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Morgens halb zehn in Deutschland oder wie man schnell mal zu seinem persönlichen Trauma kommt Sommer 2010.Meine Mutter war 15 Tage zuvor verstorben,ich regelte alle notwendigen Dinge.Meine Trauer ließ mich nachts nicht schlafen...ich stand neben mir.Heute weiß ic h,ew war ganz normale Trauer.Trauer und Übermüdung führten mich zu meinem Hausarzt.Der gab mir Tabletten und sagt mir wenn es das auch vorhandene Herzrasen schlimmer werden sollte,solle ich ohne Bedenken den Notarzt rufen.Das habe ich 2 Tage später abends halbzehn getan.Der riet mir die Klinik in der nahen Kreisstadt aufzusuchen .Das Krankenhaus hatte kein Bett frei und der diensthabende Arzt
der sich meine Geschichte anhörte schickte mich 20 km weiter in die » Psychiatrische«.ich hielt das für Unsinn,fuhr aber mit.Dachte naja...überrascht vernahm ich die Worte des Sanifahrer der mir riet nicht darauf zu bestehen das es nur <Trauer und Stress seien.Angekommen musterte mich ein übellauniger Arzt,nahm meine Daten auf und ließ mich durch einen Pfleger abholen.Ich hörte wie er am Telefon sagte...» ne Sui«Auf dem Weg durch lange Flure fragte ich den Pfleger wohin und bekam ein unfreundliches » auf die geschlossene« als Antwort.Türtastaturen piepten,Türen schlossen sich wieder und ich war in einem 3-Bett-Zimmer mit 2 weiteren Bewohnerinnen.Eine schaute mich unverwandt an und spielte mit dem Zipfel ihres Kissens,die andere kam zu mir fasste mich an und sagte wiederholt » Margit«.» Ins Bett «sagte drohend der Pfleger und erschreckt verschwand die Patientin im Bett.Der Pfleger nötigte mich ein Becherchen mit einer Flüssigkrit zu trinken und verschwandt und ich hatte nur einen Gedanken...hier komm ich nie wieder raus.8 Stunden später.Die Tür summt,meine beiden Mitpatientinnen scheinen darauf gewartet zu haben und gehen auf den Flur.Ich folge ihnen.Menschen mit ausdruckslosen Gesichtern wandelnd dort,manche mit Kaffeebechern in der Hand da entlang und brabbeln unverständliches .Ich frage wann ich einen Arzt sprechen könnte.» wenn er Zeit hat« die barsche Antwort des Pflegers. Aha ..Grundprinzip begriffen.Nicht nerven,anpassen,Klappe halten.Frühstück.10 Uhr,plötzlich Hektik.Ein Schwarm weißbekittelter Männer und eine Frau gehen,nein schreiten von Zimmer zu Zimmer.Visite.Voran ein vielleicht 50jähriger mit Schnauzbart und lustigen Augen.Er schaut mich an,liest in einem Blatt lässt meinen Blutdruck messen,fühlt meinen Puls...murmelt 160 zu 100....90...na ja...fragt jovial wie es mir geht....ich antworte gut und frage zurück was denn eine »Sui« sei. Gleich darauf hoffe ich das war nicht ungehorsam.Er stutzt,schmunzelt und sagt...» suizidal....na sind sie ja nicht...sonst würd ich Sie noch ein bisschen hier behalten.Über die Schulter sagt er zu einem der anderen Ärzte...geben sie ihr Tavor als Bedarfsmedikation und dann nach Haus.Die Frau in weiss lächelt mir zu.Sie fragt wo wohnen sie denn? Ah ja...100 m von hier ist die Bushaltestelle.Alles Gute.Unten drückt mir die Frau am Tresen Papiere in die Hand.Ich bin draussen.Das Bild will mir bis heute nicht aus dem Kopf.Ein Arzt sagt « eine Sui» und ab dem Moment ist man Patientin ohne Gehör und soll statt dessen gehorchen.Nachdem mein Hausarzt mit der Klinik telefoniert hat ,hat diese ihm,nicht etwa mir gegenüber den Vorgang bedauert und von « falscher Auslegung des Ermessensspielraumes " gesprochen.
Morgens halb zehn in Deutschland.....
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