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Max van der Moritz schrieb am 3.1. 2003 um 13:34:12 Uhr über

Gogo

Wie man Geld verdienen kann beim Retten der Welt.

Alle zukünftigen Gogomeister sollten ja wissen, wie die Gogos funktionieren, wie man sie stabil halten kann und wie sie im Umlauf bleiben werden, wenn sie erst einmal in einem Markt von ausreichender Größe im Umlauf sind.
Vor diesem Preis gibt es allerdings den Schweiß. Man muß sie in Umlauf bringen und genügend Leute haben, die sie akzeptieren und ihre Waren und Leistungen dafür verkaufen.
Das ist der erste Schritt, aber da ja jeder Geschäftsmann ein zusätzliches Geschäft mit Gogos machen kann und ihm das im schlechtestem Fall 5% kostet, wenn er selber keine andere Verwendung dafür haben sollte, ist das nicht so schwer. Man kann an einem Tag leicht zehn Kaufleute und Handwerker besuchen und ihnen die Sache einzeln erklären. Es muß dazu allerdings schon eine Stagflation den Anfang einer Deflation andeuten, sonst wird das niemand interessieren.
Wenn nun so ein Gogomeister etwa 50 Leute verschiedenster Berufe beisammen hat, kann er zum zweiten Schritt ansetzen und die Gogos, die er sich besorgt hat, in Umlauf bringen. Dafür gibt es eine Unmenge von Methoden. Hat er selber etwas zu verkaufen oder hat jemand für den er etwas verkaufen kann, ist es nicht schwer, die Gogos als Bezugscheine für diese Güter vorzuverkaufen, wenn der Preis dieser Güter entsprechend günstig ist. Das wird auch heute getan. Man verkauft sozusagen Futures. Das kann alles mögliche sein. Damit sind nun die Gogos im Publikum und man braucht nur mehr Propaganda dafür zu machen, daß sie bis zum Zeitpunkt der Lieferung auch für andere Einkäufe bei den vielen Akzeptanten verwendet werden. Gogos als Essenmarken, als Brotlieferungen für ein Jahr, als Kino oder Theaterkarten, für den Milchmann usw. Eine Unmenge von Anwendungen. Man kann die Gogos auch in den Umlauf leihen indem man sie Leuten für zinsfreie Halbjahreswechsel gibt. Man hat ja genügend Geld eventuell zurückkommende gogos zu bezahlen, weil man das Geld für die vorverkauften Waren hat.
Kaufleute können Gogos beziehen, die sie dann als Einkaufsbonus ausgeben. Sie werden das gerne tun, weil sie ja wissen, daß lokal umlaufende Gogos das gesamte Geschäft beleben werden und auch wieder zu ihnen zurückkehren werden.
Der Phantasie, wie man Gogos in Umlauf bringen kann, sind keine Grenzen gesetzt und wenn man auch im Falle der Wechsel die Gogos erst nach einem halben Jahr bezahlt bekommt, spielt das keine Rolle. Ein Gogomeister hat die Gogos ja für die Druckkosten bekommen und die sind gerade 1% des Nominalwertes.
Hier kommen wir auf den Grund der Sache. Die Gogos sind so konstruiert, daß sie im Umlauf bleiben. Bei Ausdehnung der Gogoinsel werden immer mehr neu verkauft werden können für diejenigen , die zurückkommen.
An den 5% Gebrauchsgebühr wird nichts verdient werden können. Die gehen für Druckkosten, Verwaltungskosten und eventuelle Umtauschverluste drauf. Aber der Verkaufserlös der Gogos braucht NIE mehr herausgerückt werden. Wenn ein tüchtiger Gogomeister 100,000 Gogos in Umlauf bringen kann, bleiben ihm die auch. Das dürfte allerdings die Grenze für einen einzelnen Mann sein. Ich rechne für mich nur mit 10,000 Gogos.
Ich will gar nicht mehr. Ich verdiene ja auch an meinen Rindern. Da ist nur eines. Wenn sich kein konkurrierender Gogomeister in der Umgebung findet und die Sache breitet sich aus, könnte es schon sein, daß ich auch 100,000 Gogos in Umlauf bekomme. Neue drucken zu lassen, ist ja kein Problem. Ich will die Sache ja nicht deshalb stoppen, weil ich zu viel Geld gemacht habe. Ich will doch die Welt retten, selbst wenn es Millionen werden würden, die ich mir da zinsfrei ausleihen kann. :-)
Den Arbeitsaufwand müßte ich dann allerdings auf andere abladen. Wenn die Stempelei von 5,000 Gogos zwei Stunden dauert, wären 100,000 40 Stunden und eine Million 400 Stunden. 40 Stunden würde ich für 100.000 Gogos ja noch auf mich nehmen aber bei 400 Stunden würde ich selbst für eine Million Gogos streiken. :-) Vielleicht sollte ich aber andere Sicherheitsmaßnahmen, als die Stempelei in Erwägung ziehen. Geld würde dann ja keine Rolle spielen.
Klarer Fall. Nach 100,000 werde ich die Methode der Salt Spring Leute anwenden. Das ist angeblich das fälschungssicherste Geld der Welt. Da kann man sich die Stempelei ersparen.
Der Bürgermeister von Wörgl gab die ersten tausend Schilling als Löhne aus und er wußte, warum er das tat und auch die Kaufleute sollten dasselbe tun und ihren Angestellten einen Teil ihres Lohnes in Gogos auszahlen. Sie werden die Gogos schnell ausgeben und dadurch in Umlauf bringen. Auch selber sollten sie die eingenommenen Gogos so schnell wie möglich an viele verschiedene Leute ausgeben, damit die Gogos größere Kreise ziehen können.
Jeder einzelne Gogo, der sich bewegt, ist wichtig. Besonders am Anfang. Später werden sich die Kaufleute selber um das Gogogeschäft bemühen und diejenigen, die vorher die Sache mit Mißtrauen beobachteten, werden sehr schnell auch die Plakate in ihren Auslagen haben, daß sie Gogos annehmen. Sie werden doch nicht sich das Geschäft entgehen lassen wollen.
Je schneller sie dann die eingenommenen Gogos wieder ausgeben, desto schneller werden sie zu ihnen zurückkehren und der Gogomeister muß ihnen das klar machen. Allein können selbst die Gogos nicht umlaufen.





























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