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»Also. Es gibt drei Möglichkeiten der zuverlässigen und anhaltenden Triebdämpfung. Die erste wäre Chemie. Androgendeprivation. Tabletten, die Sie jeden Tag einnehmen. Wenn Ihnen das zu lästig ist, können Sie auch eine Spritze bekommen. Einmal im Monat oder alle drei oder sechs Monate. Das ist die Lösung für Anfänger. Und Männer, die... ähh, denen es schwerfällt, Entscheidungen zu treffen.«
»Was sagten Sie? Andro... wie war das?«
»Androgendeprivation. Im Volksmund chemische Kastration. Wir haben da heute sehr gute Medikamente, die lassen in Sachen Triebdämpfung undsoweiter keine Wünsche offen. Wie gesagt, die Lösung für Anfänger und Unentschlossene. Sie können das probieren, und wenn Sie denken, das ist nicht das Richtige für Sie, können wir das auch wieder beenden. Wenn wir die Behandlung abbrechen, sind Sie nach ein paar Wochen wieder bockig. Brunftig. Rollig. Sie wissen schon.«
»Oh, ähh, ja... ja... Das ist aber... ganz schön... Und die zweite Möglichkeit? Was wäre die zweite Möglichkeit?«
»Wie gesagt, das ist die Lösung für Anfänger oder Unentschlossene. Die zweite Möglichkeit wäre eine bilaterale Orchiektomie, die Lösung für Fortgeschrittene, für Männer mit... ähmm... ja, die wissen, was sie wollen. Damit hätten Sie Ruhe. Nicht immer Rezepte besorgen, nicht immer in die Praxis kommen zum Spritzen... vielleicht über viele Jahre. Wäre übrigens meine Empfehlung. Was denken Sie?«
»Eine bilaterale was?«
»Orchiektomie. Früher sagte man Entmannung. Kein schönes Wort. Es assoziiert... egal. Die Veterinäre sprechen von Kastration. Würde bei Ihnen natürlich der Urologe machen. Kleiner Eingriff, dauert eine knappe halbe Stunde. Sie können gleich danach wieder nach Hause gehen. Zahlt bei Ihnen übrigens die Kasse. Donnerstag ist bei dem Kollegen OP-Tag. Wie gesagt, danach hätten Sie Ruhe. Nicht immer Rezepte besorgen, nicht immer in die Praxis zum Spritzen... Wäre meine Empfehlung für Sie... Nun?«
»Ja, das klingt... ich... Also, das scheint mir schon etwas radikal. Das geht mir ein bisschen schnell. Ich würde gerne erst einmal darüber nachdenken, wenn ich darf. Ich muss mich doch nicht jetzt gleich entscheiden?«
»Radikal, vom lateinischen Radix, die Wurzel... Ja, das Übel mit der Wurzel herausreißen, sozusagen, also in Ihrem Falle natürlich herausschneiden. Das haben Sie schön gesagt. Nein, Sie müssen sich nicht gleich heute entscheiden. Aber auf die lange Bank schieben sollten wir‘s auch nicht.«
»Ja... hmm... dann will ich mir das – aber sagten Sie nicht, es würde drei Möglichkeiten geben?«
Ja. Da ist vielleicht eine dritte Möglichkeit. Wie lange sind Sie nun schon verheiratet?"
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