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DaDa schrieb am 14.5. 2008 um 10:37:35 Uhr über

vorbereiten


Schnitzeln, hacken, schmoren, braten - im Fernsehen wird gekocht, was das Zeug hält

In den 1950er-Jahren tauchten die ersten Fernsehköche auf dem Bildschirm auf. Zu den Pionieren gehört Clemens Wilmenrod. Mit »Verehrte Feinschmeckergemeinde« begrüßte er jeden Freitagabend seine Zuschauer. In der 15-minütigen Sendung gab der gelernte Schauspieler und Hobbykoch Anregungen zu kreativem Kochen, wobei er besonderen Einfallsreichtum bei der Bezeichnung der Gerichte bewies: Aus einem Schnitzel wurde ein »Venezianischer Weihnachtsschmaus« und die Boulette hat er zum »Arabischen Reiterfleisch« aufgewertet. Auch ohne kulinarische Höhenflüge liebten ihn die westdeutschen Hausfrauen - die Sendung war ein Straßenfeger und wenn Wilmenrod ein Kabeljaurezept vorstellte, war Kabeljau für die nächsten Tage in den Geschäften ausverkauft.

Der Fernsehkoch empfiehlt...Soljanka!
Ähnlichen Kultstatus wie Clemens Wilmenrod in der BRD erreichte Kurt Drummer im DDR-Fernsehen. In seiner Sendung »Der Fernsehkoch empfiehlt ...« stellte er vor allem einfache Rezepte vor, deren Zutaten dem aktuellen Warenangebot der DDR entsprachen. Aber auch Gerichte aus den »sozialistischen Bruderländern« hielten Einzug in seine Fernsehküche: Letscho, Soljanka oder Armenisches Schaschlik verliehen der ostdeutschen Küche einen Hauch von Weltläufigkeit.
Ich hab da mal was vorbereitet

Jene Fernsehköche haben ein Stück Fernsehgeschichte geschrieben. Wie auch Max Inzinger, der in den siebziger Jahren zu den populärsten seiner Zunft gehörte. Er war einer der ersten Profis am TV-Kochherd - vielleicht hat er sich deshalb in seiner Sendung das Kochen erspart. Der gern zitierte Satz »Ich hab da mal was vorbereitet« stammt von ihm.
Inzwischen wird nicht mehr nur mit den Töpfen geklappert und zum Schluss ein perfektes Gericht aus dem Ofen gezaubert. Die Stars der medialen Gourmet-Szene kämpfen heute gegen Fertigkost, faden Einheitsbrei und andere kulinarische Verbrechen. Und es geht nicht mehr nur ums Essen, sondern vor allem um Unterhaltung, weshalb in fast allen Sendungen gerne und viel geplaudert wird.

Unterhaltung statt Rezepte
Doch Kochsendung ist nicht gleich Kochsendung. Da gibt es den jugendlichen Spontikoch, der in der Verkörperung von Jamie Oliver oder Tim Mälzer mit unkonventionellen Methoden und flotten Sprüchen besonders das junge Publikum an die Töpfe lockt. In den Kochshows mit Talk-Charakter und prominenten Gästen, wie etwa bei Alfredissimo, rückt das Essen nicht selten in den Hintergrund, und dass hier gerade etwas auf dem Herd köchelt, wird erst wieder deutlich, wenn Alfred Biolek mit seiner berühmten »Mmmh«-Skala das Gericht des Prominenten bewertet. Eines jedoch haben alle diese Sendungen gemeinsam: Sie wollen dem Zuschauer im heimischen Wohnzimmer zeigen - kochen kann jeder und kochen macht Spaß.

Text: Vivien Sommer, Berliner Zeitung, 13.01.2007


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