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Der erste Text am 21.8. 2001 um 03:27:00 Uhr schrieb
anoubi über Abankor
Der neuste Text am 1.2. 2023 um 17:22:58 Uhr schrieb
Christine über Abankor
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am 1.2. 2023 um 17:22:58 Uhr schrieb
Christine über Abankor

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Assoziationen zu »Abankor«

anoubi schrieb am 3.6. 2006 um 18:54:11 Uhr zu

Abankor

Bewertung: 3 Punkt(e)

Punker sind Geschichte ohne Geschichten. Licht ohne zu blenden. Und frei von Geschäften.

Laotse

Ein Samurai ist ein Mann, der nichts tut. Nichts Aufregendes kennzeichnet sein Leben.

Daisetz Teitaro Suzuki

Als Picasso einmal in Eile war, weil er zu einer Party wollte, kam ein Ölmillionär und wollte ein Bild. Picasso war mit Kaffeetasse, Socken suchen und Rasierpinsel beschäftigt und wollte den Kerl rauswerfen. Aber dann sah er die Höhe der Summe auf dem angebotenen Scheck, dachte an den Bittbrief vom Tierschutzverein und hat das Bild schnell gemalt. Daher sagen Leute auf Abankor, wenn sie ein Bild von Picasso sehen: »Das kann doch jeder

Aus den mündlichen Überlieferungen von Arrakis

»Mein Sohn arbeitet nichts. Der schreibt bloß Bücher

Aus den Erinnerungen an meinen Vater

»Sie sind Kunstmaler?«, fragt sie, und damit weiß ich schon, wie's weiterläuft. Wenn jemand seine Gedanken mit dem Wort 'Kunstmaler' ausdrückt, will er auf Bildern was erkennen. Dafür ist er dann auch bereit, lange Haare, Ohrringe und geflickte Jeans zu durchgehen zu lassn. Unter 'etwas erkennen' versteht so jemand, dass es 'schön' gemalt ist. Das Bild von einem toten Punk oder ein brennendes Auto sieht so ein Mensch nicht als Kunst, obwohl oder weil er da etwas erkennen kann.
»In was für eine Richtung malen Sie denn?«, fragt sie, und ich weiß, dass ihr innerer Katalog nur die Möglichkeiten Impressionismus, Expressionismus, Surrealismus, Naturalismus, Realismus, Radikalismus und vielleicht auch Graffiti in die Schau stellt. Mit dem zuletzt Genannten wäre sie schon sehr progressiv. Das bezweifle ich.
»Ich male ungegenständlich«, sage ich.
»Ach abstrakt?«, sagt sie kühl.
»Nein, ungegenständlich, so wie KurzDie Namen Graf und Lebert verschweige ich, denn die kennt sie vielleicht, und das würde das Gespräch in die Länge ziehen. Sie schaut mich an und versteht nicht mal Bahnhof.
»Ich male platypisch«, sage ich, und spüre meine wachsende Ungeduld. »Ich abstrahiere nicht, ich verschlüssele nichts, ich deformiere nicht, ich forme Eigenes
»Sie malen Farbkompositionen?«
Jetzt weiß ich genau, dass sie mich, in ihren Kunstspekulationen, als uninteressant abgehakt hat. Farbkomposition ist das Wort für sinnloses Geschmier, dem man nur aus pädagogischen Gründen zuzustimmen hat, wenn es das eigene Kind aus dem Kindergarten mitbringt. Dann wäre der allerdings schon sehr sehr progressiv.
Sie guckt sich bereits nach neuen Gesprächspartnern um, ich regristriere es mit Wohlgefallen, aber noch ist keine Erlösung in Sicht, also fragt sie weiter: »Was wollen Sie denn mit so einem Bild sagen
»Sagen will ich nichts, denn dann müßte ich schreiben. Die Malerei stellt dar und her, das Erzählen und Erklären ist ihr, Gott, Buddha und Allah sei Dank dafür, weggenommen worden
Bevor sie nun die finale Fluchtfrage stellt, müssen noch zwei oder drei Punkte abgehakt werden.
»Haben Sie das studiert
»Ja«, sage ich, und nun läuft das Programm fehlerfrei.
»Dann könnten Sie also auch was Richtiges malen. Eine Katze oder Blumen
»Ja
Sie ist natürlich über die zur Party eingeladenen Gäste etwas informiert, daher war die nächste Frage überfällig:
»Was macht Ihre Frau
»Sie ist Schriftstellerin«, sage ich und weiß, von diesem Gast bleibt meine Frau unbehelligt. Leute, die das Wort Kunstmaler verwenden, haben Angst vor Schriftstellern. Denn sie glauben, das seien Menschen, die wissen wollen, warum ihr zweiter Mann sie verlassen hat und ob ihr Vater seine Kinder schlug. Jetzt, endlich, kommt die finale Fluchtfrage:
»Können Sie davon leben
»Ja, gut«, sage ich, und weiß, dass die Dame heute, morgen und übermorgen was zu erzählen hat, denn wenn einer gut davon leben kann, dann ist das schon das Weitersagen wert. Sie werden nun in ihren Kreisen und Quadraten darüber jammern, wie schlimm die Welt geworden ist. Denn der Ärger darüber, dass sie für ihr Geld arbeiten muß, oder zumindest ihr Mann, nagt jetzt schon in ihr. Da ich leider schon in meiner sadistischen Phase bin, und um ihren Ärger zu vergrößern, schiebe ich nach und frage: »Sie haben doch was über Khaled al-Masri in der Zeitung gelesen?« »Ja warum?« »Die CIA war da ganz nah dran. Die Terroristen wohnten in Ulm in der gleichen Straße, nur eben zwei Häuser weiter weg.« »Woher wissen Sie dasSie haben aber seltsame Bekannte verkneift sie sich, mit Anstrengungen. »Von einem Palästinenser«, sage ich, und bin nun endgültig unten durch, obwohl auch sie gelegentlich kifft, aber sie und/oder ihr Mann würden das Land ihres Dealers nicht auf einer Landkarte finden. Sie haben zwar Karten, aber wahrscheilich kann sie nicht mal auf Anhieb sagen, in welchem Land Ulm liegt.
»O hallo«, ruft sie nun endlich beim Anblick neuer Gäste, die eben am Buffet angekommen sind, murmelt, für mich, höflichst eine Entschuldigung und ist weg.
In der Wahrheit bin ich Waffen- und Drogenhändler und meine Frau erarbeitet Komplettlösungen für mittelständische Betriebe und ihre Vernetzungskonzepte und berät, ganz allgemein, im Bereich Bürokommunikation. Wir leiten einen erfolgreichen kleinen Familienbetrieb.
Die Maler-und-Schriftstellerin-Schablone ist gewiß etwas sadistisch, ich lasse sie aber auch nur dann aus meinem Computer, wenn ich Ruhe haben will.
Und, ich liebe meine Frau und unsere Exzentrik, und genieße die Einsamkeit am Rand, das Gefühl, nicht in der Mitte stehen zu müssen.

Thommie Bayer: »Menschen wie du und ich«; PSYCHOLOGIE HEUTE Taschenbuch 1990

»Die Geschichte ist einfach die«, sagte der Maler. »Vor zwei monaten ging ich zu einem der großen Empfänge Lady Brandons. ... Ich war etwa zehn Minuten im Saal und schwatzte mit aufgetakelten Witwen und langweiligen Akademikern, als ich plötzlich spürte, daß mich jemand ansah. Ich wandte mich halb zur Seite und sah <Thomas> zum ersten Mal

Oscar Wilde: »Das Bildnis des Dorian Gray«; Goldmann Klassiker, S. 13

Anmerkung: Die Geschichte ist einfach die: Ich las das Buch, zum ersten Mal, als 15jähriger, und das eben Wiedergegebene war die, für mich, erotischste Szene, die ich (in diesem Leben?) las. Denn, ich war erst 15. Und es vergingen viele Jahre. Dann kam das Jahr 1979, ich ging, in Nürnberg, ins Kommunikationszentrum, und sah Thomas zum ersten Mal.

Peter Roos: »Bücher sind Briefe an Freunde

anoubi schrieb am 26.4. 2006 um 02:40:20 Uhr zu

Abankor

Bewertung: 4 Punkt(e)

Fast niemand wird Abankor ernst nehmen. Nur da und dort wird eine unbefangener Mensch, der (noch) nicht weiß oder zu wissen glaubt, was Abankor ist. den Sinn meiner Sätze verstehen. Alle anderen werden sie als »Unsinn« lesen, mit dem einzigen Unterschied, dass die einen - »im Ernst« - meinen, Abankor sei eine Verkettung von Seelenwanderungen, während die anderen Abankor als eine Aufeinanderfolge chemischer Reaktionen auf Naturgesetze erkennen. Ich glaube nicht, dass es meine Situation verbessert, wenn ich diesen superklugen Menschen erkläre, dass die uranfängliche und daher wesentliche Bedeutung des Wortes »Abankor« nur ins Licht kommt, wenn wir Abankors Geschichte als Biographie betrachten, und nicht als Metaphysik oder Biologie. Aus dem schlagenden Grund, dass Metaphysik und Biologie nur Kapitel aus Biographien sind, nämlich das, was Metaphysiker und Biologen in einem Teil ihres Lebens machen.

José Ortega y Gasset: »Gesammelte Werke«, Band III, S. 62

anoubi schrieb am 21.9. 2002 um 02:34:02 Uhr zu

Abankor

Bewertung: 2 Punkt(e)

Anoubi holte sein letztes Geld aus der Bank, zehn Dirham (= marokk. Währung). Nicht viel, dachte er. Egal, am ersten gibt es ja wieder Sold. Da er allein und mit so wenig Geld in der Tasche immer etwas ängstlich war, zog er seine besten Klamotten an und latschte vom Berg runter ins Dorf. Auf dem Alexanderplatz hörte er kurz einem Redner zu. Da der Mann wegen dem Protestgeschrei der Punker usw. kaum zu verstehen war, und Anoubi etwas schwerhörig ist, wollte er näher an den Redner ran. Zwei Sicherheitskräfte stellten sich ihm in den Weg. »Muß ich meinen Presseausweis rausholen oder was?«, fauchte Anoubi.
Sie sind im Sicherheitsbereich», fauchte der Uniformierte zurück. Und sein Kollege schubste Anoubi unsanft Richtung Punker. «Arschloch», sagte Anoubi zu ihm und ging wieder in seine Wege. Ereine Bratwurst, kaufte eine Karte, weil ihm der Spruch auf der Karte gut gefiel. Beim Tabakhändler fragte er nach dem Preis einer Packung «Faß mich an». 2 Dirham 65. Da liefert ja mein Dealer billiger, dachte Anoubi. Er nahm und bezahlte drei Zigarillos. Dann kaufte er die «Stuttgarter Zeitung», weil er dort Freunde hat. Dann stand er in der Bahnhofshalle vor dem italienischen Cafe. Er zählte sein Geld. Für eine Tasse Kaffee reichte es noch. Sogar mit Trinkgeld. Anoubi hat auch schon als Kellner gearbeitet. Folgerichtig ist ihm, kein Trinkgeld geben, unangenehm. Dann saß er vor seinem Kaffee und vertiefte sich in die «Stuttgarter Zeitung». Aber gleich nach dem Anfang wurde er gestört. Ein Typ wollte ihm die Obdachlosenzeitung «Stütze» verkaufen. Anoubi: «Ich hab kein GeldDer Typ musterte ihn und seine gute Kleidung (die beste, die Anoubi hat) «Du hast kein Geld?», knurrte der Typ. Und dann giftig: «Aber hier sitzen und Cafe trinken, das kannst du.» «Okay, okay », sagte Anoubi besänftigend. «Wenn ich das nächste Mal ins Dorf komme, nehme ich mehr Geld mit. Ich belade meinen Packesel und komm mit dem EselIm gleichen Moment tönte aus Anoubis Handy: «Dein Esel hat keene Lust."
Ich hab diese Geschichte vielleicht etwas langatmig erzählt. Aber, sie ist erst heut nachmittag passiert. Jetzt bin ich müde, und geh ins Bett. Boujadi

anoubi schrieb am 10.9. 2002 um 01:18:14 Uhr zu

Abankor

Bewertung: 1 Punkt(e)

Feudal. Zum Lehnswesen gehörend. Aus mittellat. feodale »geliehen«, zu feudum »bewegliches Eigentum«, übertragen: »prunkvoll, vornehm«; wahrscheinlich aus got. faihu »Vieh, Vermögen«. Der Maßstab für ein Vermögen war früher der Besitz der Viehherden. Daher das umgangssprachliche Wort »Stimmvieh«. Die Bedeutungsverschiebung zu »vornehm« geschah auf den Brettern der Aristokratie. Deutsch: Adel, Adelsherrschaft; aus dem griech. aristokratia »Herrschaft der Vornehmsten« (meist des Geburtsadels), aus kratein »herrschen, zu kratos «Kraft" (Quelle: Knaurs Herkunftswörterbuch).
In Abankors uhrwüchsiger Vergangenheit herrschten Priester über Krieger, diese beiden über Dealer, diese drei über Akteure und deren Viehherden, über Handwerker, Bauern, Tagelöhner, Hausbesitzer, Nichtseßhafte und Sklaven. Durch das Meer, den Himmel und den Hafen, hatte sich in Abankors Machtpyramiden schon seit Jahrtausenden ein chaotischer Wettlauf eingebürgert. Priester, Schriftgelehrte und Intellektuelle hatten sich zu Metaphysikern entwickelt. Sie suchten das, was hinter den physikalischen Gesetzen der Materie ist. Auf die Idee, das Leben, kamen sie noch nicht. Die Suche war und ist ein Zeitfresser. Priester sagen, mehrheitlich, mit 80 noch das gleiche wie mit 18. Sie sind Dogmatiker. Menschen mit unveränderbaren Gewißheiten. Folgerichtig haben sie mehr Zeit und Geld für Machterwerb und Machterhalt. In Abankor sind sie nicht mehr in der Macht. Sklaven leben nur noch als Vergangenheit. Nichtseßhafte wohnen in Hotels und Pensionen. Die mächtigsten User, Benutzer, der Schiffe und Maschinen, waren eine Mischung aus Technikern, Kriegern und Dealern in einer Person.
Dealer (engl.) 1 Kartenverteiler in einem Spiel; 2 Händler, der auf eigene Rechnungen Geschäfte macht; 3 Geschäftemacher, die ein Ganzes teilen, verteilen und wieder einsacken. Boujadi schrieb: »Dealen heißt ein Ganzes teilen, verteilen, einsacken, teilen, verteilen und sich beim Wiedereinsacken wundern, weil es nicht mehr funktioniert
Boujadi war noch ein Kind, als Vater starb. Er war noch ein Kind mit fragenden Augen, und schon ein Dealer über Dealern, und seine Worte hatten Gewicht. Man liebte seine Smaragde, seine Freiheit, Schönheit, Jugend, den Glanz seiner Erscheinung, das Gold und Öl in seinem Palast, wer aber, liebte Boujadi?
Dorian?
Dorians Art, sich zu kleiden, und die besonderen Stile, die er von Zeit zu Zeit annahm, hatten auf die Elegants in den Straßen von London, New York, Madrid, Tokio, Paris, Berlin, auf ihre Gespräche, Filme und Feten, großen Einfluß, man kopierte ihn.
Während er jedoch nur zu bereit war, die Stellung, die ihm aufgrund seines Ranges, erworben durch Geburt, angeboten wurde, anzunehmen und auszufüllen, wünschte er dennoch, in seinem Inneren, mehr zu sein als ein Mensch seines Standes und seiner Klassen. Er kannte den Wunsch. Sein »mehr« war ihm noch nicht bewußt. Er hatte da einen schwarzen Punkt oder ein Loch. Was es ist? - Die Ärzte streiten noch (Quelle: Oscar Wilde: »Das Bildnis des Dorian Gray«).
A an B : Der junge Herr ist nach Abankor gekommen, wozu er Lust hat. Damit ist seine Regie charakterisiert. Wir wissen warum. Auf seinem Planeten gibt es noch keine erkennbaren Widersprüche. Die Atmosphäre ist dort noch sehr dicht und das ermöglicht ein Verhalten, daß in Abankor, in der dünnen Luft unserer Straßen, schlimme Folgen hat. Aber der junge Herr meint, daß er sich in Abankor genau so benehmen kann wie zu Hause, daß er tun und lassen kann, was ihm gerade einfällt.
Wir aber stehen dagegen, und erklären, daß Abankors Gesellschaft immer auch aristokratisch ist, heute, morgen, übermorgen (Quelle: Jos#e Ortega y Gasset: »Der Aufstand der Massen«).

His Majesty's Government of Abankor. Department of State.
Dear Sir!
Du kommst hier rein, sagst, jetzt gehört dir die Welt, redest von Waffen, vom Öl und vom Geld. »Vossa merce irá o leven« (Euer Gnaden gehen, wohin man Sie führt). Yours Sincerely. Boujadi

Dorians Mutter sagt: »Er hat jetzt nen anderen Freund. Das ist ein Junge wie Papa ihn magUnd die Schrift leuchtet auf: 'Bitte zahlen! Die Sprechzeit ist leer.

Heinrich Zille: »Eins zwei drei, im Sauseschritt, eilt« das Raumzeitgeld. »Wir eilen mit

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