>Info zum Stichwort DasFüllhornDesEwigenErbrechens | >diskutieren | >Permalink 
Der Kommissar schrieb am 18.12. 2005 um 20:17:49 Uhr über

DasFüllhornDesEwigenErbrechens

Der Mann ist zirka 55 Jahre alt und sieht aus wie aus dem Fernsehen. Er hat eine kratzige Stimme und einen verschlagenen Blick, er trägt ein kariertes Hemd und ein Halstuch. Sein Assistent ist Japaner, er trägt Pullover ohne Kragen. Der Gerichtsmediziner hält sich das Haar ganz nahe vor die Nase, in seinem Auge hat er eine Art Monokel eingeklemmt. Er raucht eine dünne Zigarette. Die Asche beschreibt eine lange Kurve nach unten. Ohne daß die Asche runterfällt, redet der Mann mit seinem Gehilfen. "Hier, die Riefen weisen in jeweils verschiedene Richtungen, ganz klar, eine Rauferei, ein Kampf hat hier stattgefunden. Die Haarfarbe ist braun-grau. Das Alter der Person, und ich sage bewußt Person, ist zirka 50 Jahre alt, kann auch 52 sein. Sie, es ist nämlich eine Frau, hat ein Männerparfum aufgelegt, ich rieche es förmlich. Okohao! Bring mir den Haar-Hobel! Ich will mal sehen, wie es im Haupthaar aussieht. Hier, sehen Sie, Herr Kommissar: Eine Beule im Haaransatz, oberhalb der Wurzel, aber noch in der Kopfhaut. Das bedeutet, die Person hatte kurz vorher etwas zu sich genommen, und zwar ein Getränk. Bei fester Nahrung wäre die Beule länglich und härter, hier ist schnell getrunken worden, da sieht man die Beule ein bißchen schimmerig.
Ich mache jetzt eine Teilung, so kann man eventuell sogar sagen, in welchem Stadtteil die betreffende Person wohnt bzw. arbeitet. Da, wo sie die meiste Zeit verbringt, ist nämlich ausschlaggebendDer Assistent kommt mit dem Haar-Hobel. «Hiel, Hell!" Er gibt dem Gerichtsmediziner das Gerät, es ist groß wie eine Nähmaschine und wiegt einen halben Zentner. Es ist nicht einfach, so ein dünnes Haar überhaupt da einzuspannen, aber dem Gerichtsmediziner gelingt es sofort.
Er schaut durch eine Okularlinse in das Innere des Hobels, jetzt kann er mit Hilfe von elektronisch gesteuerten Ärmchen den Vorgang auslösen. Die lupenähnliche Sehöffnung gibt den Blick auf zwei mannshohe Hobel frei, die von beiden Seiten das riesige, wie ein Mammutbaum wirkende Haar aufschaben. So kommt man in den inneren Kern. »Hier, sehen SieDer Mann zeigt dem Kommissar den Sehschlitz. »Sie können nun erkennen, daß das Haarinnere etwas brüchig ist. Das deutet darauf hin, daß in dem Gebiet, wo die Frau wohnt, das Trinkwasser sehr hart ist. Moment noch... (Er fummelt mit den elektronischen Armen an dem Kern des Haars herum) ... Da! Es zerbröselt ja! Hier ist der Fall klar, es handelt sich um den Stadtteil Koquinox, nur dort ist das Wasser so hart und gleichzeitig nitratschöpfend, so daß die Menschen schon früh Haarsenilität haben. An der Außenhaut haben wir gesehen, daß die Frau 52 Jahre alt ist, und wenn man das eigentliche Innenhaar dazu analysiert, wird zwangsläufig sich folgendes herauskristallisieren: 52 Jahre alt, wohnhaft in Koquinox, unverheiratet, allein lebend, gewalttätigDer Kommissar staunt. »Ja, woher wollen Sie denn das alles wissenSeine Augen fallen bald aus dem Kopf. »Ich weiß es ebenDer Gerichtsmediziner wird barsch. Mit einer unwirschen Handbewegung reißt er das Haar aus dem Gerät und gibt es Kommissar Schneider zurück. »Hier, ich habe auch noch was anderes zu tun, auf WiedersehenEr drückt dem Kommissar die Klinke in die Hand und macht sich mit seinem Diener von dannen.




   User-Bewertung: +4
»DasFüllhornDesEwigenErbrechens« ist ein auf der ganzen Welt heiß diskutiertes Thema. Deine Meinung dazu schreibe bitte in das Eingabefeld.

Dein Name:
Deine Assoziationen zu »DasFüllhornDesEwigenErbrechens«:
Hier nichts eingeben, sonst wird der Text nicht gespeichert:
Hier das stehen lassen, sonst wird der Text nicht gespeichert:
 Konfiguration | Web-Blaster | Statistik | »DasFüllhornDesEwigenErbrechens« | Hilfe | Startseite 
0.1361 (0.1297, 0.0052) sek. –– 943968794