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Konzeptkunst (engl. Conceptual Art) ist eine in den 1960er-Jahren durch den amerikanischen Künstler Sol LeWitt geprägte Bezeichnung für eine Kunstrichtung.
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Begriff
2 Künstler und Künstlerinnen
3 Musiker
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks
Begriff [Bearbeiten]
Ursprünglich aus dem Minimalismus kommend, steht Conceptual Art letztlich als Sammelbegriff für eine Weiterentwicklung der Tendenzen in der abstrakten Malerei und für unterschiedliche Kunstrichtungen wie Objektkunst oder Happening, die den Gedanken für die Bedeutung eines Kunstwerks als vorrangig erachten.
Mel Bochners erste Ausstellung im Jahr 1966 „Working Drawings and Other Visible Things on Paper Not Necessarily Meant to Be Viewed as Art“ in der Galerie der School of Visual Arts in New York gilt als erste Ausstellung der Konzeptkunst-Bewegung.
Die Ausführung des Kunstwerks ist von untergeordneter Bedeutung und muss nicht durch den Künstler selbst erfolgen. Im Vordergrund stehen Konzept und Idee, die für die künstlerische Arbeit als gleichwertig erachtet werden. An Stelle fertiger Bilder und Skulpturen treten in diesem Sinne Skizzen, Schriftstücke, Anleitungstexte oder unter Umständen Künstlerbücher, die eigene ästhetische Qualitäten entfalten auf. Eines der Ziele ist die »Entmaterialisierung« des Kunstwerks und die Einbeziehung des Betrachters. Gewohnte Sichtweisen, Begriffe und Zusammenhänge der Welt werden hinterfragt, neue Regeln erfunden. Es wird mit Kontexten, Bedeutungen und Assoziationen gearbeitet.
Theoretiker der Konzeptkunst sind Mel Bochner, Sol LeWitt, Art & Language, Joseph Kosuth und Victor Burgin. Ein künstlerisches Vorbild dieser Bewegung war Marcel Duchamp. Er grenzte seine Kunst von „retinaler Kunst“ ab, die überwiegend (beispielsweise effekthascherisch) auf das Auge einwirkt, statt als Vorstellung oder Verknüpfung von Bedeutung im Denken zu wirken. Dieser Ansatz lässt Konzeptkunst dem Laien oftmals elitär, spröde, und schwer zugänglich erscheinen. Manches Werk der Konzeptkunst erschließt sich erst durch die Auseinandersetzung mit dem Künstler und seinem Denken.
Künstler und Künstlerinnen [Bearbeiten]
Konzeptkünstler von A–Z
Vincenzo Agnetti
Ai Weiwei
Art & Language
Michael Asher
John Baldessari
Stefan Banz
Robert Barry
Joseph Beuys
Sebastian Bieniek
Mel Bochner
Cosima von Bonin
Ecke Bonk
George Brecht
Marcel Broodthaers
Stanley Brouwn
Daniel Buren
Victor Burgin
Eugenia Butler
Sophie Calle
Pier Paolo Calzolari
Paul Cotton
Hanne Darboven
Stefan Demary
Jan Dibbets
Marcel Duchamp
Maria Eichhorn
Pieter Engels
Miklós Erdély
Kurt Fleckenstein
Samuel J. Fleiner
Y. Fongi
Howard Fried
Hamish Fulton
Hubertus Gojowczyk
Dan Graham
Hans Haacke
Jenny Holzer
Douglas Huebler
Res Ingold
On Kawara
Peter Kees
Jonathon Keats
Joseph Kosuth
Michael Kress
Barbara Kruger
David Lamelas
Jean Le Gac
Jac Leirner
Sol LeWitt
Richard Long
Javier Marchán
Walter De Maria
Gordon Matta-Clark
Dieter Meier
Ana Mendieta
Orlando Mohorovic
Bruce Nauman
Roman Opalka
Robin Page
Nam June Paik
Vettor Pisani
Fabrizio Plessi
Dmitri Alexandrowitsch Prigow
Klaus Rinke
Allen Ruppersberg
Günter Sarée
Sarkis
Karl Schaper
Jean-Frédéric Schnyder
Santiago Sierra
Volker Steinbacher
Timm Ulrichs
Wolf Vostell
Peter Weibel
Valie Export
Lawrence Weiner
Roger Welch
Wilm Weppelmann
Rémy Zaugg
Markus Zürcher
Musiker [Bearbeiten]
John Cage
Siehe auch [Bearbeiten]
Bildende Kunst
Kunstbegriff
Ideenlehre
Literatur [Bearbeiten]
Gabriele Guercio (Hrsg.), Joseph Kosuth: Art After Philosophy and After. MIT Press, Cambridge 1991, ISBN 0-262-11157-8.
Sol LeWitt: Paragraphs on Conceptual Art. 1967.
Klaus Honnef: Concept Art. Phaidon, Köln 1971, ISBN 3-87635-035-2.
Lucy Lippard: (Hrsg.)Six Years. The Dematerialisation of the Art Object from 1966 to 1972. Praeger, New York 1973.
Thomas Dreher: Konzeptuelle Kunst in Amerika und England zwischen 1963 und 1976. Lang, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-631-43215-1 (Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität).
Gregory Battcock (Hrsg.): Idea Art. Dutton, New York 1973, ISBN 0-525-47344-0.
Ausstellungskatalog: documenta 5. Befragung der Realität – Bildwelten heute. Katalog (als Aktenordner) Band 1: (Material); Band 2: (Exponatliste); Kassel 1972
Documenta-Archiv (Hrsg.): Wiedervorlage d5. Eine Befragung des Archivs zur documenta 1972. Cantz, Ostfildern 2001, ISBN 3-7757-1121-X.
Christian Kellerer: Objet trouvé und Surrealismus. Rowohlt, Reinbek 1968.
Klaus Groh (Hrsg.): If I had a mind… Concept-art, project-art. DuMont, Köln 1971, ISBN 3-7701-0571-0.
Klaus Groh: Etc. Thesen, Slogans, Konzepte, Ideen. Maro, Gersthofen 1972, ISBN 3-87512-018-3 (Auflage 300 Exemplare).
Daniel Marzona, Uta Grosenick: Conceptual Art. Taschen, Köln 2005, ISBN 3-8228-2959-5.
Weblinks [Bearbeiten]
Elisabeth Schellekens: Eintrag in der Stanford Encyclopedia of Philosophy (englisch, inklusive Literaturangaben)Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2
Thomas Dreher - Intermedia Art: Konzeptuelle Kunst
Thomas Dreher - Konzeptuelle Kunst und Software Art: Notationen, Algorithmen und Codes
Werner Brück: Konzeptkunst, Konzeptionelle Kunst, Konzeptuelle Kunst. Saarbrücken, 2007
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Konzeptkunst“
Kategorie: Konzeptkunst
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