Helga
Bewertung: 15 Punkt(e)Mit diesen Augen, die Helga ihm ausgesucht hatte, war Henry geradezu zu neuem Leben erwacht.
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| Der erste Text | am 28.9. 2002 um 19:50:31 Uhr schrieb der, dem Marcia alles verraten hat, über Helga |
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am 12.2. 2003 um 09:59:05 Uhr schrieb
am 8.4. 2015 um 19:11:43 Uhr schrieb
am 8.4. 2015 um 19:22:05 Uhr schrieb |
Mit diesen Augen, die Helga ihm ausgesucht hatte, war Henry geradezu zu neuem Leben erwacht.
Mit feinstem Leinöl und wundervoll rosenfarbenem Inkarnat arbeitete Helga. Schließlich sah ihr Mann Henry gesund, ja blendend vital aus.
Für Henrys intime Teile nahm Helga nicht Polyester-Watte, sondern Kapok. Fünf Jahre hatten sie nichts miteinander gehabt. Man kann Polyester-Watte noch so prall stopfen, Kapok ist einfach fester.
Helga fand über eine Kleinanzeige einen besonders leichten Klappstuhl.
Jetzt konnt sie Henry überallhin mitnehmen!
Gern fuhr sie zum Apollo Plaza Outlet Center in Monticello, New York. Bevor sie Henry aus dem Auto holte und auf den Klappstuhl an die frische Luft brachte, setzte sie ihm eine dunkle Hornbrille auf.
So konnte es nicht auffallen, daß sich an Henrys Augen nie ein Lid bewegte.
Henry bekam von Helga ein Herz aus rotem Satin, „Helga Mistlebeck“ war in zierlichen Stichen darauf gestickt. Mit Sorgfalt verbarg sie es in seiner Brust.
Den ganzen Sommer lang saß Helga auf der Veranda im Schaukelstuhl und cremte Henrys Haut mit Nivea ein. Wie sie das glücklich machte! Sie verbrauchte auch Henrys ganze Cold - Cream. Für die zarten Teile war Elizabeth Ardens Estragon-Aufbau-Creme das beste.
Wie jeder andere auch, zahlte Henry pünktlich die Steuern - bis an sein Lebensende. Dann erledigte das Helga.
Man kann auch sagen: wer Steuern zahlt, lebt.
Helga hatte immer Sinn fürs Praktische gehabt. Als sich dieser Wandel in der Beziehung zu ihrem Mann anbahnte - da erst recht.
Von ihrem Vater hatte sie ein Messer geerbt, mit den Zwillings-Bübchen auf der Klinge als Markenzeichen.
Eine Sache war wirklich heikel: die schönen Knochen nicht zu beschädigen.
Endlich Flitterwochen!
Helga saß am Steuer des wunderbar gepflegten alten Mercedes.
Henry lächelte, wie er immer lächelte.
So fuhren sie dahin!
Helga war glücklich und schwelgte in Erinnerungen.
Damals, die große Überraschung im Motel - Helga hatte sich für Henry, unter dem weiten Mantel nicht zu erraten, wie eine Krankenschwester angezogen!
Von der Erinnerung bewegt, berührte sie leicht seinen perfekt geformten Schenkel und schaute tief in Henrys etwas glasige Augen.
Hätte sie in diesem Moment nur auf die Straße geschaut!
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