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MeineGeschichte:
Nicht mal die Sonne macht mich glücklich
Es ist soweit. Meine gesundheitlichen Defizite haben mich in der Hand und werfen mich hin und her. Ich habe keine Lust mehr auf »Kranksein«. Vor allem aber habe ich keine Lust mehr auf Einschränkungen.
Seit Wochen habe ich beim Essen im Wangenbereich und hinter den Ohren Schmerzen. Anfangs wurde eine Speicheldrüsenentzündung diagnostiziert. Was es jetzt wirklich ist, weiß ich nicht. Ich habe auch keine Lust mehr, zu einem Arzt zu gehen. Mir kommt es vor, als würde irgendwo eine Voodoo-Puppe zu meiner Person existieren und irgendjemand hat Freude daran, seine Nadeln in diese zu stechen. Mal hier - mal da.... Es vergeht kaum mehr ein Tag, an dem ich schmerzfrei bin. Ich mag nicht mehr.
Ich erlebe keine Freude mehr. Das Gefühl, grenzenlos und frei zu sein, ist mir verloren gegangen.
Lachen? Herzlich Lachen? Verlernt!
Meine Batterien sind leer. Und das Aufladegerät defekt bzw. verloren gegangen.
Was mich noch aufrecht hält, ist meine Arbeit. Da habe ich wenigstens das Gefühl, gebraucht zu werden. Da finde ich auch ein gewisses Maß an Halt durch meine Kollegen.
Selbst zu Hause fühle ich mich nicht besser. Der Haushalt wird immer beschwerlicher und seltener erledigt. Die Tochter wird auch immer ätzender. Verdammte Pubertät!
Ich vermisse das Motorradfahren. Das, was mir am meisten Freude gemacht hat! Der Ratschlag vieler ist, dass ich mir eine Alternative suchen könnte. Es gibt KEINE Alternative. Nichts macht mir so viel Freude, lässt mich so viel Leichtigkeit erleben, wie das Motorradfahren.
Eine ausgewachsene Depression kündigt sich da wohl an.
Kleinste Missgeschicke machen mich zu einem heulenden Etwas. Erst letztens - ich wollte einen leckeren Frucht-Sahne-Quark für mich und Tochter anrühren. Weil ich keinen Vanillezucker zu Hause hatte (es war Sonntag), nahm ich normalen Zucker. Die Sahne, die geschlagen werden sollte, wurde flockig und war damit absolut unappetitlich. Wütend verließ ich die Küche und entlud meine überschüssige Energie über die zugeknallte Tür. Wie ein Häufchen Elend saß ich dann auf der Couch und heulte...
Jeder andere hätte sich kurz geärgert und seinen Tag fortgesetzt.
Ich aber wollte meinen ganzen angesammelten Frust und meine Traurigkeit zum Ausdruck bringen und flennte ohne Ende.
Ich wünsche mir Leichtigkeit und Freude!
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