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wuming schrieb am 15.4. 2003 um 01:37:02 Uhr über

Empire

Die neuen Barba»n e«töen it affirmativer Gewalt und habneii neue Lebenswege durch ihre eigene materielle Existenz. (227)
Wer sind diese Barbaren, was charakterisiert sie? FYN berufen sich für den Begriff des zerstörerischen und affirmativ-gewalttätigen Barbaren auf Friedrich Nietzsche. (225) Eine neue Horde von Nomaden, eine neue Rasse von Barbaren werde kommen und ins Empire einfallen oder es evakuieren. Nietzsche habe bereits Ende des 19. Jahrhunderts prophetiscli deren Schicksal erkannt, und zwar in den nachgelassenen Schriften. Aus ihnen zitierten 1-YN den er-
wartungsvollen Ruf:
@,Problem: Wo sind die Barbaren des 20. Jahrhunderts? Offenbar
werden sie erst nach ungeheuren sozialistischen Krisen sichtbar werden
und sich konsolidieren (225)

Hand in Hand mit Bruder Nietzsche gegen den Sozialismus

Wunder über Wunder. Nietzsche als Prophet linker subversiver Bewegungen? Pustekuchen. Dieses Zitat hat es in @ch. Es enthüllt schlagartig den reaktionären Charakter des Buchs und des politischen Projekts, man muss nur @s Hinweisen nachgehen.
Das Wunder ist das Ergebnis einer sehr aussagekräftigen Unterschlagung von zentralerbedeutung. Nietzsche spricht nicht von einer bloßen »neuen Rasse von Barbaren«. Nietzsche propagiert eine »herrschaftliche Rasse der .... Barbaren des 20. JahrhundertsUnd weiter: Nietzsche spielt nicht wie HN mit gezinkten Karten, er ist offen und ehrlich

Er spricht in diesem Zusammenhang nicht von einer Bewegung, er spricht von zwei Bewegungen: derjenigen der »herrschaftlichen Rasse der Barbaren« und derjenigen der Arbeiter, nichtbarbarisch, sklavisch, »Heerdenthiere«. Und vor allem straft er H/N Lügen mit ihrerbeliauptung, es lasse sich nicht genau sagen, was er hier vorhergesehen habe und worauf sich sei ne Erwartungen richteten. (225)

Nietzsche hat den Charakter seines Projekts vielmehr ganz genau bestimmt.

Er hat dies mit einer bislang kaum gewürdigten historisch-

materialistischen Präzision getan, die seine Rezeption auf den Kommandohöhen der progressistisclien Globalisierung im »Griff nach der Weltmacht« des Kaiserreichs erklärt. Es lohnt sich gerade heute, sie zu kennen.


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Der Gesamtkontext, aus dem das Fragment genommen ist, gibt seine Gedanken zu einer materialistischen und politischen Philosophie aus der Perspektive des Klassenkriegs von oben wieder, des Klassenkriegs der neuen ElitenBarbaren«) gegen die Massen. Zunächst zum Zitat. Es lautet mit den unterschlagenen Tei-

len:
»Gesammt-Anblick des zukünftigen Europäers, Derselbe als das intelligenteste Sklaventhier, sehr arbeitsam, im Grund sehr bescheiden, bis zum Excess neugierig, vielfach verzärtelt, willensschwach- ein kosmopolitisches Affekt- und Intelligenzen-Chaos. Wie möchte sich aus ihm eine stärkere Art herausheben? Eine solche mit klassischem Geschmack? Der klassische Geschmack: das ist derwille zurvereinfachung, Verstärkung, zur Sichtbarkeit des Glücks, zur Furchtbarkeit, der Muth zur psychologischen Nacktheit (... ). Um sich aus jenem Chaos zu dieser Gestaltung empor zu kämpfen - dazu bedarf es einer Nöthigung: Man muss die Wahl haben, entweder zugrunde zu gehen oder sich durchzusetzen. Eine herrschaftliche Rasse kann nur aus furchtbaren und gewaltsamen Anfängen empor wachsen. Problem: Wo sind die Barbaren des 20. Jahrhunderts? Offenbar werden sie erst nach ungeheuren socialistischen Krisen sichtbar werden und sich consolidiren, - es werden die Elemente sein, die der größten Härte gegen sich selber fähig sind und den längsten Willen garantiren können........
Dieses Zitat hat einen festen Platz. Es entstammt einem der vielen Entwürfe für das Buchprojekt »Der Wille zur Macht«, und zwar dem geschlossensten und umfangreichsten von ihnen. Der Entwurf umfasst 374 Aufzeichnungen, die Nietzsche Mitte Februar 1888 zusammengestellt mit einem Register inhaltlich geordnet hat». Das Register weist unser Zitat dem Teil IV zuDie soziale Frontlinie, die Nietzsciie hier zieht, ist politisch-ökonomisch völlig klar und eindeutig. Sie offenbart ein außerordentlich der Produktion, wie sie sich zu seiner Zeit ankündigten und ihre scharfes Bewusstsein von den materiellen Prozessen im Bereich

Projektionslinien ins 20. Jahrhundert warfen. Der durch das Register hergestellte Kontext fasst folgende Fragmente zusammen:

2 1 F. Nietzsche, Nachlass 1887-1889, Hg. G. Colli und M. Montinari, Kritische Studieiiausgabe (ediert auf der Grundlage der »Kritischen Gesamtausgabe«, im Folgenden KSA), Bd. 13, S.17
22 vgl. G. Colli und M. Montinari, Kommentar zu Band 1-1 3, KSA Bd. 14,

S. 383ff., hier Seite 391, 392
KSA Bd. 13, S. 195ff.


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