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solarschule schrieb am 27.2. 2003 um 23:44:06 Uhr über

antikriegsgedichte

Robinson Jeffers (geb. 1887)
Johannes R. Becher (1891-1958)


DER FRIEDE KASSANDRA

Augen und den langen weißen

Wie viele mögen sein, die, von den Friedensplänen [)je Irre mit den glühenden

Fingern,

Enttäuscht, nicht wagen mehr, denn Frieden zu vertraun! Hockend im Gestein der Maue"
Sie suchten ihn zu lang - es schien ein irres Wähnen, Mit sturmzerwehtem Haar und kreischenden, Mund: was macht es,
Nach jenem schweren Krieg den Frieden aufzubaun. Kassaridra,

0 Friede! Weich ein Wort, das uns zu Freudentränen ob die Leute deine, bitteren Brunnen hassen die Wahr-
Wohl röhren mag nach all dem ungewissen Graun! Glauben schenken? Wahrlich, die Menschen


heit , i, würden lieber
Das Friedensfest! Die Stadt, erhellt von Lichtfontänen - Einem Tiger auf der Straße begegnen. t Lügen: aber
Und ein Umarmen wär, ein lneinanderschaun! Deshalb versüßen die Dichte, ihre Wahrheit mi

Religions-
Wir sahn uns lange nicht, wir sahn uns selbst nicht mehr, Händler und Politiker

So sehr warn wir mit uns, mit aller Welt verfallen. Gießen vom Faß neue Lügen auf die alten und sind gerühmt

Nun aber ist der Tag, der Friedenstag erschienen! freundliche Weisheit. Armes L,der, sei weise!
Für ihre eine, Ecke an einer Wahrheitskruste

Es galt als heiliger Dienst, dem Frieden treu zu dienen. Nein: du wirst immer in
Des Friedens Fahne schwang entfaltet über allen. kauen, Menschen Du und ich, Kassandra.
Es feierte das Volk des Friedens Wiederkehr. Und Göttern verhaßt,


So rang auch ich mit ihm, oft war's ein wildes Ringen,
Als ich in schlimmer Zeit mit meinem Frieden rang.
Der Friede mit mir selbst - wie kann mir der gelingen,
Bevor ich nicht mit euch, vereint, den Krieg bezwang!

Es ist, als wär der Krieg auch in den kleinsten Dingen,
Er dringt durch Spiel und Klang, im fernen Kindersang
Hör ich: es singt der Krieg! Ich seh des Krieges Schwingen
Am Horizont, es fliegt der Krieg die Weit entlang.

Es kommt der Krieg sogar als Friedensheld gegangen,
Trägt einen Palmenzweig, schmückt sich mit Friedenstauben,
Und er erzählt uns viel rührselige Geschichten.

Weh denen, die den Krieg in dieser Tracht empfangen
Und, wenn er tückisch schwätzt, ihm allzu gerne glauben:
Er wird sie allesamt in seinem Sturm vernichten. 233

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