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SuperUser schrieb am 21.9. 2012 um 14:14:55 Uhr über

Wulff

Ich möchte meine Bewertung mit zwei Geständnissen beginnen:

Geständnis 1: Ja, ich war neugierig! Nach all den Beiträgen, die ich in der Zeitung, im Internet, in Foren und hier bei Amazon zu dem Buch gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, was dahintersteckt. Na gut, 20 Euro wollte ich nicht ausgeben, so weit ging die Neugier nun doch nicht (hey, für 20 Euros bekomme ich bei meinem Lieblingsitaliener zwei mittlere Pizzen plus Getränke und Trinkgeld für den netten Kellner!), aber als sich mir die Gelegenheit bot, mir das Werk auszuborgen, habe ich ohne zu zögern zugegriffen. (Schande über mich!) Da das Buch auf den Bestsellerlisten ganz weit oben steht, vermute ich, daß viele Leute genauso neugierig sind wie ich (aber die meisten davon nicht gern Pizza essen).

Geständnis 2: Nein, ich habe das Buch nicht komplett gelesen. Ich habe alle Kapitel an- und quergelesen; zum vollständigen Lesen ist mir meine Zeit dann doch ein bißchen zu schade. Immerhin habe ich Frau Wulff aber ein gutes Stündchen meiner wertvollen Freizeit gewidmet, die mir niemand zurückgeben kann.

Am Ende des Quer- und Anlesens stellt sich mir vor allem eine Frage: Wie um alles in der Welt kam Frau Wulff auf die Idee, daß so ein Buch eine gute Idee sein könnte?? Hat sie keine Freunde, die sie vor solchen übergroßen und von weither sichtbaren Fettnäpfen bewahren? Hat sie keinen PR-Berater, der ihr ein paar Tipps geben kann zum Thema Imagepflege usw.?? Aber nein, wie dumm von mirDie Freunde waren vermutlich untrennbar mit den Ämtern ihres Mannes verbunden (und sind nun ebenso weg wie die Ämter), und einen PR-Berater kann sie sich mit dem mageren Familieneinkommen nicht leisten.

Dieses Buch ist ein unglaublich peinlicher Mix aus Selbstmitleid, Geltungsbedürfnis und Geschmacklosigkeit. Die weinerlichen Ausführungen dazu, daß man mit dem dürftigen Ehrensold kaum über die Runden komme und quasi kurz davor stehe, Sozialleistungen beantragen zu müssen... Die *hust* spannenden Enthüllungen zu ihrem Leben vor ihrer Heirat, ihrem ach so crazy Tattoo und ihren Verflossenen... Das wehleidige Gejammer über die böse, böse Presse, die alles ganz böse verdreht hat und ganz arg gemein zu ihr war... Als Realsatire wäre das Buch wirklich gelungen, aber Frau Wulff meint es leider ernst. Ich mochte Herrn Wulff nie und war froh, als er endlich und viel zu spät zurückgetreten ist. Nachdem ich seine Gattin in diesem Buch ein wenig kennengelernt habe, tut er mir fast ein bißchen leid.

Ist schlechte Presse wirklich besser als gar keine? Ist es wirklich so erstrebenswert, von sich in der Zeitung zu lesenegal zu welchem Preis? Was kommt als nächstes? Einzug ins Dschungelcamp? Keine schlechte Idee: soweit ich weiß, bekommen die Teilnehmer viel Geld dafür und sind für ein paar Wochen in aller Munde. Wäre letztlich auch schon egal. Noch peinlicher kann es eigentlich nicht werden.


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