>versenden | >diskutieren | >Permalink 
anoubi, am 25.8. 2001 um 17:09:26 Uhr
Abankor

Als von Kluge hörte, daß der Führer überlebt hatte, entwarf er sofort ein Ergebenheitstelegramm an Hitler und enthob General Karl Heinrich von Stülpnagel seines Postens. Stülpnagel wurde am 30. August 1944 in Berlin gehängt.

Diese feige abwartende Haltung, diese kriecherische Charakterlosigkeit eines Menschen, der aufgrund seines Verstandes und seiner Bildung wenigstens ein Mindestmaß an Würde und Mut besitzen sollte. Kurz: was bei einem kleinen Bürger entschuldbar sein mag, das kann ich einem General nicht zubilligen.

Hans-Helmut Kirst über Generalfeldmarschall von Kluge in seinem Roman »Die Nacht der Generäle«

Ein aufrechter Charakter, Verstand, Bildung, ein Mindestmaß an Würde und Mut. In diesn Worten leuchtet ein oft erträumtes aber nur selten gelebtes Bild der Rangordnung einer guten Gesellschaft.

Abankor. Eintrag ins Tagebuch

Roman leicht zu verstehende Erzählung; früher »ein in der römischen Volkssprache geschriebenes Buch (im Unterschied zu Latein, der Gelehrtensprache)«
Charakter Eigenart; feste Haltung; aus griech. charakter »das Eingeprägte«, zu charassein »einritzen«
Traktat (lat.) Aufbauschrift
Konkret (lat.) anschaulich, sinnlich wahrnehmbar
Faschismus (lat.) Bündelung, Bündel, Bund
Physiognomie (griech.) äußere Erscheinung, bes. Gesichtsausdruck
primär (lat.) erstrangig
optisch (griech.) Licht mit den Augen erkennen
akustisch (griech.) Töne mit den Ohren hören

Mein Traktat ist ein Versuch, dem völlig zerredeten Begriff »Faschismus« wieder einen konkreten Sinn zu geben. Die dafür gewählte Methode ist die des »physignomischen Zugriffs«. Sie liegt mir. Ich habe nicht zufällig die fachliche Ausbildung eines Kunsthistorikers. Ich reagiere primär auf Optisches, erst in zweiter Linie auf Akustisches und Begriffliches. Für mich ist unanschauliches Denken gleichbedeutend mit Wirklichkeitsverlust.

Armin Mohler: »Der faschistische Stil«; Heitz & Höfkes; zweite, verbesserte Auflage 1992, S. 81

Armin Mohler hat mit seinen Augen und aufgrund seiner fachlichen Ausbildung Zugriff auf Erscheinungen?

Er denkt, was er sieht?
Er denkt in Bildern?
Woher nimmt er die?

So wie ein König auf der Jagd ein Leben greift,
irgendeines,
und der, dem es gehört,
es wiederholt,
als war es keines?

Doch dann im Raum. Der gleiche Saal? Das Wappen vor der Tür. Wer ließ dich Narren hier zu Tische gehen?
Genau hier war es. Damals. Als er die Hugenotten jagte. Der Herr der Burg. Ein stolzer Boy. »Wo ist dein Freund? Komm, sprichEr schweigt. »Verdammter Punker. Blöder Skinhead. Ich werde deinen Stolz zerbrechen
Und jetzt? - Der gleiche Saal. Das Wappen vor der Tür. - Ein Knabe nähert sich. »Träumt ihr, Herr
Der Gast lauerte aus den Augenwinkeln. »Ihr seid ein Mann. Und voll Besonnenheit. Und wißt, daß ich Soldat des Königs bin
»Ihr seid Soldat des Königs, so wie ich; heut fiel sein Dienst mir schwer. Gemordet habt ihr teuflisch meinen Freund. Und lebt. Doch mein ist die Rache, spricht der Herr- Sagt Gott.

Das ist eine alte Geschichte.
Neue Zeit.

Einer, der uns sagt, er habe nach Stunden vergeblicher Anstrengungen in einem Laufrad erfahren, daß er nicht vom Fleck kommt, zeigt seinen Mangel an Einsicht in den Mechanismsu des Rades. Gleichwohl machte er eine Erfahrung.

Hans-Peter Duerr: »Anmerkungen zur Bewußtseins- und Erkenntnistheorie«



   User-Bewertung: +2

Bewerte die Texte in der Datenbank des Assoziations-Blasters!

Hiermit wurden Dir 2 Bewertungspunkte zugeteilt. Wenn Dir ein Text unterkommt, der Dir nicht gefällt, drücke den Minus-Knopf, findest Du einen Text, der Dir gefällt, drücke den Plus-Knopf. Jede Bewertung verbraucht einen Deiner Bewertungspunkte.

Damit Deine Bewertungs-Punkte erhalten bleiben, muss ein Cookie auf Deinem Computer abgelegt werden. Bitte wähle, ob der Cookie für vier Monate oder nur für eine Woche gespeichert werden soll:

Mehr Informationen über das Bewertungssystem
 Konfiguration | Web-Blaster | Statistik | Hilfe | Startseite