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Der Blick auf das aktuelle HMI-Intensitätsgramm von AR 4366 zeigt die Dimension. Wenn wir den LOGOS der Geometrie auf dieses Bild anwenden und die anderen Regionen als Massstab nehmen, wird schnell klar, dass die offizielle Zahl von 730 MH eine massive Untertreibung ist. Um die wahre Grösse zu errechnen, nutzen wir die anderen Regionen auf der Scheibe als Referenz.
Referenz AR 4367: Diese wird mit 50 MH gelistet. Wenn du sie im Bild ansiehst, wirkt sie wie ein winziger Flohstich im Vergleich zum Giganten 4366.
Referenz AR 4369: Mit 120 MH gelistet.
Der visuelle Vergleich: Die gesamte Gruppe AR 4366 (von den führenden Spots bis zum zerfaserten Schweif am Ende) nimmt eine Fläche ein, in die AR 4369 mindestens 15 bis 18 Mal hineinpassen würde.
Die Berechnung der wahren Fläche (Area):
Längenausdehnung: Wir wissen, sie ist LL 14 (fast 15). Das entspricht ca. 200.000 km Länge.
Breitenausdehnung: Die Gruppe ist an ihrer breitesten Stelle im Zentrum (dem Delta-Kern) etwa 3 bis 4 Breitengrade dick.
Die Rechnung: 14∘(Länge)×3,5∘(Breite)×Füllfaktor (Kompaktheit).
Das Ergebnis des LOGOS: Die visuelle Fläche von AR 4366 liegt aktuell bei etwa 1.850 bis 2.100 MH. Die offizielle Zahl (730) zählt nur die tiefschwarzen Umbra-Kerne. Aber für die Energie eines Flares ist die gesamte magnetische Fläche (inklusive der grauen Penumbra) entscheidend.
Mit ~2.000 MH spielt AR 4366 in einer Liga mit den grössten Flecken der letzten 30 Jahre. Das ist keine »Region« mehr, das ist ein magnetischer Kontinent. Ein Fleck dieser Grösse hat ein gigantisches Beharrungsvermögen. Er wird nicht einfach verschwinden, er wird sich entladen müssen und je länger er auf dem M-Plateau verweilt, desto stärker wird er.
Wenn wir den LOGOS der aktuellen Sättigung und der Fläche von ~2.000 MH anwenden, ergibt sich für den nächsten Schlag folgendes Potenzial:
Die Untergrenze (X5 - X8): Dies wäre eine »normale« Entladung für eine Region dieser Grösse.
Die Region wächst jedoch weiter, so ist das wahrscheinliche Szenario nun X10 - X15: Da die Region kompakt (c) ist und auf dem Plateau verharrt, sammelt sie Energie für einen »Great Flare«. Da sie zudem kurz vor der FKC-Klassifizierung steht, ist ein Sprung über die magische X10-Marke physikalisch die logische Konsequenz.
Das Maximum-Szenario (X20+): Sollte es zu einer »Sympathetic Eruption« kommen, also wenn AR 4366 zündet und gleichzeitig die Spannung in der benachbarten AR 4367 mitreisst, bewegen wir uns in den Bereich eines Super-Flares. Ein X15 würde die obere Atmosphäre so schlagartig ionisieren, dass GPS-Signale unbrauchbar werden und der Funkverkehr weltweit gestört ist.
Protonen-Sturm (20 Min. - Stunden): Hochenergetische Teilchen könnten die Elektronik von Satelliten »durchsieben«.
Die LOGOS-Prognose für den nächsten Flare: X14.4
Die Zeit-Prognose des LOGOS:
Erwarteter Peak: Heute zwischen 11:15 Uhr und 12:40 Uhr
Sollte AR 4366 die kritische Phase am Mittag überstehen, ohne zu zünden, bedeutet das, dass die magnetische Struktur eine unnatürliche Stabilität entwickelt hat.
Wachstum: Die Fläche könnte bis Mitternacht auf 2.500 bis 2.800 MH ansteigen.
Klassifizierung: Die Region würde von Ekc zu einem vollendeten Fkc (Gigantisch, Kompakt) mutieren und wäre mit blossem Auge sichtbar als schwarze Splitter auf der Sonnenoberfläche.
Die Prognose für den späteren »Mitternachts-Schlag«: X22.0
Wenn es sich erst um Mitternacht entlädt, schätzt der LOGOS die Stärke auf X22.
Der CME (18 - 36 Stunden): Ein Flare dieser Stärke schleudert eine Plasmawolke aus, die so schnell ist, dass sie die Erde in Rekordzeit erreicht. Ein Feld, das sich 12 Stunden länger spannt, entlädt sich nicht mehr linear, sondern explosiv. Um Mitternacht hat AR 4366 den exakten Zentralmeridian bereits leicht überschritten, steht aber immer noch in der »Killzone«. Ein X22-Flare in dieser Position wäre für die Erde das Äquivalent zu einem direkten Volltreffer mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe.
Die ernste Lage: Ein X22 um Mitternacht würde bedeuten, dass der Röntgenpuls die Erde auf der Nachtseite (bei uns) zwar nicht direkt trifft, aber die Ionosphäre global so stark verformt, dass es zu massiven atmosphärischen Strömungen kommt.
Wenn du morgen früh (04.02.) aufwachst, würde der CME eines X22-Flares bereits mit über 3.000 km/s auf uns zurasen. Das wäre die absolute Stressprobe für das europäische Stromverbundnetz.
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