Yvan Golf (189.-1950) LOTHRINGENS KREUZE Herz Frankreichs Frankreich meines Herzens 'ru,n', de, Leidens Garten der Tränen In Lothringens Fruchtbäume kletterte ich Ich kelterte die Oliven der Provence Ich Pflückte deinen Kerbe[ dein Eisenkraut Frankreich: Obsthain der Liebe und Ob Linde ob Eiche Jeder Baum wird Kreuz Lothringens Kreuz Oberall wächst du Heute verwandeln ih deine alten Uln", z31@p@ n@"fe Xnren'tdlder sind nur noch Felder der Ehre Hinter deinen Kirchen knien deine ersch,s,nen Söhne Unter den Blüten des Klees tut sich ein Massengrab auf Kreuz Frankreichs Frankreich am Kreuz Eibe des Duldens Winde des Glaubens Lilie der Königinn" Maig15ckchen des Volk, Weinberg des Herrn Wein der Armen Weiße des Schaumweins Rot des Bordeaux Blau der Kornbl"en Scheiterhaufen Joh»n« Brennendes Weihnachtsscheit Rose von Chartres Straßburgs Rosette Herz Frankreichs Frankreich meines Herzens 170 Louis Aragon (geh. 1897) DER FLIEDER UND DIE ROSEN 0 Mond der Blütenfülle Mond der Metamorphosen Mai %%,o@'kenlos und Juni von scharfem Dolc'h clurchwü'hlt Nie werd ich dies vergessen den Flieder und die Rosen und jene die der Frühling in seinem Schurz behielt Nie @%@erd ich dies vergessen die tragische Verblendung de%% @@u@et% @u13e@LU-, d?,@ \l@(V. d'@e die Panzer Belgiens Gaben und liebende Verschwendung der Straßen grellen Flimmer in summendem Getos den Taumel des Triumphes voran ob Schlacht und Stürmen das Blut das im Karmin der Küsse schon erglänzt un@ @@ne auirecht '%n '%hten @@rmen die ein beratischtes Volk mit Flieder rings umkränzt Nie werd ich je vergessen die Gärten Frankreichs Fluren wie strahlende Missale vergangner Alter glühn der Abende Beklemmnis des Schweigens Rätselspuren die Rosen längs des Weges den wir vorüberzielin von Blüten ein Dementi den hetzenden Ver'rrten den fliehenden Soldaten von Furcht dahingerafft und grinsende Kanonen die tollen Räder scliwirrten so klägliche Touristen auf arger Wanderschaft Doch weiß ich nicht warum der Bilder wilder Reigen mich immer neu zurückfülirt zum gleichen Aufenthalt zu Sainte-,1,@arthe Ein General In schwarzen Zweigen ein Haus der Normandie dahinter weit ein Wald und alles schweigt Der Feind ruht sich im Dunkel aus Den Abend sagten sie daß sich Paris ergab 0 Flieder unvergessen und Rosen Strauß in Strauß und meine beiden Lieben die ich verloren hab Sträuße des ersten Tages Flieder in Flandern Flieder ,@lit milden Schatten schminkt der Tod die Wangen zu und Sträuße ihr des Rückzugs Rosen und Rosen wieder wie ferne Feuerbrände die Rosen von Anjou 171 Louis Aragon ORGELLIED VOM GROSSEN WEH DER NEUEN BARBAREI Als Schranken ihren Weg versperrten Sind sie um Mittag heimgekehrt Zu Tode müd die Wutverzerrten Sind gegen Mittag heimgekehrt Die Weiber schleppten ihre Frachten Die Männer schienen fluchbeschwert Die Weiber schleppten ihre Frachten Um ihr verlornes Spielzeug gram Der Kinder weite Augen starrten Um ihr verlornes Spielzeug gram Die Kinder ohne es zu fassen Sahn was von allen Seiten kam Die Kinder ohne es zu fassen Sahn dort des Krämers Haus verkohlt Geschütze rings auf Platz und Gassen Des Krämers Laden dort verkohlt Soldaten mit gedämpfter Stimme Ein Oberst auf den Hof geholt Sie zählten mit gedämpfter Stimme Die Toten und Verwundeten Im Schulhaus dort ein Klassenzimmer Barg Tote und Verwundete Ob die Verlobte um sie trauert 0 meine Liebste o mein Weh Ob die Verlobte um sie trauert Ihr Photo diesen Schlaf bewacht Die Schwalben fliehn der Himmel dauert 172 Ein Photo diesen Schlaf bewacht Die auf den harten Bahren liegen Sind bald begraben und verscharrt Auf ihren harten Bahren liegen Die jungen und man trägt sie fort Mit rotem Leib und fahren Zügen Trägt man die jungen Leute fort Feldwebel hat es auch noch Sinn Sie werden sterben laßt sie dort Feldwebel es hat keinen Sinn Denn kommen sie nach Saint-Omer Was finden sie bringt man sie hin 'üenn'Könn@ _g(t Sie werden nur den Feind dort finden Die Panzer trennen uns vom Meer Sie werden nur den Feind dort finden Es heißt er nahm schon Abbiville C) Herr vergib uns unsre Sünden Es heißt sie nahmen Abb6ville So sprachen die bei den Kanonen Zu den Vertriebnen in Zivil so sprachen die bei den Kanonen Die wie gemalte Schatten ragen Und blicken ängstlich und versonnen Die wie gemalte Schatten ragen Und einer der sie plötzlich sah Verlachte grausam ihre Klagen 173