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beni schrieb am 20.1. 2005 um 00:50:04 Uhr über

Experiment

Telefone in Hosentaschen von Bekannten, rufen einen von Zeit zu Zeit von selbst an, wenn die Tastensperre deaktiviert und man selbst die zuletzt gewählte Nummer ist. Das nutze ich heute einmal aus.

So etwas passiert mir viel zu oft, als dass die Leute nicht wollen könnten, dass man sie ausspioniert.
Jetzt gerade, bei meinem Mitbewohner, gibt es allerdings wenig auszuspionieren - ich weiß ja ohnehin, dass er arbeiten ist.
Er ist Aufnahmeleiter.
Zwei Minuten höre ich ihm belustigt zu; höre ihn mit anderen Leuten über Einstellungen, Kamera- und Komparsen- und Spielfahrzeugpositionen reden.

Er hört mich aber nicht!
Oder doch?
Vielleicht nicht bewusst!
Aber unterbewusst?

Ich probiere es aus!


Ich (sehr laut, ins Telefon):
Hallo, hallo! Hörst Du mich??? Ich bin's: dein Unterbewusstsein! Dein schlechtes Gewissen! Du bist mit Spülen dran, Scheißerchen!"

Mitbewohner (offenbar über Funk, zu einem anderen):
»Ja, fahrt noch mal fünf Meter zurück

Ich:
»Ach Quatsch! Fünf Meter?!? Sagen wir zwanzig!!!«

Mitbewohner (zum Auto):
»Ja... Das war zu viel! Komm noch mal zwei Meter vor


(Hm, das hat wohl nicht geklappt. Wahrscheinlich dauert es eine Weile, bis er auf mich reagieren kann.)


Mann im Hintergrund (leiser, zu meinem Mitbewohner):
»Sag denen auch, sie sollen ab der Kurve etwas mehr Gas geben. Das war mir eben noch etwas zu verträumt, die Fahrt

Ich:
»Noch vor der Kurve! Die sollen richtig Gas geben von Anfang an! ... Schön mit Gas, Vollgas in die Kurve

Mitbewohner (wieder über Funk):
»Könnt ihr ab der Kurve noch einen Tick mehr Gas geben. Das war eben noch etwas lahm bei euch


(Wieder zu langsam! Ist ja frustrierend! Vielleicht bin ich aber auch noch zu kompliziert für ein Unterbewusstsein. Vielleicht muss ich knappere, präzisere Anweisungen geben.
Aber jetzt habe ich gerade schon etwas verpasst...)


Stimme im Hintergrund:
»...nur einmal machen, also sollten wir's tatsächlich proben, bis die Sache sitzt

Mitbewohner:
»Denkt aber auch daran, dass es jederzeit wieder regnen kann und wir ab drei nicht mehr mit dem Jungen drehen können

Ich:
»Und ihr müsst ja auch einmal Mittagspause machen, sonst starten die Beleuchter einen Aufstand! Mittagspause! Mittagspause! Mittagspause

Stimme (unzufrieden):
»Ja... Ja...« (überlegt)

Ich:
»Mittagspause! Mittagspause! Mittagspause

Mitbewohner:
»Ich wollt' es nur gesagt haben

Stimme:
»Ja, wobei ich das jetzt erst mal abfrühstücken möchte, dass es im Kasten ist. Die Jungennummer packen wir zur Not in eine

Ich:
»Mittagspause! Mittagspause! Mittagspause

Mitbewohner:
»Und wir müssen irgendwann auch noch mal was essen


(Jaaaaaaa!!! Es funktioniert, das ist der Beweis! Das Unterbewusstsein (also ich!) diktiert unser Leben! Ruft mich alle an, Freunde, wenn ihr nicht mehr weiter wisst!)


Ich (ins Telefon):
»Und SPÜL, wenn du nach Hause kommst, faule Sau



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