Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Sympoesie«
Friedrich Schleiermacher schrieb am 29.3. 2001 um 20:46:16 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Diese gemeinschaftliche Praxis wird sicherlich auch von romantischen Verschmelzungswünschen angetrieben. Im selben Brief schwärmt Schlegel von einer »Kunst, Individuen zu verschmelzen« und entwirft ein Programm teilnehmender Kritik, die eben solche »fantastischen Kombinationen« verschiedener Autoren vornehmen kann (durchgespielt am Beispiel von Jean Paul und Peter Leberecht). Ganz praktisch leben die Romantiker aber auch schon frühe Formen von Wohngemeinschaft , Frauenenmanzipation, und freier Liebe, was sie in dieser Hinsicht zu Vorläufern der Studentenbewegung macht.
Die Intention des Symphilosophierens war radikaldemokratisch, die außerakademischen gemeinschaftlichen literarischen Produktionsformen fanden ihren Ausdruck in einem kompromißlos freien Ideenaustausch bis hin zu deren Verwertung.
Zentrum der frühromantischen Lebens- und Produktionspraxis wurde ein auf Autonomie des Einzelnen zielender emanzipatorischer Begriff von Gesellschaft und Geselligkeit, der die Segmentierung und Partialisierung der arbeitsteiligen bürgerlichen Lebenszusammenhänge und eine nach Herkunft selektierende geschlossene Gesellschaftsform zu überwinden trachtete:
Schleiermacher entwickelte in seiner anonym veröffentlichten Abhandlung »Versuch einer Theorie geselligen Betragens« das Konzept einer freien produktiven Geselligkeit, in der der Einzelne in einem idealen Netzwerk von Querbeziehungen mit den Anderen in permanentem Austausch steht und durch Schnittstellen zu den fremden Spären seinen Horizont und vor allem seine Perspektive erweitert:
»Alles soll Wechselwirkung seyn [...] Alle sollten zu einem freien Gedankenspiel angeregt werden.«
( Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Schriften auf der Berliner Zeit 1798-1799, Kritische Gesamtausgabe Bd. 2, Berlin 1984, Historische Einführung des Herausgebers Hans-Joachim Birkner, S. 170)
mcnep schrieb am 18.1. 2004 um 22:08:24 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Musik gesteht ein, daß das Schicksal der Welt nicht länger vom Individuum abhängt, aber sie weiß auch, daß dies Individuum keines Inhaltes mächtig ist, der nicht sein eigener, wie auch immer abgespaltener und ohnmächtiger wäre.
Adorno, Mahler 216
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