>Info zum Stichwort Empire | >diskutieren | >Permalink 
% schrieb am 1.7. 2003 um 02:18:43 Uhr über

Empire

des Einsatzgebiets» der Interventionen, als «Maßnahmen einer hcrrschenden Ordnung der Produktion und Kommunikation innerhalb einer vereinheitlichten Welt,@. Hier wirken NG0s und die Vorstellung des »gerechten Kriegs@@ (49,50), @@das Empire erscheint so in Gestalt einer High-Tech-Maschiiie.« (53)
"Die Machtverhältnisse des Empire deuten auf etwas Grundlegeiides, auf die Produktivkraft des Systems, des neuen biopolitischen ökonomischen und institutioiiellen Systems. Die iniperiale Ordnung bildet sich nicht allein aufgrund ihrer Macht zur Akkumulation und zur globalen Expansion, sondern gleichermaßen auf der Basis ihrer Fähigkeit, sich wesentlich selbst zu entwickeln, zum eigenen Ursprung zu werden, sich im biopolitischen Gitternetz der Weltgesellschaft auszubreiten. Die Absolutheit ihrer imperialen Macht ist ihrer vollständigen Immaneiiz komplementär, immanent der ontologischen Maschinerie von Produktion und Reproduktion, also dem biopolitischen Zusammenhang (... ). Die Grundnorm der Legitimation findet sich so in den Tiefen der Maschine, im Kern der gesellschaftlichen Produktion. Gesellschaftliche Produktion und Legitimation dürfen deshalb nicht als primär und sekundär, noch als Momente von Basis und Oberbau angesehen werden. Sie stehen vielmehr in einem Verhältnis absoluter Parallelität und Vermischung, sie entsprechen einander in einer biopolitischen Gesellschaft. Im Empire, im Regime der Biomacht, fallen ökonomische Produktion und politische Konstitution tendenziell zusammen@,. (55).
Kämpfe haben die Funktion, diese im Paradigma angelegte Macht zur ihrer Vervollkommnung lierauszufordeni (62 ft@ »Sie setzen die Globalisierungsprozesse in Gang und erhalten sie aufrecht « ... (72), »sie ringen um die Befreiung der lebendigen Arbeit« (74), nicht etwa von der Arbeit, bis sie so weit ist, dass sie als »soziale Produktivkraftkraft« nur noch einem parasitären »Beuteapparat« gegenübersteht. (75)
Globalisierung ist Raum für die Verwirklichung des Machtparadigmas, darum ist Widerstand und Gegnerschaft unter Verteidigung des Lokalen schädlich (59), Widerspruch wird von und aus der Maschine »ausgeräumt« und »wirkungslos«, wie wir schon gesehen haben. (48) Denn »das Empire ist an sich gut«, und seine »Errichtung markiert einen Schritt nach vorn«. (57) »Das Empire bildet sich vor diesem Horizont heraus, in den unsere Körper und Köpfe eingebettet sind (... ). Das Empire bildet das ontologische Gewebe, in dem alle Machtbeziehungen miteinander verwoben sind - politische und ökonomische ebenso wie soziale und per-


132

sönliclie. Überall in diesem liybriden Gebilde offenbart die interiie Struktur des Empire die biopolitisclie Struktur des Seins.« (362)

XIII. PASSAGEN-GESCHICHTE AUS DER HERRENPERSPEKTIVE
Wir rekapitulieren. Das gemeinsame Wachstum von Empire (Souveränität) und Biomacht (Produktion) zum absoluten weltlierrschaftlichen Regime ist vorgegeben, die Formation von Begeliren und Energie seiner sozialen Träger (Menge) ist das propagandistische Projekt des Buchs. Geschichte ist nur mehr Übergang, »Passage«, Vollzug, Illustration, propagandistische Insze-

nierung in einem.
Ich könnte den Übergang eigentlich übergehen. Der Vollständigkeit halber werde ich ihn übertliegen und die »Passagen« passager und in der gebotenen Kürze abhandeln. In »Passagen der Souveränität« wird, da es um »Einbettung« unserer Köpfe geht, Souveränität als Kopfgeburt, als Ideenpassage erzählt (83-216), Produktion als Produktivkraftpassage (233-358), in denen - aus der Perspektive von oben - die am Anfang vorgegebenen Elemente immer wieder durcligekaut und eingebläut werden. Die Perspektive von unten, die Geschichte der sozialen Revolution kommt nicht vor, sie wird im Text erstickt.

Passagen der Souveränität, seine Geschichte der Illusionen
Von Marx wissen wir, dass es Souveränität nicht gibt. Sie ist ein Anspruch der Herren auf das (staatliche) Gewalt- und Machtmonopol. Marx, der seinen Plan einer systematischen »Kritik der Politik« nicht verwirklicht hat, hat in seiner Kritik der Hegel'sclien Reclitphilosopliie ontologische Vorstellungen (Seinsvorstellungen) von der »Wirklichkeit« des Staats als illusorisch verworfen, ebenso die entsprechenden Gemeiiiscliaftsvorstellungen, wie die der Jakobiner. Sie seien Denkfiguren im Klassenkampf, mehr nicht,
@alle Kämpfe innerhalb des Staats, der Kampf zwischen Demokratie, Aristokratie und Monarchie, der Kampf um das Wahlrecht etc. etc.

133



   User-Bewertung: /
Trage etwas zum Wissen der gesamten Menschheit bei, indem Du alles was Du über »Empire« weisst in das Eingabefeld schreibst. Ganze Sätze sind besonders gefragt.

Dein Name:
Deine Assoziationen zu »Empire«:
Hier nichts eingeben, sonst wird der Text nicht gespeichert:
Hier das stehen lassen, sonst wird der Text nicht gespeichert:
 Konfiguration | Web-Blaster | Statistik | »Empire« | Hilfe | Startseite 
0.0132 (0.0082, 0.0040) sek. –– 946913821