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rge Russell, Tricky und Martina kommt von dort draußen. Sie ist Musik von Alice Coltrane und Sun Ra, Underground Resistance und
Menschlichen entrückt; sie kommt aus der Zukunft. Alien Music ist ynthetischer Rekombinator, eine angewandte Technologie der t, die den Grad der Fremdheit, der Entfremdung und des Befremdn i erhöht. Optimiere die Exzentrizitätsquotel Synthetisiere dich
eginn an war diese Ära des Postsoul von extremer Gleichgültigegenüber dem Menschlichen gekennzeichnet. Das Menschliche ist ertlose und trügerische Kategorie.
ligem Gleichklang mit dieser posthumanen Perspektive erscheint turismus des Biack Atlantic. Ob es sich dabei um die afrofuturie musique concräte von George Russeli und Roland Kirk handelt en Kernspaltungsjazz von Teo Macero und Miles Davis, die Elecder Worid 4 von Sun Ra und Herbie Hancock, den Astro Jazz, ice Coltrane und Pharoah Sanders spielen, oder den kosmophon HipHop Dr Octagons und der Ultra Magnetic MCs, den Postder Jungie Brothers und Trickys, die spektralen Dubklänge der sts oder Lee Perrys, den außerirdischen Elektrosound Haashims uichi Sakamotos, die herrischen Acidklänge von Bam Bam und , die sinistre Verführungsmusik von Parliaments Star Child oder errhythmischen Psychedelia von Rob Playford und Goldie, und A Guy Called Gerald - in all diesen Fällen nimmt der soniturismus stets eine grausame, despotische, amoralische Haigenüber der Spezies Mensch ein.
lich ist die Epoche, in der die Geschichte des HipHop schon deckte, was sich in der Maschinenmusik tat, längst vorbei. All titionen, man möge HipHop endlich ernst nehmen, all die an die BBC, Techno eine faire Chance zu geben und auch mal in Ohr zu leihen, hätten schon vor Jahren aufhören sollen. Es lich nichts mehr zu beweisen: All diese Rhythmaschinen sind ltweit erfolgreich.
h keine Bronxfabeln mehr eintrichtern, vergeßt die orthodoxen iturgien. Davon gibt es schon mehr als genug. Statt dessen Heller als die Sonne auf die verschiedenen Futurhythmaschiiversen Felder konzentrieren und nur den inneren Emigranten genau zuhören: dem außerweltlichen Denken Trickys, den others mit ihren Heilmitteln für angekränkelten HipHop, dem enkunsttheoretiker Ramm.ellzee und seinem mythillogischen s gotischen Futuri'smus und ikonokiastischen Panzerismus. cht um eine Geschichte von Techno, so zwingend derlei klin-
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gen mag, sondern um ein Heranzoomen der Kriegsmaschinen von Underground Resistance und der unidentifizierbaren Audioobjekte auf X-102 Discovers,The Rings of Saturn'. Hier wird nicht um die angemessene Achtung vor Jungle gebettelt, sondern eher eine Vergrößerung diverser ganz besonderer Aspekte der Hyperdimensionalität dieser Musik vorgenommen, die man an 4 Hero, A Guy Called Gerald, Rob Playford und Goldie studieren kann.
Ein Geschichtsbuch, das alles auf engem Raum zusammenpreßte, würde lediglich die Absonderlichkeit der Rhythmaschine verdunkeln. In seinem Griff nach Vollständigkeit würde so ein Buch die Künstlichkeit auflösen, nach der sich alle Menschen sehnen.
Im Gegensatz dazu wagt sich Heller als die Sonne weiter nach innen.
Liebevoll wird bei einem einzelnen Remix verharrt, werden die fiktionalen psychoakustischen Räume von Zwischenspielen und Intros untersucht und extreme Anstrengungen unternommen, um die Illogik, vor der andere Studien Reißaus nehmen, herauszustellen. Fröhlich werden bekannte Namen ausgeblendet (kein Tupac, keine NWA) und historische Vorgänger ignoriert (die lying griots und King Tubby kommen nicht vor, nur ein paar Einsätze werden beim großen Stockhausenrennen verwettet). Die widerliche amerikanische Gier nach Bekenntnisbiographik, nach "eigenen Geschichten, erzählt in eigenen Worten' wird vermieden. Tröstlichen Herkunftsbestimmungen und sozialen Kontexten wird der Zugang verwehrt.
Überali wird die Straße' als unhintergehbare Letztrealität betrachtet, eine Zwangslogik, die alle schwarze Musik erklärt, wobei bequemerweise antisozialer Surrealismus durch absichtsvoll falsches Hören in sozialen Realismus umgefälscht wird. Hier jedoch soll der Sound sich von solchen Zwängen befreien, bis er sich von aller sozialen Verantwortlichkeit löst, in bewußter Betonung seines Irrealitätsprinzips.
Unter der schmerzhaft archaischen Herrschaft von Cultural Studies, der Technophilosophie und der Cyberkultur versucht die Theorie stets, der Musik zu Hilfe zu kommen. Die Organisationsformen des Sounds werden historisch, politisch und sozial interpretiert. Wie ein Schulmeister lehrt die Theorie die Musik von heute, was sie wissen muß. Dabei erstickt sie den Ehrgeiz der Musik, weist sie in die Schranken, zeigt ihr, wo sie hingehört, und versöhnt sie mit ihrem naturgemäßen Schicksal der Zurückgebliebenheit.
in Heiter als die Sonne passiert ausnahmsweise genau das Gegenteil: Die Musik wird in ihrem herrischen Ehrgeiz ermutigt, die Chronologie wie eine leere Tüte Knabberzeug zu zerknallen, die Wirklichkeit mit ihrem mutwilligen Überschwang zu verdecken, die Sonne zu überstrah-
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