenrezepte 167!) ein physiologischer Abschnitt über Fortpflanzung und Sinneswahrnehmung der Tiere, woran sich weitere Notizen schließen: der richtige Platz dafür wäre die zweite Hälfte von XI gewesen. Aber bewußt oder unbewußt wirkt hier das Prinzip der Variatio, der Vermeidung des trockenen Tones um jeden Preis. Vgl. XI 4 quaeso ne legentes, quoniam ex his spernunt multa, etiam relata fastidio damnent, cum in contemplatione naturae nihil possit videri supervacuum. Doch soll nicht verschwiegen werden, daß an einzelnen Stellen ein Fortschritt über Ar. hinaus zu erkennen ist. So ist XI 228 die Einteilung der Reptilien nach der Hautbedeckung genauer als die des Ar. (Steier [310] 23). IX 146 findet sich die Erkenntnis, daß es zwischen Pflanze und Tier in der Mitte stehende Lebewesen gebe, worin man kaum eine ,eigene, selbständige Meinungdes P. sehen darf (Steier 38). XI 226 steht eine berechtigte Polemik gegen Ar.’ Meinung, daß die größere oder geringere Intelligenz von der weicheren oder härteren Beschaffenheit der Haut abhänge (Steier 119). Es wird sich in solchen Fällen meist um Korrekturen handeln, die schon der alte Peripatos vorgenommen hatte; seltener um solche, die späteren Beobachtungen zu verdanken sind. Wenn XI 163 die Giftzähne der Schlangen gut beschrieben sind, so verdankt P. das indirekt dem Nikander; auch die tiergeographischen Bemerkungen können zum Teil aus späterer Zeit stammen (Steier 138).


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