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Noch einmal fährt der Kommissar nach Koquinox. Dieses Mal nimmt er seinen Wagen mit. Er sieht, wie ein paar Jungens mit seiner Mofette spielen. Wutentbrannt hält der Kommissar an und verteilt ein paar Kinnhaken in der Meute, dann entreißt er ihnen seine Mofette und scheucht die Jungens weg! Diesmal ziehen sie den kürzeren. Der Kommissar besteigt mit vor Stolz geschwellter Brust sein Auto, nachdem er die Mofette im Kofferraum verstaut hat. Der Kofferraum ist winzig klein, es ist ein Kunststück, überhaupt etwas dadrin reinzupacken. Dafür hat der Wagen überdimensionale Reifen, und die neuen Seitenpfeifen stehen ihm sehr gut. Der Kommissar gibt ein Vermögen für das Tuning seiner Karre aus. So viel verdient er gar nicht. Wahrscheinlich arbeitet er nebenbei irgendwo. Und es stimmt. Kommissar Schneider arbeitet nebenbei manchmal als Konditor, bei Hochzeiten und so. Da macht er eine schnelle Mark mit eigenen Kreationen. Es sind ausnahmslos Sahnetorten, die als Spezialität bei dem ersten Anschnitt in sich zusammenfallen.
Glutrot hängt der Abendhimmel über dem Firmament. Ein Hochofen ist zu sehen, daneben ein paar lodernde Schornsteine. Hier ist eine Raffinerie in der Nähe, daher laufen dicke Rohre über die Fahrbahn. Glitzernde Aluminiumkessel spielen Verstecken vor einer gespenstisch anheimelnden Atmosphäre. Ruß tropft vom Himmel, es riecht nach bitteren Mandeln, der Lärm von stampfenden Gewichten durchdringt die Ferne.
Schmatzend ernährt sich der Vergaser von Kommissar Schneiders Auto. Er trägt unter seinem Popelin-Mantel eine herrliche Bluse von seiner Frau. Er zieht sie gerne an, obwohl sie links geknöpft ist. Die Farben sagen ihm eben zu. Es ist grünbraun, so wie Jäger haben. In seinem Auto fühlt er sich sicher. Doch auf einmal erschüttert ein Donnerschlag die Erde. Direkt vor dem Kommissar spaltet sich der Erdboden, Feuer stiebt aus der Öffnung. Der Kommissar latscht mit voller Kraft auf die Bremse. Eine furchtbare Flüssigkeit kommt aus der Erde geschossen und ergießt sich über das Auto. Sie schwappt über die ganze Straße. In Sekundenschnelle findet sich Kommissar Schneider in einem wilden See von heißer Lava wieder. Sein Auto ist der einzige Schutz gegen das Inferno. Tanzende Teufel mit Mistgabeln hüpfen um das Auto rum, sie lachen und zeigen ihm die Zungen. Der Mob steigt auf den Wagen, und sie trampeln mit ihren Hufen die Wagendecke platt. Der Kommissar duckt sich geistesgegenwärtig. Er wählt in seinem Autotelefon die Nummer der Polizei. »Hallo! Polizei! Hier ist Kommissar Schneider! Ich bin in Koquinox! Ich ordere alle Wagen, die zur Verfügung stehen! Los, beeilt Euch!« Er legt auf.
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