| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) |
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am 14.1. 1999 um 23:11:44 Uhr schrieb Alvar
über kunst |
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am 24.1. 2026 um 19:05:11 Uhr schrieb Rübezahl
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am 10.6. 2006 um 08:33:13 Uhr schrieb Philipp über kunst
am 6.7. 2002 um 17:30:31 Uhr schrieb kollektive botschaft über kunst
am 15.1. 2004 um 21:56:09 Uhr schrieb E256 über kunst
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Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Kunst«
mcnep schrieb am 24.1. 2005 um 11:28:27 Uhr zu
Bewertung: 8 Punkt(e)
In einem unserer großen Museen, eins von denen, wo ich beim Eintreten immer erst schaue, ob ich saubere Fingernägel habe, steht in einem großen Raum für sich unter nicht sehr heller Industriebeleuchtung eine große Maschine. Abgesehen davon, daß vielleicht ein paar Schalter und Hebel zuviel und ein paar andere zuwenig angebracht scheinen, könnte dieses industrieblau gestrichene Monster in jeder Fertigungsanlage der Welt stehen. Doch ihre Funktion ist schnell durchschaut: Direkt am Eingang des Raums ist ihr Anfang, er ähnelt einer Durchleuchtungsmaschine am Flughafen. Wird nun irgendein Gegenstand auf das Laufband gegeben, das pausenlos ins Innere der Maschine rouliert, so verschwindet der Gegenstand in der Maschine, um nach recht kurzer Zeit am anderen Ende wieder herauszukommen: Äußerlich unversehrt, ununterscheidbar vom Anfangszustand, aber er ist mit einer durchsichtigen dünnen Lackschicht überzogen, völlig luftdicht, undurchdringlich, eine Art Ganzkörperlamination. Man sollte meinen, daß gerade dieses so produktionsnüchterne Objekt auf die übliche laiengraue Ablehnung stoßen würde, so »Demnächst stell ich nen Mixer daneben und mach Milchshake-Objekte...«. Aber keine Rede von Anfeindungen, ganz im Gegenteil, die Maschine ist zur größten Attraktion des Museums geworden. Ganze Schulklassen kommen herein, geben irgendwelche Stofftiere, buntbemalte Briefe oder Spielfiguren hinein, eine alte Frau versiegelt den Pullover ihres verstorbenen Mannes, manche, die sich verstohlen vor dem Band umschauen, haben sicher eine Unterhose oder ähnliche Unaussprechlichkeiten hineingegeben. Nun werden viele vermutlich denken, daß ist so eine typischen Sozenkunstidee und in Wirklichkeit zeigen die Besucher, die da in langen Schlangen ihre Bücher, Platten, Löffel, Handschmeichler, Rauchpfeifchen, Stricknadeln und was weiß ich was alles hineingeben, dem Künstler eine lange Nase und freuen sich einfach über den kostenlosen Versiegelungsservice: Weit gefehlt, denn einmal durch den Artlaminator gelaufen, verwandeln sich die Objekte in Kunst und werden als solche im restlichen Raum teils gestapelt, teils präsentiert. Inzwischen ist schon ein zweiter Raum dazugekommen, das sieht aus wie lauter haitianische Voodooaltäre auf den Müllhalden von Lima, nur daß manche in Leder, die nächsten aus Krepppapier und andere aus Hanutabildchen sind. Die Sachen sind verloren für ihre Spender, aber gerade das scheint den Reiz auszumachen.
Quatsch, so eine Maschine gibt es natürlich nicht in den Düsseldorfer Museen, soweit ich die kenne, ein fleißiger Museumsgänger bin ich nämlich nie gewesen. Aber so etwas ähnliches gibt es im Internet:
http://www.assoziations-blaster.de
Schaut euch die Seite mal an und passt gut darauf auf.
ludovisi schrieb am 4.1. 2001 um 16:22:19 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Einer verbreiteten Meinung nach war die Kunst früher schön, ist aber im 20. Jahrhundert häßlich geworden. Diese Meinung wird durch viele Theorien gestützt, die beweisen wollen, daß in unserer Zeit die Kunst, wenn sie ernsthaft sein will, häßlich sein muß. So stellt Karl Rosenkranz in seiner schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschriebenen »Ästhetik des Häßlichen« fest, daß das Häßliche das Subjektive und Individuelle darstellt, das nicht bereit ist, sich dem Schönen, verstanden als das Allgemeine, zu unterwerfen. Daraus folgt aber, daß die Kunst der Neuzeit, die sich dadurch definiert, daß in ihr sich die Selbstbehauptung der freien Subjektivität vollzieht, dazu verurteilt ist, häßlich zu werden.
Dragan schrieb am 11.11. 1999 um 23:14:54 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Neulich war ich in der Ausstellung net_conditions im ZKM. Mit Verlaub, das war schon ein rechter Scheiß. Sobald es um Computer geht ist wohl wirklich auch das niedrigste Niveau erlaubt. Damit meine ich nicht unbedingt die ausgestellten sogenannten Netzkunstwerke (obwohl darunter natürlich auch einige Perlen sind, für die man keine 20 Pfennig Shareware-Gebühr zu zahlen bereit wäre), sondern vor allem deren Präsentation. Wer sich das ausgedachte hat meiner Ansicht nach das Wesen des Netzes oder der sogenannten Kunst im Netz nicht verstanden. Netz-Dinge brauchen nichtmal den ganzen Bildschirm (dabei ich nur popelige 15 Zoll daheim), und schon garnicht riesige Projektionswände oder fette Installationen, sondern sie kommen mit einem ganzen Haufen anderen Kram eingetrudelt und sind unauffällig und optional, stehen in direkter Konkurrenz mit meinem Lieblings-ASCII-Editor, den ich vielleicht grade eher brauche als irgendwelchen Kunst-Kram aus dem Internet.
Die Ausstellung, die nach Aussage der semi-kompetenten Führerin unter anderem das Ziel hatte, unter die Oberfläche des Netzes und des Computers zu schauen, hat genau das nicht geschafft, sondern im Gegenteil der Oberfläche gehuldigt und den Computer einen Zauberkasten sein lassen. So geht das doch nie voran.
Insgesamt ist das Begleitheft zur Ausstellung das Beste an der ganzen Sache. Da stehen nämlich ganz viele URLs drin. So kann man die Netz-Kunst dann doch noch in ihrem natürlichen Umfeld erleben wenn man will.
KIA schrieb am 15.2. 2005 um 19:22:03 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
natürlich für sumpi und kathrinchen:
emil an k.d.w.: »ich dachte grad an die ideologie von der «freien kunst". wenn man es kritisch betrachtet,
so, wie adorno in seiner ästhetik, ist das ein freiwerden zum verkauf, zum markt, wie alles. da bin ich
noch, immer noch, eigentlich zunehmend verstärkt, marxist und dann eben adornist: es geht um das
universelle verwertungsinteresse. die industrielle produktion bemächtigt sich aller formen künstlerischer
produktion und aktivität und zwar nicht nur, um sie in gestalt der sogenannten vergnügungsindustrie
zu einer quelle riesenhafter profite zu machen, sondern insbesondere, um die bewußtseinsströme der
gesellschaft zu kontrollieren, zu lenken und mehr und mehr an die stelle unwirksam werdender
religiöser vorstellungen in immer neue, kurzlebige irdische illusionen zu setzen.
da werden natürlich kreative, und das heißt anarchische/anarchistische kräfte in profitable kanäle
gelenkt. also die surrealisten, breton vor allen, hatten das ganz klar erkannt.
jedenfalls, so meine position, die entwicklung geht in richtung der ablösung traditioneller medien, oder mindestens
deren technischer wandlung, also film, funk, fernsehen, - beuys spricht da von »sozialer plastik« in seinem kunstverabsolutierungstraum.
insofern stehen die zielsetzungen (maximalprofit - siehe »chards der hundert« in der zeitschrift
»capital« - der zusammenhang ist ja glasklar und ganz offen zu tage) in diametralem gegensatz zum
wesen echter kunst (wahrheit war ja noch schillers, des idealisten, trutziger anspruch), daß im kapitalistischen kunstbetrieb
das surrogat, der kunstersatz (z.b. »fluchtliteratur« => escapismus) an die stelle echter kunst
getreten ist. wooha! selbst eminem und bustah rhimes machen ja kommerzielle musik.
allerdings ist leider die sogenannte sozialistische kunst nur ein ekelhafter aufguß der faschistischen kunst
gewesen; vergleiche mal kunst der maoistischen, der sozialistischen (udssr/ddr) und die 3.reich-kunst
miteinander (riefenstahl ist die erfinderin der filmästhetik!) und du wirst sehen, wohin die reise geht.
irgendein deutscher spätgermanenkultler malt ganz ungeniert so blonde, blauäugige fkk-scheiße und
alles jubelt."
im nachlesen fiel mir der begriff »echt« auf und ich zuckte echt zusammen, als ich ihn las und dachte, was meint »echt« (2x in folge - mein gott!, was wird mcnep dazu sagen?)? un-gelogen vielleicht? zwischen den wiesengrundblümchen? am grund der wiese? unter dem edophon? in chtulluluh? ich höre die trommeln baals in den tiefsten tiefen des gebirges von mittelerde. sie kommen...
Anne schrieb am 31.8. 2000 um 12:55:20 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Die Kunst der Ent-Täuschung wird viel zu gering geschätzt. Wann lerne ich mein Selbstbildnis und das der anderen zu verstehen?