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Hatte in meiner Jugend »NUR«, eine schon eingetragene, ererbte Knopflatzhose, die schon alt und mehr mehr braun als grau war. Dabei hätte ich lieber eine der schönen neuen Glattledernen mit Doppelzipp-Reißverschluß gehabt oder wenigstens eine Doppelzipp-Hose in grauem Chromspaltleder. Für mich bedeutet die Doppelzipp-Variante, eine saubere, glatte Front der Hose. Andere können einem nicht seitlich ins »Nest« schauen und mann fühlt sich somit sicherer und glatter angezogen. Später beneidete ich meinen Bruder und seinen Freund, als diese in neue, hellgraue Chromspalt-Lederhosen gesteckt wurden, allerdings mit für diese Hose üblichen Einfachreißverschluß. Die rochen zumindest einfach himmlisch. Dabei gefällt mir auch bei dieser Hose, die seltenere Doppelzipp-Variante einfach besser. Dann war mit Lederhosen erst mal Schluß. Bei einer Kleidersammlungen der Pfadfinder, tauchten schon mal Lederhosen auf. Es gelang mir aber nie, für mich eine beiseite zu legen. Dann kam der Trödel, wo ich eine kurze Hose kaufte. Und nun eBay. Ein schier grenzenloser Markt, für die seit längerem aus dem Stadtbild verschwundenen, von mir heiß begehrten Hosen. Ob lang, kurz oder Kniebund, ob mit Doppelzipp oder Einfach-Reißverschluß, ob in Glatt- oder in Spaltleder, das Angebot ist heute reichhaltig. Man muß nur mutig im richtigen Moment, das beste Gebot abgeben. Dazu darf man aber nicht zu früh die Preise hochtreiben. Es klappt, wie bei der Erfüllung von anderen Wünschen, leider nicht immer, man muß halt wissen, wieviel man seinem Portemonai zumuten kann. Mitlerweile habe ich aber schon einige sehr unterschiedliche Hosen zusammen und werde mich wohl schweren Herzens, auch von ein paar Teilen wieder trennen, da es sehr unterschiedliche Hosen gibt, mir aber nicht alle gleich gut gefallen. Es ist fast so, als hätte jede Hose ein »eigenes Gesicht«. Die Länge, der Schnitt, die Form der Taschen, ob mit oder ohne Eichenlaubverzierung und deren Farbe, die Lage und der Abstand der Doppelzipp-Reißverschlüsse, die Anordnung und breite der Gürtellschlaufen und letzlich die Farbe des Leders, lassen jede Hose erheblich anders aussehen. Auch hier gibt es einen sogenannten »Goldenen Schnitt«.
Zudem fallen die Hosen trotz vergleichbarer Größenangaben, doch sehr unterschiedlich aus.
Für fast alle Lederhosen gilt jedoch, das Tragen dieser Bekleidung vermittelt ein saugutes Gefühl.
Mitlerweile scheue ich mich auch nicht mehr, mit einer Kniebundhose in die Stadt zu gehen. Einer der heute meistens recht schlapprig daher kommenden Jeans, kann ich damit allemal mit gutem Gewissen begegnen. Zudem ist eine Lederhose auch bei diesem naßkalten Wetter, immer die angenehmere
Lösung. Schade nur, das trotz den vielen Lederhosen, die bei eBay »über den Tisch gehen« und die offensichtlich auch ihre Liebhaber finden, sich so wenige Käufer anschließend trauen, ihr gutes Stück auch in der Öffentlichkeit auszuführen. Es muß nur erst ein Anstoß gegeben werden, um diese Hosen wieder verstärkt salonfähig, straßentauglich und vorzeigbar zu machen. Viele geben heute vor, sich von der Masse abheben zu wollen, laufen dann aber in uniformen Klamotten, als »Einheitsbrei« umher.
Eigentlich mehr als schade.
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