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sich (wie etwa bei der Kinderarbeit) um ein bestimmtes Problem zu kümmern, sind beide Parteien trotz des Geredes von Ethik und Partnerschaft immer noch in einen Machtkampf verstrickt.
Seit die wichtigsten Multis aufgehört haben, die Existenz von Menschenrechtsverletzungen in ihren globalen Produktionsstätten zu bestreiten, geht der Kampf nicht mehr darum, ob Kontrollen nötig sind, sondern darum, wer diese Kontrollen durchfuhrt. Sollen sie vom Volk und seinen gewählten Vertretern durchgeführt werden? Oder von den global operierenden Konzernen selbst? An den privat verfassten Kodizes lässt sich ablesen, welchen Weg die Konzerne einschlagen wollen. Die Frage ist, wie werden die Bürger darauf reagieren?
Der Hintergedanke, der all diesen Verhaltenskodizes zugrunde liegt, ist der Kampf dagegen, dass die Bürger - sei es durch Gewerkschaften, Gesetze oder durch internationale Verträge - womöglich die Kontrolle über ihre eigenen Arbeitsbedingungen und die ökologischen Auswirkungen der Industrialisierung übernehmen könnten. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren, als die Probleme der Sweatshops, der Kinderarbeit und der Gesundheit der Arbeitskräfte ganz oben auf der politischen Tagesordnung des Westens standen, wurden sie durch massenhafte gewerkschaftliche Organisationen, durch direkte Verhandlungen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern und durch strenge neue Gesetze der Regierungen angegangen. Diese Art von Reaktion könnte es - diesmal in globalem Maßstab - wieder geben, wenn die Einhaltung der bestehenden Verträge der Internationalen Arbeitsorganisation mit demselben Eifer durchgesetzt würde, wie die Welthandelsor ganisation heute die Bestimmungen für den globalen Handel durchsetzen will.
Die Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen erkennt heute schon die Koalitionsfreiheit an. Wenn die Beachtung dieses Menschenrechts zur Bedingung für Handel und Investitionen gemacht würde, würden die Freihandelszonen über Nacht ihr Gesicht verändern. Wenn die Arbeiter in den Zonen kollektiv über ihre Rechte verhandeln könnten, ohne staatliche Unterdrückung oder eine sofortige Flucht der Fabriken fürchten zu müssen, dann
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würde die Notwendigkeit von privatwirtschaftlich unabhängigen Beobachtern praktisch verschwand die Philippinen und Indonesien würden die K und ihre eigenen Gesetze aus Furcht vor wirtsch tionen durchsetzen. Diese Art von strenger Reguli genau das, was die Konzerne intensiv bekämpfe handel eingeführt wurde. Sie ziehen den Erklärun gen der Vereinten Nationen die Zähne und lei Widerstand gegen jeden Versuch, Handelsverträ lichen und durchsetzbaren Arbeits- und Umw mungen zu verknüpfen. Solche Verträge sind es, hektisch zu vermeiden suchen, wenn sie ihre eige Kodizes verfassen.
Angesichts dieser Umstände war es Charles K klar, dass sich die Spielregeln für die von ihm mit Sweatshop-Bewegung radikal veränderten, als N de von Hochschulen der Partnership des Wei e ten. Vorbei waren die Zeiten, als es vor allem war, Konzerne davon zu überzeugen, dass sie üb blem hatten. »Nike hofft, unsere Bewegung v können«, schreibt Kernaghan. »In dieser Sache Kampf, wer das Programm zur Ausrottung der stimmt. Nikes unausgesprochene Botschaft lau uns. Wir haben freiwillige Verhaltenskodizes. Wi tige Personal für die Aufgabe. Wir kriegen das Pro in den Griff. Geht nach Hause und vergesst die Es ist ein orwellhafter Gedanke, die Durchs schenrechte einem multinationalen Industriezw Doch genau dies wäre der Fall, wenn privatwirt zes durch eine normale Qualitätskontrolle überp bale Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen mokratischen Regierungen erlassen und durch nicht durch ein Konsortium transnationaler Ko Buchhalter, die sich alle nach dem Rat ihrer P ten. Letztlich geht es darum, dass die Verhaltens zernen keine demokratisch verabschiedeten Ges
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