Rosenkohl
Bewertung: 4 Punkt(e)pars behauptet, das Gegenteil von Rosenkohl sei Tulpenwurst. Er kann dass allerdings nicht belegen. Streichen kann er es auch nicht.
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| Der erste Text | am 11.8. 2001 um 22:45:30 Uhr schrieb wauz über Rosenkohl |
| Der neuste Text | am 28.8. 2026 um 04:28:41 Uhr schrieb Der Dorfschullehrer aus Mehlis über Rosenkohl |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 18) |
am 4.12. 2013 um 00:47:55 Uhr schrieb
am 8.3. 2003 um 20:36:57 Uhr schrieb
am 4.11. 2022 um 22:06:59 Uhr schrieb |
pars behauptet, das Gegenteil von Rosenkohl sei Tulpenwurst. Er kann dass allerdings nicht belegen. Streichen kann er es auch nicht.
England 1981: ich war jung, lebensunerfahren und Austauschschüler bei der asozialsten Familie ganz Buckinghams. David, mein Austauschschüler, intelligent und introvertiert konnte nichts dafür, wir wurden über unsere Interessen zusammengefunden, Schach und Lesen halt, wobei ich Schach nur angegeben hatte, weil ich es halt konnte und dachte, Lesen allein ist vielleicht ein bißchen wenig für einen normalen Austauschschüler. Tja Pech, er hatte nichts anderes als Schach im Kopf, vielleicht ein gutes Mittel, seine grauenhafte Familie zu vergessen, die Mutter Bronwen, eine waschechte Waliserin, ohne Untertitel praktisch kaum zu verstehen (das einzige, was mir im Ohr blieb, waren ihre Ausrufe, wenn bei den ganztäglichen Fernsehsessions plötzlich wieder der Strom ausging, und sie in einer Zigaretteninhalationspause brüllte: »Anyone got a shilling??« Der Strom kam nämlich nur gegen Barzahlung in einen Kasten in der Diele), Bruder Robin, Schlachtergehilfe am örtlichen Schlachthof, der schon mal mit fleischrestebehafteten Kuhhörnern nach Hause kam, zur Speisung vom Familienhund Lizzie, der wiederum vom zurückgebliebenen 12jährigen Sohn Willie gelegentlich auf das sodomitischste rangenommen wurde. Ja, und da war dann noch ein Hausfreund ungeklärter Zuordnung, Ende 40 etwa und tätowiert wie ein Maori, Kevin oder so. In dieser traulichen Runde verbrachte ich das Osterfest, und es gab irgendein sehr englisches Fleischgericht mit Rosenkohl. Ich war ohnehin völlig verstört durch die Umstände, in die ich hineingeworfen war, und den Mut zu sagen, daß ich nichts auf der Welt so verabscheue wie Rosenkohl brachte ich armes Eulengesicht nicht auf. Und so stopfte ich fleißig diese brackigen Knollen in mich hinein, Stück um Stück hamstergleich in den Backen sammelnd, um mich dann alle 5 Minuten zum Klo zu begeben und sie unter gräßlichsten Spasmen wieder von mir zu geben. Heute weiß ich, sie alle am Tisch haben genau gewußt was ich tat, gespürt was ich fühlte, haben sicher lange darüber gecockneyt, wenn ich mich ab 10 des abends zum Heulen in meine modrigen Kissen verzog, aber was hätten sie tun können? Die Hölle, das sind die anderen, aber sicher haben sie ihre Hölle auch durch die Augen dieses anderen gesehen, der zu sein ich das Pech hatte, vier lange Wochen hindurch.
Es gibt meiner Meinung nach nur wenige Menschen, die tatsächlich Rosenkohl mögen. Meinen Vater kann man da nicht unbedingt zählen, der isst so gut wie alles.
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