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»Du,der Du in mir und um mich herum bist« ...» «Du hast mich einst erschaffen nach Deinem Bilde».. Diese beiden Sätze des Psalms 23/1 sind sehr mißachtete und leider übergangene Sätze, deren Beachtung viele phanatisierende Irrtümer in der Kirchengeschichte vermeiden hätten können und weiter könnten. Sie bilden die Grundlage einer wichtigen Erkenntnis über das Verhältnis des Individuums und dem, was so allgemein als «Gott» bezeichnet wird.Immer vorausgesetzt, jemand orientiert sich an der Bibel: Da «Gott» in mir und um mich herum ist, bin ich eins mit Gott. Da er mich nach seinem Ebenbilde erschaffen hat, bin ich gleich mit Gott. Wenn man sich weiter in Erinnerung ruft, daß Gott immer als absolut bezeichnet wird, und sich dann vergegenwärtigt, daß «absolut» nichts anderes heißt als «es gibt nichts anderes», also es nichts anderen gibt, als Gott, also alles Gott ist, erübrigt sich jede Diskussion über Gott als irgendetwas, das mir außerhalb gegenübersteht : Herr-Herr im Himmel-Teufel-das Böse als Gegensatz zu Gott usw. usw. Da Gott ferner alles erschaffen hat, hat er auch das sog. Böse erschaffen usw. Eine Spaltung der Schöpfung in Gott(gut) und Teufel (schlecht) gibt es demnach nicht, sondern es gibt nur eine (!) Schöpfung, die eine Einheit bildet und «Gott» ist ! Also: Entweder glaube ich an die Bibel als von Gott eingegeben und richtig, dann muß ich´anerkennen, daß Gott auch das «Böse» ist, oder ich glaube nicht (oder nicht absolut) an die Bibel, dann habe ich zumindest keinen Erklärungsnotstand bezüglich der Inhärenz der Bibel. Die Behauptung, die Bibel sei von Gott inspiriert ist für denjenigen, der nicht an die Bibel glaubt bzw. sie für das hält, wofür ich sie halte, nämlich Menschenwerk, eine sich in den Schwanz beißende Behauptung: wenn, wie in der Bibel steht (s.o.) alles Gott ist, ist die Bibel natürlich auch von Gott! Nur bedeutet das nichts besonderes, da ja alles, auch der größte Mist dann von Gott ist, somit auch die Bibel letztlich der größte Mist, aber von Gott, sein könnte. Der Wert der Bibel als positives Dokument ist aus der Sicht der Bibel also nicht ableitbar, da sich alles logisch in den Schwanz beißt. Ich mache damit keine Aussagen über den Wert der Bibel, die ich für sehr wertvoll halte, aber nur teilweise. Die Absolutheit der Bibel streite ich ab. Zumindest ist es dem Menschen aus der Sicht der Logik nicht möglich, und damit auch nicht erlaubt, die Bibel als von Gott geschrieben(oder «inspiriert») zu bezeichnen, da er nicht mit letzter Sicherheit sagen kann, ob er sich von «Gott" überhaupt eine Vorstellung machen kann. Ich meine : nein, da es aus logischer Sicht nicht möglich ist, daß sich ein System (Bio-System Mensch) selbst vollkommen verifizieren kann, da es in sich befangen ist, sich also nicht von außerhalb betrachten kann. Der Mensch kann also über eigentlich nichts eine absolut verbindliche Aussage machen . Alles ist also nur Konvention. Wir leben also letztlich von unserer Glaubwürdigkeit ! Daher ist es eine Sache der Wahrhaftigkeit, und nicht des Glaubens, ob jemand moralisch handelt, oder nicht . Diese Glaubwürdigkeit kann man messen : durch das Gewissen !
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