Schokolade
Bewertung: 15 Punkt(e)Die Konfrontation mit Schokolade läßt mich immer wieder zweifeln, ob der Mensch (also in diesem Fall ich) wirklich einen freien Willen hat.
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| Der erste Text | am 7.10. 1999 um 20:54:01 Uhr schrieb Irrfisch über Schokolade |
| Der neuste Text | am 21.9. 2026 um 21:10:24 Uhr schrieb Betty Bleistift über Schokolade |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 68) |
am 3.7. 2002 um 01:29:30 Uhr schrieb
am 13.5. 2002 um 20:41:21 Uhr schrieb
am 10.4. 2007 um 21:15:23 Uhr schrieb |
Die Konfrontation mit Schokolade läßt mich immer wieder zweifeln, ob der Mensch (also in diesem Fall ich) wirklich einen freien Willen hat.
Heute hatte ich ausnahmsweise Lust auf Schokolade. Das kommt sehr selten vor. Und diese Lust zwang mich in den Supermarkt und bewirkte etwas, das mir ebenfalls nur sehr selten widerfährt und was ich hasse: ich konnte mich nicht entscheiden. Da waren dutzende Tafeln Schokolade und hunderte Sachen, die überzogen mit oder aus oder mit Schokolade gefüllt waren. Ich bin überzeugt davon, dass uns Menschen eine zu grosse Auswahl schadet. Hätte es nur zwei Tafeln Schokolade gegeben und dazu noch eine Auswahl zwischen Schokoriegel und Geleebananen - mal so metaphorisch gesprochen - wäre es leicht gewesen. Aber es gab viel zu viel, und am Ende habe ich doch die Rolos genommen.
100 Gramm Schokolade haben genauso viele Kalorien wie drei Kilo Salat.
Aber 'nu mal ehrlich: wer isst schon drei Kilo Salat?
Wie lange kann man ohne Schokolade leben? Leute, die den Schokoladen-Wahn in unserer Gesellschaft anprangern wollen, behaupten gerne, man brauche generell keine Schokolade zum Leben, aber da bin ich mir nicht so sicher. Fest steht: Wenn ich mir täglich kleine Mengen Schokolade zuführe, dann kriege ich nach ein paar Tagen Suchtzustände, d.h. ich kann mir einen Tag OHNE Schokoladen-Portion nicht vorstellen. Wenn ich jedoch den Entzug mitmache, dann geht´s wieder. Aber die Sehnsucht nach Schokolade wächst....
Die Konfrontation mit Schokolade läßt mich immer wider bezweifeln, ob der Mensch an sich (und ich im besonderen) wirklich einen freien Willen hat.
Süß, schwarz, verführerisch, selten genossen, dickmachend, Glücksgefühle hervorrufend, mit und ohne Mandeln, manchmal exotisch weiß, formbar, knusprig, Sarottimohr, quadratisch, praktisch, gut, auf der Geschenkliste, als Torte gut, Mousse au Chocolat, mein Freund ist Konditor am Bodensee und macht sie beste Schokolade, Kinder lieben sie, mein Kind kriegt noch keine, mein Ex verspeiste immer eine ganze Tafel ex!
Schokolade ist ein Geschenk des Himmels! Endlich können sich die Menschen von den Fesseln der Liebe befreien und mit diesem herrlichen, süßen, braunen, klebrigen Liebesersatz glücklich vor dem Fernseher sitzen.
Schokolade:
-stellt keine Forderungen,
-redet nicht,
-hat keine Verwandten, die man besuchen muß,
-will sich keinen Hund anschaffen, obwohl man auf Hundehaare allergisch ist,
-ist immer verfügbar, notfalls auch an jeder Tankstelle mitten in der Nacht
-und so weiter und so fort.
Bis zum 17.Jahrhundert war Schokolade in Europa nur in Apotheken zu erhalten. Unvorstellbar, wie die Menschen vorher dunkle Wintertage, einsame Nächte oder Liebeskummer überstanden haben.
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