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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 11.4. 2000 um 14:30:17 Uhr schrieb
Tanna über Hotel
Der neuste Text am 15.10. 2026 um 00:02:14 Uhr schrieb
Peter Gourmand über Hotel
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(insgesamt: 73)

am 6.2. 2008 um 15:47:31 Uhr schrieb
Verena über Hotel

am 31.1. 2008 um 22:24:11 Uhr schrieb
bill über Hotel

am 19.4. 2003 um 23:44:26 Uhr schrieb
ingo über Hotel

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Hotel«

Die Leiche schrieb am 12.11. 2009 um 23:20:51 Uhr zu

Hotel

Bewertung: 3 Punkt(e)

Das Hotel »Fortschritt« in Nowosibirsk liegt zwischen dem Flughafen und der Stadt an einer autobahnähnlichen Magistrale, die Tag und Nacht von Strassenlaternen beleuchtet ist. Kilometerweit reicht die Tundra - bis auf diese Magistrale, und das Hotel »Fortschritt«: ein monumentaler Plattenbau. Mein Dolmetscher erklärte mir, daß es von einem Kombinat aus der DDR errichtet worden war, und von hoher Qualität sei. Innen herrschte ein heruntergewirtschafteter, aber recht sauberer sozialistischer Realismus, erkenntlich schon an den roten Kunstfaserteppichen, die sich durch das ganze Hotel hindurchzogen. Mein Zimmer lag im 3. Stock.

Das Zimmer war erstaunlich groß und hatte auch ein überraschend großes Badezimmer. Mein Dolmetscher erklärte mir später, daß es einen kleinen Fehler bei der Planung gegeben hätte - das Hotel war nach den Plänen eines Wohnblocks errichtet worden, und mein Zimmer war im Grund eine entkernte Zweiraumwohnung. Daran könne man, so mein Dolmetscher, auch die Vorzüge der sozialistischen Planungsweise ersehen: in den Plänen für den Wohnblock waren genügend große Räume im Erdgeschoß vorgesehen, daß das man keine Probleme gehabt hätte, Empfang, Bar und Frühstücksraum unterzubringen.

Liamara schrieb am 17.12. 2001 um 22:58:39 Uhr zu

Hotel

Bewertung: 7 Punkt(e)

Aus irgendeinem Grund habe ich was übrig für Hotels. Woran liegt das, daran, dass man sein Bett nicht selbst machen muss? Oder an der ständig nachgefüllten Seife im Bad? Oder einfach an den vielen Kabelprogrammen (ich habe zuhause kein Kabelfernsehen)? Oder am Frühstück? In Karlsruhe hat mir das besonders gut gefallen. Ohnehin schon von allen hofiert und dann noch diese Frage: »Kaffee oder Tee?«

vesna schrieb am 14.4. 2000 um 23:15:37 Uhr zu

Hotel

Bewertung: 9 Punkt(e)

Ich würde gerne im Hotel leben. Ich müsste nicht kochen, nicht putzen, für alles wäre gesorgt. Der Portier würde mich freundlich grüssen. Wenn jemand mich besuchen kommen würde, müsste er sich bei ihm anmelden. Ich könnte sagen, ich hab jetzt keine Zeit. Dann würde ich Zimmerservice bestellen und mir Pornofilme im PayTV anschauen. Ach ja, die Minibar dabei austrinken. Es müsste jedoch ein altes, luxuriöses Hotel im Zentrum einer Großstadt sein, vorzugsweise London oder New York. Aber auch Buenos Aires wäre nicht schlecht.

ZEIT ONLINE schrieb am 3.4. 2019 um 17:04:07 Uhr zu

Hotel

Bewertung: 1 Punkt(e)

»Wenn ich groß bin, werde ich Tourist.« Das habe ich irgendwann mal gesagt und fand es lustig. Jetzt sitze ich hier mit meinen Freunden in dieser Hotellobby in Beirut und finde, dass das eigentlich ein dämlicher Spruch war und ich über Touristen nicht mehr lachen kann. Vor allem nicht dann, wenn ich selbst einer bin. Ich bin die schlimmste Sorte Tourist. Nämlich die, die nichts weniger sein will als Tourist. Ich bin ein Nichttourist-Tourist.

Vor zwei Wochen sind wir angekommen, mit der Billig-Airline sind wir von Berlin nach Beirut geflogen, in diese Stadt, in der bis vor ein paar Jahren noch der Bürgerkrieg tobte, weshalb es hier noch immer fast keine Touristen aus Europa gibt. Außer eben uns, zumindest fühlt es sich so an, und das ist gut, denn echte Nichttourist-Touristen hassen nichts mehr als Touristen. Und jetzt sind wir hier und lümmeln in den blass-silbrigen Samtsesseln dieses alten Grand Hotels namens Phoenicia herum (in dem wir nicht wohnen, aber in dem wir uns für ein paar Minuten so fühlen können, als täten wir es, weil wir für das Tonic Water neun Euro bezahlen) und machen uns lustig über die verkitschten Armaturen und die umgreifende Verschandelung dieses historischen Schauplatzes.

Aus den Boxen säuselt leise Lounge-Musik, während wir die trägen Rudel Louis-Vuitton-behangener Hotelgäste bestaunen. Dazu knabbern wir die Nüsschen, die man umsonst bekommt zum Tonic Water, das wir trinken, weil wir finden, dass es sich anfühlt, als wären wir wichtige Auslandskorrespondenten aus einer längst vergangenen Zeit, in der man noch dachte, Tonic Water helfe gegen irgendwelche Mücken, die einen in fremden Ländern heimsuchen.

Es ist irgendwie okay hier, finden wir. Obwohl alles viel zu groß und viel zu viel ist und nichts von der zurückhaltenden Grandezza eingelöst wird, die wir von einem Grand Hotel erwarten, so, wie es uns die ganzen alten Filme versprochen haben.

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