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Bettina Beispiel schrieb am 24.10. 2005 um 23:44:13 Uhr über

Flugzeug

»Schieß auf ihner ist ein Air Marshal«

Wolf-Dieter Roth 12.01.2005
Unsinniger Dresscode für Sicherheitskräfte gefährdet diese und stellt ihren Sinn in Frage
»Könnt ihr euch vorstellen, ein Al-Quida-Bürokrat hätte verlangt, dass die Attentäter des 11. September Ich stehe auf Osama-T-Shirts tragen müssen?«, so fragt die Journalistin [extern] Michelle Malkin. Doch Thomas Quinn, [extern] Chef der »Air Marshalls«, verlangt genau dies von seinen Mitarbeitern: Sie müssen professionell, stets repräsentativ und nach militärischen Dienststandards gekleidet sein!

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Man kennt es von der S- und U-Bahn: Wenn die Schwarzfahrerkontrollen bereits von weitem an ihrer Uniform als solche erkennbar sind, stellen bei deren Einsteigen plötzlich etliche Fahrgäste fest, dass sie gerade ganz dringend aussteigen müssen, nämlich um sich einen Fahrschein zu besorgen. Das ist für die Kontrolleure natürlich ärgerlich, aber zumindest nicht unmittelbar gefährlich.

Anders ist es bei den seit dem 11. September 2001 auf US-Flügen mitfliegenden [extern] »Air Marshals«, die tunlichst unerkannt die Sicherheit an Bord gewährleisten und mögliche Terroristen im Vorfeld außer Gefecht setzen sollen. Doch es ist eher genau umgekehrt, denn dank einer »Kleiderordnung« fallen sie als »Men in Black« wie frisch aus der Matrix seit mittlerweile zwei Jahren auf vielen Flügen auf wie ein bunter Hund: Sie müssen stets korrekt uniformiert sein, egal wohin der Flug geht und auch wenn sie dann im August in Miami im Anzug mit gestärktem Hemd zwischen Touristen in Hawaii-Hemden sitzen. Für die Air Marshals ist dies wie ein leuchtender Aufkleber auf der Stirn »Lieber Terrorist, erschieß mich zuerst!«.

Doch obwohl die Optik der Air Marshals Vielfliegern längst bekannt ist und diese zu ihrem Unbehagen bereits von den Fluggästen als solche begrüßt werden, geht Thomas Quinn [extern] gegen jene vor, die das Sicherheitsproblem publik gemeint haben und [extern] droht Mitarbeitern mit Kündigung, die sich der Kleidung der Fluggäste anpassen und nicht wie eine Schießbudenfigur hervorstechen wollen.

Nun wird [extern] dazu aufgerufen, Thomas Quinn zu feuern. Dieser [extern] bestreitet, dass es Kleidervorschriften gibt. Doch der [extern] Dresscode bleibt. Damit wissen die Terroristen auch, wer die Knarren legal an Bord schmuggeln darfsie müssen selbst gar keine mitbringen. Die Air Marshals spielen mit Quinns Überwachern [extern] Katz und Maus, um normal gekleidet an Bord gehen zu können. Und mittlerweile ziehen sich normale Businessflieger bereits für den Flug extra leger an, um nicht fälschlich für einen Air Marshal gehalten zu werden

Natürlich ist immer noch die Frage, ob »Zivilkleidung« allein die Air Marshals sicher schützt. Es kommt nämlich noch das eventuell auffällige Verhalten hinzu. Zumindest in der Münchner S-Bahn sind die Schwarzfahrerkontrollen immer schon ohne Uniform aufgetreten – und dennoch zücken manche Fahrgäste bereits wissend den Fahrschein oder rufen gar »AchtungFKKdurch das Abteil, wenn sie drei Gestalten mit Bierbauch sehen, die im letzten Moment den Zug besteigen und sich bis zur Abfahrt in der Nähe der Tür herumdrücken…




http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19211/1.html


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