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Peter K. schrieb am 14.12. 2007 um 12:02:46 Uhr über

Terror

»Terror« heisst, die nonkombatante Zivilbevölkerung als Ziel kriegerischen Handelns in dasselbe einzubeziehen. In der Wahl der konkreten Ziele ist man dabei nicht so zimperlich - eigentlich isses egal, wer über die Wupper muß. Es ist ja gerade das Wesen des Terrors, daß er jeden treffen kann, jeden »terrorisiert« durch wenige konkrete Aktionen. Das überschneidet sich mit der Vorgehensweise des Partisanen, der sich jedoch vom Terroristen dadurch abhebt, daß seine Ziele wohlausgewählte Kombatanten sind, die sich idealerweise des Angriffs nicht versehen, weil sie sich in - vermeintlich - befriedetem Gebiet aufhalten und nicht an der »Front«. Damit wird auch ein befriedetes Gebiet zur »Front«. Der Terrorist dagegen kennt keine Unterscheidung zwischen Front und Etappe, Kombatant und Nonkombatant: Front ist überall und nirgends, und jeder ist »combatant«, ob er will, oder nicht. Das Gefecht wird mitten in den Frieden hineingetragen, der zum Kriegszustand wird.

In der Neuzeit haben eigentlich die Engländer damit begonnen - die Royal Air Force, konkret: das Strategic Bomb Command, der berüchtigte Arthur Harris. Er hat die wahllose Bombardierung der Zivilbevölkerung erfunden, und darf mit vollem Recht in Anspruch nehmen, der geistige Vater von 9/11 zu sein. Die Nazis, die Wehrmacht - sie hatten sich lustigerweise bis dahin weitgehend an die Haager Konvention pp gehalten. Die Geschichten von der Ostfront sind wieder eine andere Geschichte - oder auch nicht: auch dort verbreitete man »Terror«.

Terror ist eine notwendige Folge der Demokratie. In monarchischen Zeitaltern hat es zwar immer wieder terroristische Akte gegeben, wie Wallensteins Maxime, die Ländereien des Gegners und seiner Sympathisanten auszubluten, oder die Terrorisierung der Rheinpfalz durch Ludwig XIV. - aber es waren vereinzelte Akte, allgemein als Barbarisch gebrandmarkt und der Sache ihrer Täter in aller Regel schon mittelfristig wenig förderlich. Attentate hatte es auch schon immer gegeben - die arabischen Assasinaden des Mittelalters und der frühen Neuzeit haben sogar das französische Wort für »Mord« in Westeuropa hinterlassen. Aber diese Attentate richteten sich nie gegen irgendein »Volk«, sondern gegen den Herrscher und seinen Hofstaat. Das sich für das »Volk« niemand von den maßgeblichen Herren wirklich interessierte, hatte auch seine Vorteile: man wurde in Ruhe gelassen. In demokratischen Zeitläuften sieht das fundamental anders aus: das Volk wird alle 4 Jahre an die Urnen gerufen ! Nur aufgrund dieses Umstandes ist es für Terroristen überhaupt interessant geworden - ohne allgemeines Wahlrecht, kein Terrorismus ! Deswegen läge die Sinnvollste Art der Bekämpfung des Terrorismus in der Abschaffung des allgemeinen Wahlrechts, das ja sowieso, wie man gesehen hat, nichts bringt.

Umgekehrt könnte der Terrorismus, wenn er seine eigenen Grundlagen ernst nehmen würde, wesentlich effektiver sein. Im Grunde genommen machen es die Terroristen ihren Gegnern leicht: sie suchen sich Opfer mit immer höheren Sympathiewerten aus, begehen ihre Taten mit zunehmender Brutalität, die mehr zu einer Solidarisierung ihrer Feinde führt, statt zu einer Zermürbung. Das mußte schon die RAF erfahren, daß ihre Terrorangriffe das Gegenteil dessen bewirkten, was bezweckt war, und auch die Wehrmacht litt bitter unter dem von oben angeordneten Terror: war doch die Wehrmacht in weiten Teilen der Sowjetunion als Befreier begrüsst worden !

Es ist ebensolcher Unsinn der gegenwärtigen islamischen Terroristen, Bürogebäude, Verkehrsflugzeuge etc. anzugreifen ! Wenn Sie wirklich Erfolg haben wollten, sollten sie sich punktgenau auf verhasste Institutionen konzentrieren: Finanzämter, das Kraftfahrtbundesamt, Baubehörden, Gewerkschafts- und Parteizentralen, Ordnungsämter, Dienststellen von Frauenbeauftragten und ähnliches mehr - stets zur Nachtzeit dh ohne Gefährdung größerer Menschenmengen. Das wäre das Erfolgsrezept für den Terrorismus !

Aber auf mich hört ja keiner !


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