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biggi schrieb am 11.2. 2002 um 17:10:37 Uhr über

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An einem Orte im grossen Lande wohnten vier miteinander befreundete Brahmanen. Ihnen kam bereits in der Jugend der Gedanke:
»Lasst uns in die Fremde gehen und Wissen erwerben
Eines Tages fassten die Brahmanen alsdann miteinander den Entschluss und gingen, um Wissenschaft zu erwerben, nach Kanoje. Dort traten sie in ein Kloster ein und studierten. Sie brachten zwoelf Jahre damit zu.
Indem sie ihren Sinn nur auf ein einziges Ziel gerichtet hielten, waren sie nach dieser Zeit aller Wissenschaften kundig geworden.
Da sprachen die vier zueinander:
»Wir sind nun alle an das jenseitige Ufer der Wissensbegierde gelang; deshalb wollen wir unsere Lehrer bitten, uns zu entlassen, damit wir wieder unsere Heimat aufsuchen
Nachdem alle damit einverstanden waren, baten sie ihren
Lehrer sie zu entlassen. Er gab ihnen die Erlaubnis zu gehen. Da nahmen sie ihre Buecher und machten sich auf den Weg.

Als sie ein gutes Stueck gegeangen waren stiessen zwei Wege zusammen. Da setzten sich alle nieder. Es sprach der eine: »Welchen Weg wollen wir einschlagen
Zu der Zeit war in jener Stadt gerade ein Kaufmann gestorben. Zu dessen Verbrennung hatte sich eine grosse Menschenmenge auf den Weg gemacht. Da schlug einer der vier im Buch nach:
»Wo viele gehen, da ist der rechte Weg. Also lasst uns den Weg gehen, den die Menschenmenge nimmt
Als nun die Gelehrten den grossen Trauerzug folgten, da erblickten sie auf der Verbrennungsstaette einen Esel. Da zog der zweite sein Buch hervor und schlug nach:
»Bei einem Fest, im Ungluecksfall, in Hungersnot, bei Bedraengnis durch Feinde, am Koenigshof und auf der Verbrennungsstaette: Wer da steht ist ein wahrer Verwandter
Aber das ist ja unser Verwandter! Darauf haengte sich der eine dem Esel an dem Hals, ein anderer wusch ihm die Beine.
Waehrend sich die Gelehrten weiter in der Gegend umsahen, erblickten sie ein Kamel. Da fragten sie wieder:
»Was ist das
Es schlug der dritte sein Buch auf und las:
»Rasch ist der Gang des Dharma (die rechte Lehre, das ewige Gesetz); dieses Kamel also muss Dharma, die Lehre sein
Da sagte der vierte:
Was einem lieb ist soll man mit dem Recht verbinden!
Darauf banden sie den Esel an den Hals des Kamels.
Ein Voruebergehnder zeigte das dem Besitzer des Esels, einem Stoffwalker, an. Als er nun herbeikam, um den die Gelehrten Dumkoepfe durchzuwalken, da waren sie auf und davon.

Nachdem sie eine kleinere Strecke des Weges weitergegangen waren, kam ihnen ein Fluss in die Quere. Einer der Gelehrten sah in der Mitte des Flusses ein gruenes Blatt herankommen und sagte:
»Das Blatt das herbeikommt wird uns uebersetzten.«
Nach diesen Worten sprang er auf das Blatt; wie ihn nun der Strom mit fortriss und einer der anderen Gelehrten das sah, packte er den abtreibenden an den Haaren und zitierte:
»Wen dem Ganzen der Verlust droht, gibt der Kluge die Haelfte preis und behilft sich mit der anderen; alles verlieren ist zu hart
Mit diesen Worten schnitt er ihm dem Kopf ab.

Und indem die uebrigen weitergingen, kamen sie an ein Dorf. Da wurden sie von den Dorfbewohnern eingeladen und jeder in ein anderes Haus gefuehrt. Dem einen wurden Fadennudeln mit Butter und Zucker zubereitet und als Speise vorgesetzt. Darauf ueberlegte der Gelehrte, sah in sein Buch und sprach:
»Einer, der lange Faeden spinnt, kommt um
Nachdem er so belehrt war, liess er das Essen stehen und ging weg. Dem zweiten wurden Schaumtoertchen vorgesetzt; da sagte er:
»Was zu duenn und aufgeblasen ist, lebt nicht lange
Er liess ebenfals das Essen stehen und ging von dannen. Dem dritten wurde ein Sreusselkuchen aufgetischt. Da sagte dieser Gelehrte:
»Wo Hoecker sind, da haeufen sich Uebel !«
So gingen die drei Gelehrten vom Hunger abgezehrt und von den Leuten verspottet, aus dem Dorfe nach Hause zurueck.
Darum sage ich:

Diejenigen, die aus Buechern eine Weisheit schoepfen, die den Lauf der Welt verkennt, schaffen sich nur Gespoett, wie diese gelehrten Toren hier."

http://www.google.de/search?kühe+knast


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