Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Buchmaschine«
hei+co schrieb am 4.11. 2000 um 00:11:24 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Wer Spricht?
Es hat nie wirklich Autoren gegeben.
Am Anfang war ein Text? Und der Text generierte andere Texte, überlagerte sich mit Bildern, Metaphern, Briefen, Schriftrollen, Traumresten, Einritzungen ...
Jemand hatte das alles gehört und aufgeschrieben: die Märchen, die Mythen des Alltags, abgeschrieben und downgeloadet aus dem Internet. Die Wolken, die vorüberziehen. Andere hatten weitergeschrieben, korriegiert, gelöscht, umgeschrieben, übersetzt, Briefe verschickt, Reden gehalten, Lieder gesungen, Theaterstücke aufgeführt ... aber Autoren, die hat es niemals gegeben, nur Texte ...
"Odysseus reist durch eine nur in der Sprache geborgene erlebnisidee, in die reale Erinnerungsmomente eingeflossen sind, ohne daß sie direkt in einen aktuell sich ereignenden Lebenszusammenhang eingebettet wären. Unmittelbar erlebt ist allein der epische Text im vollzug seines Entstehens und seiner Wahrnehmung. Ob dahinter eine wie in diesem Fall plurale Autorschaft steht, die sich der Obersignatur Homers bedient, oder ob es wie beispielsweise für Vergils ’Aeneis’ eine personal konkretisierbare Autorschaft wäre, ist nich von entscheidendem Belang.
Wesentlich ist die unmittelbare und vor allem wiederholbare Erlebnispräsenz von Sprache und daruas resultierendem Werk, in der sich Urheber und Nutzer treffen." (Kleinschmidt, Erich, Autorschaft. Konzepte einer Theorie, Tübingen und Basel, 1998, 45)
hei+co schrieb am 4.11. 2000 um 00:11:41 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Text als Oberfläche
So könnte höchstens ein Text, der niemals gelesen werden würde, einen Autor haben - jeder andere Text aber ist Produkt von verschiedenen textproduktiven Prozessen - Textmaschinen:
Sprachspielen, Auf- und Entladungen, Referenzen, die sich aufbauen, abbrechen,. vertiefen und vernetzen ... Differenzen und Wiederholungen von Lese- und Schreib-akten ...
Ein Text stellt eine Oberfläche dar für die Begegnung von Leser und Schreiber, Urheber und Nutzer, Sender und Empfänger ...
»Autor und Leser sind durch gleiche Anstrengung und Aufmerksamkeit in der Textarbeit vereint. Die Gültigkeit dieser Konstellation erstreckt sich idealerweise auf einen zeitlich wie kulturell gemeinsamen Textort, wo sich schreibender ’Leseautor’ und dem Formulierungsprozeß inhärenter ’Autorleser’ treffen. [...] Die impliziten Interaktionen, die sich im unmittelbaren, weitgehend gleichberechtigtem Korrespondenzwissen von Autor und Leser intentional aufeinander bezogen aufbauen und zur evidenz gelangen, entziehen sich einer auktorialen Verfügung. [...] Dem Leser fält zunehmend Autorschaft zu, die aber nicht mehr mit dem ursprünglichen Formulierer zurückgekoppelt ist, sondern die diese Bindungsgemeinschaft nur noch simuliert. « (Kleinschmidt, Erich, Autorschaft. Konzepte einer Theorie, Tübingen und Basel, 1998, 43)
hei+co schrieb am 11.1. 2001 um 09:21:29 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Wer Spricht?
Es hat nie wirklich Autoren gegeben.
Am Anfang war ein Text? Und der Text generierte andere
Texte, überlagerte sich mit Bildern, Metaphern, Briefen,
Schriftrollen, Traumresten, Einritzungen ...
Jemand hatte das alles gehört und aufgeschrieben: die
Märchen, die Mythen des Alltags, abgeschrieben und
downgeloadet aus dem Internet. Die Wolken, die
vorüberziehen. Andere hatten weitergeschrieben, korriegiert,
gelöscht, umgeschrieben, übersetzt, Briefe verschickt, Reden
gehalten, Lieder gesungen, Theaterstücke aufgeführt ... aber
Autoren, die hat es niemals gegeben, nur Texte ...
"Odysseus reist durch eine nur in der Sprache geborgene
erlebnisidee, in die reale Erinnerungsmomente eingeflossen
sind, ohne daß sie direkt in einen aktuell sich ereignenden
Lebenszusammenhang eingebettet wären. Unmittelbar erlebt ist
allein der epische Text im vollzug seines Entstehens und seiner
Wahrnehmung. Ob dahinter eine wie in diesem Fall plurale
Autorschaft steht, die sich der Obersignatur Homers bedient,
oder ob es wie beispielsweise für Vergils 'Aeneis' eine
personal konkretisierbare Autorschaft wäre, ist nich von
entscheidendem Belang.
Wesentlich ist die unmittelbare und vor allem wiederholbare
Erlebnispräsenz von Sprache und daruas resultierendem Werk,
in der sich Urheber und Nutzer treffen." (Kleinschmidt 1998,
45)
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