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wuming schrieb am 6.7. 2010 um 21:35:27 Uhr über

Kabarett


Georg Schramm, 2006
als Rentner Lothar Dombrowski
Georg Schramm, 2007
als Oberstleutnant SanftlebenGeorg Schramm (* 11. März 1949 in Bad Homburg vor der Höhe) ist ein deutscher Diplom-Psychologe und Kabarettist.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben
2 Kabarett
3 Soloprogramme seit 1985
4 Publikation
5 Auszeichnungen
6 Einzelnachweise
7 Weblinks


Leben [Bearbeiten]
Schramm kommt aus einer Arbeiterfamilie, als einziges Arbeiterkind seiner Schulklasse besuchte er das Gymnasium, das von Kindern des Bildungsbürgertums und der Oberschicht dominiert wurde. Nach dem Abitur verpflichtete sich Schramm zunächst als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Er wurde Jahrgangsbester beim Einzelkämpferlehrgang.[1] An der Heeresoffiziersschule fiel er wegen „charakterlicher Nichteignung“ durch einen Lehrgang. Nach seiner Entlassung aus der Bundeswehr als Fähnrich wurde er zum Leutnant der Reserve befördert.[2]

Danach studierte er Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum und schloss das Studium mit einem Diplom ab. Von 1976 bis 1988 arbeitete er als Psychologe in einer Reha-Klinik am Bodensee. Er wurde Betriebsratsmitglied, gewerkschaftlicher Vertrauensmann[3] und entschied sich erstim letzten Momentgegen eine Laufbahn als hauptamtlicher ÖTV-Gewerkschaftssekretär.[2] 1988 nahm er eine zweijährige Auszeit beim Klinikum und tourte erfolglos als Solo-Kabarettist.[2] Erst ein Auftritt beim Fernsehsender SFB zog Engagements in der norddeutschen Provinz nach sich.[2] Von da an wurde das Kabarett zu seinem Beruf.

Georg Schramm lebt in Badenweiler im Markgräflerland, er ist zum zweiten Mal verheiratet und Vater von drei Kindern.[4]

Kabarett [Bearbeiten]
Schramm zeigt politisches Kabarett und zählt zu den scharfzüngigsten[5] Vertretern seines Genres in Deutschland. In seinen polemischen Texten kritisiert er häufig das kapitalistische Wirtschaftssystem und den herrschenden Zeitgeist, indem er diesen mit den klassischen Bildungsidealen konfrontiert. Die Grenze zwischen Spaß und Ernst wird von ihm dabei oft verwischt.

Er spielt in seinen Auftritten vor allem die Kunstfiguren

des renitenten, einarmigen und altpreußischen Rentners Lothar Dombrowski,
des vom langen Militärdienst gezeichneten Oberstleutnant Sanftleben, Presseoffizier und Kommunikationsbeauftragter,
des mental in der Vergangenheit lebenden hessischen Sozialdemokraten und Gewerkschafters Drucker August, der bald in Rente geht (eine Figur, die in Teilen seinem verstorbenen Vater ähnelt),[6]
des stets rheinischen Frohsinn versprühenden, ewig kalauernden Pharmareferenten.
Schramm trat von 2000 bis 2006 als ständiges Ensemblemitglied in der Fernsehsendung Scheibenwischer im Ersten auf, die er nach Dieter Hildebrandts Abschied seit 2003 mit leitete. Am 24. April 2006 kündigte er nach konzeptionellen und persönlichen Differenzen mit Mathias Richling und Bruno Jonas seinen Ausstieg aus der Sendereihe an. Seine Nachfolge übernahm am 29. Juni 2006 der Kabarettist Richard Rogler.

Im Jahr 2004 war Georg Schramm zudem in einer kleinen Rolle in Jo Baiers Stauffenberg-Verfilmung zu sehen.

Ab Januar 2007 empfing Georg Schramm zusammen mit Urban Priol einmal im Monat in der Kabarett-Reihe Neues aus der Anstalt im ZDF Kollegen und Gäste und analysierte dort aus der Sicht einer psychiatrischen Tagesklinik das aktuelle politische Geschehen.[7] Er beendete seine Mitarbeit jedoch im Juni 2010, um sich nach zehn Jahren intensiver Fernsehpräsenz wieder ganz auf sein Bühnenprogramm konzentrieren zu können.[8]

Im September 2007 erschien sein erstes Buch mit dem Titel Lassen Sie es mich so sagen – Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit, in dem er Texte aus seinen Kabarettprogrammen von 1983 bis 2007 Revue passieren lässt.

Nachdem Schramm im Mai 2010 seinen Abschied von Neues aus der Anstalt angekündigt hatte, erzielte die letzte Folge mit ihm eine Rekordquote von 16,9 Prozent Marktanteil. Diese herausragende Sehbeteiligung war die höchste jemals erreichte Quote in der dreieinhalbjährigen Geschichte der Kabarettsendung. Insgesamt sahen 3,51 Millionen Zuschauer die Verabschiedung des Kabarettisten, welcher damit sein Engagement nach 36 Folgen beendete.[9]

Soloprogramme seit 1985 [Bearbeiten]
Solche Männer hat das Land
Dein Platz an der Sonne
Schlachtenbummler
Ans Eingemachte – Best Of
Mephistos Faust, 2001 bis 2004
Thomas Bernhard hätte geschossen (Regie: Rainer Pause), 2005 bis 2009
Meister Yodas Ende (ab September 2010) [10]
Publikation [Bearbeiten]
Lassen Sie es mich so sagen – Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit. Karl Blessing-Verlag, München 2007, ISBN 3896673483; ISBN 978-3896673480
Auszeichnungen [Bearbeiten]
1990 Salzburger Stier
1991 Deutscher Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett
1994 Leipziger Löwenzahn
1995 Markgräfler Gutedelpreis
1999 Deutscher Kabarettpreis, Hauptpreis
2001 Stern des Jahres der Münchner Abendzeitung in der Sparte Kabarett [11]
2001 Gaul von Niedersachsen
2005 Schweizer Kabarett-Preis Cornichon der Oltner Kabarett-Tage [12]
2005 Tegtmeiers Erben Ehrenpreis
2007 Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Beste Comedy, gemeinsam mit Urban Priol
2008 Bayerischer Kabarettpreis, Hauptpreis
2010 Prix Pantheon, in der SparteReif und Bekloppt“ [13]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Martin Zips: „Der Bissigste von allen“, Süddeutsche Zeitung, 29. März 2005 (abgerufen am 10. Februar 2010)
a b c dDrei Kinder - da braucht man keinen Anlageberater“, Interview in der Süddeutschen Zeitung, 10. Juli 2009
Michaela Böhm: „Ein glänzender Grantler“, ver.di Publik, August/September 2008
↑ Autobiographische Angaben, georg-schramm.de
Georg Schramm zum 60. Geburtstag - Meister der scharfen Zunge, hr-online.de
W. Perger: „Ausbeuter!“ Zum Heulen: Der Kabarettist Georg Schramm spielt den alten Sozialdemokraten August, Die Zeit, 15. Juli 2004
Marc Neller: „Einer fliegt übers Grundgesetz“, Der Tagesspiegel, 21. Januar 2007
↑ jbh: „Neues aus der Anstalt“: Georg Schramm verlässt ZDF-Kabarett, Tagesspiegel, 25. Mai 2010
↑ „»Neues aus der Anstalt« mit überragender Quote bei letzter Ausgabe mit Georg Schramm“, Presseanzeiger.de, 9. Mai 2010
Ankündigung des neuen Programms Meister Yodas Ende für September 2010, georg-schramm.de
Stern des Jahres 2001, georg-schramm.de
Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2005, georg-schramm.de
↑ Prix Pantheon 2010, pantheon.de
Weblinks [Bearbeiten]
Commons: Georg Schramm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Internetpräsenz von Georg Schramm
Neues aus der Anstalt“, Kabarettreihe mit Georg Schramm und Urban Priol, ZDF
Ausbeuter!“ Zum Heulen: Der Kabarettist Georg Schramm spielt den alten Sozialdemokraten August, Die Zeit, 15. Juli 2004
Adieu, Scheibenwischer! Georg Schramm verlässt das ARD-Kabarettprogramm, Die Zeit, 24. April 2006
Ein glänzender Grantler, ver.di Publik, August/September 2008
Interviews
Immer nur am Ende draufhauen“, Süddeutsche Zeitung, 24. Mai 2006
Drei Kinder - da braucht man keinen Anlageberater“, Süddeutsche Zeitung, 10. Juli 2009
Normdaten: PND: 133407802 – weitere Informationen
Personendaten
NAME Schramm, Georg
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kabarettist
GEBURTSDATUM 11. März 1949
GEBURTSORT Bad Homburg

Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Schramm“
Kategorien: Kabarettist (Deutschland) | Autor | Literatur (21. Jahrhundert) | Psychologe | Deutscher | Geboren 1949 | Mann


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