Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Gottesbeweis«
Peter K. schrieb am 12.11. 2007 um 16:34:34 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Ich habe für mich selbst etwas entdeckt, daß nennt sich »strategischer Gottesbeweis«. Man könnte es auch »Gottesbeweis im Wege der Differenzialdiagnose« nennen:
Die Ausgangslage: Wir können annehmen, daß es Gott gibt, oder daß es ihn nicht gibt. Mit beidem können wir recht haben oder falsch liegen. Was wären nun die Folgen eines Irrtums ?
Nehmen wir an, wir gehen von der Existenz Gottes aus, und das ist ein Irrtum. Die Folgen dieses Irrtums wären nicht so furchtbar dramatisch, finde ich, ausser daß man sich von seinem Glauben an die Existenz Gottes von irgendetwas hätte abhalten lassen, was man gerne getan hätte.
Nehmen wir aber dagegen an, wir gehen davon aus, daß Gott nicht existiert - und dies stellte sich dann als Irrtum heraus: die folgen dieses Irrtums für die weitere Existenz wären mit »katastrophal« noch sehr milde beschrieben.
mrcookie schrieb am 3.9. 2015 um 11:53:03 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Gott beweisen zu wollen, ist eigentlich genau falsch rum gedacht. Wie will man etwas beweisen, von dem man nicht einmal eine Ahnung hat, WAS es ist? Kein Wissenschaftler würde versuchen, direkt ein Charm- oder Strange-Quark beweisen zu wollen. Nein, zunächst einmal muss man zumindest grob wissen, was man eigentlich sucht (sprich: man benötigt eine Lücke in der aktuellen Theorie), dann baut man einen passenden Detektor, und schließlich beschleunigt man bekannte Teilchen (also Elektronen, Protonen, oder schwerere Ionen), lässt sie kollidieren und schaut dann, wo sich »nachweisbare Effekte« zeigen. Die Beobachtungen kann man dann noch mit elektrischen und magnetischen Feldern beeinflussen.
Am Ende lässt sich rekonstruieren:
- wo das unbekannte Teilchen entlanggeflogen sein muss,
- wie schnell es war,
- mit welchen Kräften (starke/schwache Kraft, ...) es interagiert hat, bzw. wie stark es von diesen Kräften beeinflusst wurde,
Daraus kann man dann Masse, Temperatur, Ladung, Lebensdauer, Färbung, Teilchen/Antiteilchen, ... ableiten. Und wenn die »Beobachtungen« anders verlaufen, als man es schon kennt, hat man die Auswirkungen eines neuen Teilchens »beobachtet«. Es gibt dann 2 Möglichkeiten: Entweder die Beobachtungen entsprechen dem gesuchten Teilchen, dann hat man einen Hinweis darauf, dass es tatsächlich existiert (sprich: man kann bei zukünftigen Theorien auf dieses neue Teilchen bauen), oder man ist überrascht und muss die alte Theorie überdenken. Wieauchimmer, aber man sieht nie das Teilchen selbst, sondern nur die Auswirkungen, die es im Detektor hat.
Einsteins Reletivitätstheorie heißt auch »Theorie«, um klarzustellen, dass sie nicht unbedingt richtig ist, sondern lediglich, dass sie praktisch nützlich ist.
Aber Gott soll nun bitteschön persönlich aus dem Detektor steigen, sich vorstellen: »Hallo, gestatten Gott«? Warum kann Gott nicht auch einfach »praktisch nützlich« sein? Es gibt so viele Dinge zu beobachten, wenn man vom »Glauben an Gott« zu einer »Gotttheorie« übergeht. Das Schöne daran ist, dass man sich nicht mehr breit darüber auseinandertreten muss, ob das ganze tatsächlich so ist, oder ob man einfach nur spinnt. Und wenn sich Beobachtungen widersprechen, heißt das nicht, dass alles falsch ist, sondern lediglich, dass die Theorie nicht vollständig ist (womit man bei einer Theorie durchaus leben kann).
Ich glaube, ein guter Gott kann der Menschheit deutlich mehr helfen, als er schadet. Nein, ich glaube nicht an einen konkreten Gott, so wie es uns immer vorgebetet wird, aber noch weniger glaube ich an gar keinen Gott.
mrcookie schrieb am 15.1. 2013 um 23:53:26 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Duke Nukem fragt Lara Croft: »Sag mal, glaubst Du an den Spieler vor dem Computer?«
Klar gibt es Gott... bei entsprechender Definition von Gott, warum nicht, aber genau da hapert es. Man soll sich kein Bild von Gott machen, er/sie/es ist allweise, allmächtig, wohnt im Himmel, aber nicht im Weltraum. Um an etwas glauben zu können, muss man doch wenigstens wissen, woran man denn ggf. glauben könnte. Gott war so abgehoben, dass er einen mehr oder weniger »normalen« menschlichen Sohn schicken musste, um irgendwie wieder in die Vorstellungskraft der Christen passen zu können.
Mittlerweile haben wir gelernt, zu abstrahieren. Elektronen liegen in Schalen, Energieströme im Körper regeln den Fluß des Lebens, Substanzen können wirken, selbst wenn sie gar nicht vorhanden sind. Wir glauben an so viel Blödsinn, aber bei der Frage nach Gott schwächeln wir? Ich will jetzt nicht behaupten, dass es Gott gibt, aber er ist immer noch wahrscheinlicher, als Wasseradern, die die Raumharmonie stören.
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